Words  Pictures © Senator Film
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Artikel vom 19.05.2014 | Echtes Kino

Words & Pictures



Ein Bild sagt mehr als tausend Worte?


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ... sagt man. Doch stimmt das tatsächlich? Ist das Bild mächtiger als das Wort? Ist der Maler dem Schriftsteller überlegen in seiner Aussage? Oder ist einfach beides Kunst, ergänzt sich, verträgt sich ... ja, liebt sich sogar? Dieser Frage geht Regisseur Fred Schepisi in seiner romantischen Komödie Words & Pictures nach, die ab dem 22. Mai in den deutschen Kinos anläuft..

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Jack versucht seine Schüler für Literatur zu begeistern

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Kinoplakat: Words & Pictures

Filmkurzbeschreibung


Seine besten Jahre als gefeierter Schriftsteller liegen hinter ihm. Dennoch zehrt Jack Marcus, der an einem Internat in Neuengland unterrichtet, immer noch von seinem früheren Ruhm. Trinkt allerdings auch vor lauter Frust über seine lethargischen Schüler und nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Als wäre sein Leben nicht schon kompliziert genug, taucht plötzlich Dina Delsanto an der Schule auf. Die Malerin übernimmt den Kunstunterricht und hat wegen ihrer unnahbaren Art im Nu einen Spitznamen weg: Eiszapfen. Fast noch schneller legt sie sich mit Jack an, denn sie ist davon überzeugt, dass die bildende Kunst der Sprache weit überlegen ist. Was Jack natürlich nicht widerspruchslos hinnimmt. Die beiden starten eine lustvolle Privatfehde, in deren Verlauf sie sich verbal so einiges um die Ohren hauen. Doch schließlich treibt Jack es zu weit: Als ihm wegen seiner Trinkerei gekündigt werden soll, tut er etwas Unverzeihliches, um den drohenden Rausschmiss zu verhindern…

Das meint onyourscreen.de zum Film


Words & Pictures, nach einem Drehbuch von Gerald die Piego, gibt sich selbst einen betont intellektuellen Anstrich. Hier muss der Zuseher schon mal, fast wie im klassischen Theater, minutenlange Dialoge aber auch Monologe hinter sich bringen. Hier wird auf einer höheren Ebene kommuniziert, aber auch Spielchen getrieben. Es ist beispielsweise eine Lieblingsbeschäftigung der Filmfigur Jack Marcus - bis auf wenige seltsam überzogene Momente großartig verkörpert von Clive Owen -, seine Kollegen mit fünf- und noch mehrsilbigen Worten zu nerven. Egal ob diese darauf eingehen oder nicht. Gerade diese reizvolle Wortspielerei zieht sich durch den gesamten Film.
Der Gegenpart, die ebenso titelgebenden Bilder, bekamen nicht ganz den gleichen Raum. Interessanterweise sind diese aber von der wundervollen Juliette Binoche, die die an RA erkrankte Dina "Eiszapfen" Delsanto verkörpert, selbst gemalt worden. Nicht nur die direkt während der Dreharbeiten entstandenen Werke, auch die begleitenden Bilder entstammen ihren talentierten Händen.

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Dina will die Leidenschaft in den Bildern ihrer Schüler herauskitzeln

Bis die Geschichte der beiden Lehrer im Schulprojekt "Worte gegen Bilder" und letztendlich im versöhnlichen Finale endet, können sich die beiden Protagonisten nicht riechen, streiten sich, fangen sich an zu vertrauen, lieben sich, entzweien sich und verlieren sich ....

Das Onyourscreen.de-Fazit zu WORDS & PICTURES


"In der Liebe und in der Kunst ist alles erlaubt" ... lautet der passende Untertitel zu Words & Pictures - zumindest in Deutschland. Leider hat man sich hier künstlerisch nicht mehr erlaubt, denn obwohl man sich in den geschliffenen Dialogen bemüht nicht wie ein typischer Studiofilm daherzukommen, geriet die Lehrer-Drama/Erwachsenen-Lovestory-Kombination ein klein wenig zu generisch. Das nimmt dem Ganzen das Aussergewöhnliche, das man sich erwarten durfte. Deswegen ist Words & Pictures beileibe kein Reinfall, im Gegenteil: er ist witzig, romantisch, schön anzusehen und nie langweilig. Aber ganz sicher auch relativ flott wieder vergessen.

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Man nähert sich


© Text: onyourscreen.de / BK


 
 
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