Wish I Was Here © Wild Bunch / Central Film
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Artikel vom 18.08.2014 | Echtes Kino

Wish I Was Here



Ein Hoch auf die Familie


Seit Zach Braffs wunderbarem Regiedebut Garden State sind bereits zehn Jahre vergangen ... da hat sich der gefeierte Serienstar aus Scrubs ja viel Zeit genommen. Herausgekommen ist keine Fortsetzung und doch kommen einem beide Filme verwandt vor - die Handschrift ist sowohl von der Erzählweise als auch optisch unverkennbar.

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Kinoposter: Wish I Was here

Filmkurzbeschreibung


So ganz langsam muss sich Aidan eingestehen, dass sein Traum vom Schauspieler sein ausgeträumt ist - sein letzter Job für ein Anti-Schuppen-Shampoo ist schon Ewigkeiten her ... und wie sein Vater treffend bemerkt, sind die Schuppen noch da. Da hilft auch das nahezu grenzenlose Verständnis seiner Frau Sarah nicht, die neben ihrem eintönigen Job auch noch Haushalt und Familie managed. Noah, Aidans Bruder versagt ebenso, lässt sein Genie verkommen und ist ihm keine Hilfe. Auch nicht als zu allem Überfluss der Vater der beiden schwer erkrankt, die Privatschule von Sohn Tucker und Tochter Grace nicht mehr bezahlt werden kann und ein ungeliebter Hund betreut werden muss.
Doch Aidan kennt den Ausweg: er unterrichtet seine Kinder von nun an zu Hause, was sich allerdings als zunehmend schwierig herausstellt. Doch je weniger er den Kindern vermitteln kann, desto mehr lernen er aber auch die beiden aufgeweckten Zöglinge über das Leben an sich und wie man seinen Platz in der Welt findet.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Nein, wir haben hier keine Fortsetzung vor uns, und doch könnte "Aidan" auch "Andrew Largeman" aus Garden State sein, wenn auch nun in den Mitdreißigern. Auch in Wish I Was Here geht es in mehrfacher Hinsicht um eine Vater/Kind-Beziehung, in der Aidan urplötzlich die Einstellung zu seinem Traum Schauspieler zu sein und zu seiner realen Rolle als Vater (aber gleichzeitig auch als Sohn) komplett neu überdenken muss. Zuerst versucht Tagträumer Aidan die aufkommenden Probleme weiterzugeben, abzuschieben und so simpel wie möglich zu umgehen, doch so nach und nach kommt ihm die Erkenntnis, dass die Lösung des Dilemmas ihm alleine obliegt. Wie er sie angeht und wie seine Familie daran wächst, davon erzählt Wish I Was Here. Nicht mehr und nicht weniger.

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Unterwegs mit Fluchglas

Dass es so eine "kleine Geschichte", vor allem wenn man sie wie Zach möglichst frei von Restriktionen und Bevormundungen durch ein Studio verwirklichen will, nicht unbedingt leicht hat eine Finanzierung zu finden, war ihm und seinem Mitautor und Bruder Adam Braff klar. Unbefriedigende Gespräche mit möglichen Finanziers verdeutlichten schnell, das man hier in vielerlei Hinsicht ein Problem hatte. Doch dank den Crowdfunding-Plattformen steht heutzutage ja eine Alternative im World Wide Web, die Projekten bzw. Machern mit einer großen Fanbase erlauben, andere Wege der Finanzierung zu finden. Und so gelang es auch Braff ausreichend Mittel für eine Produktion die ganz in seinem Sinne ablief zu generieren. Was sicherlich auch daran lag, dass im Kickstarter-Produktvideo neben ihm auch Jim Parsons (Sheldon aus The Big Bang Theory) als Darsteller zu sehen war. Man darf aber auch nicht verschweigen, das diese Herangehensweise von einem Multimillionär, wie Zach Braff es seit Scrubs ganz sicher ist, auch "Hasstiraden" auf den Plan rief ... für uns ziemlich unverständlich.


Doch was und wie ist Wish I Was Here denn nun, der uns ab dem 9. Oktober 2014 in ausgewählten deutschen Kinos erwartet? Nun, auch wenn die offensichtlich komischen Momente eher das erste Drittel des Films dominieren, möchten wir diese wundervoll konstruierte Familystory als Komödie bezeichnen. Denn auch im Verlauf des Movies darf man immer wieder schmunzeln, auch wenn es ohne Frage tragische, traurige und viele nachdenkliche Momente in Wish I Was Here gibt.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Wish I Was Here<br>© Wild Bunch / Central Film
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Das onyourscreen.de-Fazit zu Wish I Was here


Der bissig-witzige Umgang mit dem jüdischen Dasein in den USA, diverse Albernheiten, aber vor allem viel geschliffener Dialogwitz stehen dem ansonsten ernsthaften und einfühlsamen Umgang mit familiären Krisen in Wish I Was Here gut zu Gesicht. Auch wenn Zach Braff kein zweiter Geniestreich à la Garden State gelingt, darf man ruhigen Gewissens auch hier eine Empfehlung aussprechen. Schöne Grundidee, gute Playlist, teils tolle, sehr bewegende Szenen und Szenerien sowie gut aufgelegte Darsteller (darunter Kate Hudson, Jim Parsons, Donald Faison, Joey King, Pierce Gagnon, Mandy Patinkin, Josh Gab u.a.) versprechen einen gelungenen Kinobesuch, den man anschließend nicht sofort wieder ad acta legt - das Thema Familie sollte einem allerdings liegen. Notorische Einzelgänger fühlen sich hier möglicherweise unwohl, missverstanden, überfordert und fehl am Platze - die dürften auch unter den Kritikern des Films nicht selten gewesen sein.

Wish I Was Here © Wild Bunch / Central Film
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Joey King und Zach Braff bei den Dreharbeiten


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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