When the Lights Went Out © Ascot Elite Entertainment
© Ascot Elite Entertainment
Artikel vom 14.11.2012 | Heimkino->DVD

When the Lights Went Out



Based on a true story ... na wenn es sich so besser verkauft, bitte!


Filme die mit dem Zusatz "Nach einer wahren Begebenheit" werben, sind an und für sich kein Aufreger. Bei Horror- und Gruselfilmen wird der normalveranlagte, halbwegs gebildete Mitteleuropäer aber zumindest kurz stutzig. 1979 zeigte der Gruselschocker Amityville Horror, das man zwar an solchen Aussagen zweifeln darf, das Filmergebnis trotzdem gut, spannend und auch erfolgreich sein kann. Wie die Macher des britischen When the Lights Went Out die "wahre Geschichte" filmisch umsetzen konnten, haben wir uns für euch angesehen - wie weit sie "die Wahrheit" gedehnt haben und wieviel ihr davon glaubt, müsst ihr selbst herausfinden.

Mediafacts
When the Lights Went Out © Ascot Elite Entertainment
© Ascot Elite Entertainment
Cover: When The Lights Went Out
Titel: When The Lights Went Out
Originaltitel: When The Lights Went Out
getestete Version: DVD
Cast: Kate Ashfield, Steven Waddington, Natasha Connor, Craig Parkinson
Regie: Pat Holden
Produktionsland: Großbritannien
Studio/Verleih:Ascot Elite Home Entertainment
DVD-Release: 2012
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 96 Minuten
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (DD 5.1) Regioncode: 2 FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Filmkurzbeschreibung


1974, Yorkshire, Großbritannien, mitten in der Ölkrise und der Rezession: Jenny, Len und Tochter Sally, die kleine Familie Maynard, zieht um in ihr neues Heim - eines wie es sich Mutter Jenny immer erträumt hat. Die 13-jährige Sally dagegen begegnet dem Haus von Anfang an mit Ablehnung und Skepsis. Zu Recht wie sich bald herausstellen soll, denn hier passieren schon kurz nach dem Einzug unerklärliche Dinge: Lampen wackeln, Dinge bewegen sich von alleine, Bilder und Uhren fallen herunter, man fühlt sich beobachtet, bedroht, eingeschlossen, urplötzlich wird es eiskalt. Ein Geist, nein eigentlich zwei Geister scheinen hier zu Hause zu sein. Sally spürt das einer davon gut, fast sogar ein(e) Freund(in) sein will - der andere ist böse und anscheinend vor allem hinter ihr her.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Auch der Skeptiker wird in When the Lights Went Out ohne Probleme Wahrheiten finden. Wahrheiten wie die Probleme der Arbeiterfamilien in den Siebzigern und ihr Umgang mit der Öl- und Wirtschaftskrise. Wahr und glaubhaft wird hier das Bild einer solchen britischen Familie gezeichnet - ihr Alltag sowie ihre kleinen und großen Probleme. Authentisch und gekonnt ausgesucht wirkt auch die Ausstattung des Films: Fahrzeuge, Drehorte, Frisuren, aber auch banale Dinge wie Tapeten, Dekorationen und lauter kleine Details erschaffen einen realistischen Eindruck der schwierigen Epoche. Auch die Filmfiguren sind größtenteils gelungen; postiv herausstellen lassen sich sicher Sally und ihre leicht merkwürdige und inkontinente neue Freundin, negativ aufgefallen ist der Darstellungsstil des besorgten Lehrers.

Wie glaubhaft "die wahre Geschichte" ansonsten daherkommt, lassen wir mal unkommentiert - wie sie auf uns gewirkt hat, dagegen nicht. Fangen wir mal positiv an. Wie bereits aufgezeigt, überzeugt der komplette optische Rahmen des Streifens. Requisite, Sets und der Großteil der Darsteller kommen auf ordentlichen Niveau daher. Auch die eher dezent eingestreuten Supsense- und Gruselszenen sind als gelungen zu bezeichnen und sorgen für den einen oder anderen ansehnlichen Schreckeffekt. Die Stimmung - das Essentielle für einen solchermaßen angelegten Film - wird allerdings viel zu selten düster und bedrohlich. Im Gegenteil: so richtig spannend wird es in When the Lights Went out nie. Auch die Handlung insgesamt kommt niemals vollends in Schwung. Viel zu stockend inszeniert verliert sich der cineastische Aufbau in seinen ansonsten ordentlich umgesetzten Einzelteilen. Man kann garnicht genau sagen was in When the Lights Went Out fehlt - das allerdings etwas im Gesamtaufbau fehlt, steht ausser Frage.

Das meint onyourscreen.de zur DVD


Werden gut aufbereitete Extras in ordentlichem Umfang auf Normal-Budget-DVDs immer seltener oder bilden wir uns das ein? Die hier untergebrachten Bonus-Zusätze neben dem Hauptfilm sind fast zu vernachlässigen. Das "Behind the Scenes" besteht aus zwei relativ lieblos zusammengeklöppelten Szenen-Features ohne größere Bedeutung, dazu gibts den Orignaltrailer. Trailershows sind fast eher Werbung, von daher würden wir die vorhandene schon nicht mehr als "Extra" bezeichnen. Es wäre schön, wenn da von den Distributoren wieder mehr drauf geachtet würde, denn DVD-Sammler sind doch in der Regel Filminteressierte und die schauen sich nunmal auch (gutaufbereitete) Extras an.
Positiv dagegen kommt die Standard-DVD-Hülle mit schickem zusätzlichem Slipcover daher, das wertet doch wieder etwas auf. Gegen Bild und Ton erheben wir keine Einwände, alles soweit ganz ordentlich.


Onyourscreen.de-Fazit zu WHEN THE LIGHTS WENT OUT


Ausstattung und Handwerk von When the Lights Went Out stimmen, der Gesamteindruck leider nicht wirklich. Schade, da hätte man mehr draus machen können. Die Milieustudie aus den Siebziger in Großbritannien ist zwar gelungen, für einen guten Gruselfilm reicht die gebotene Spannung unserer Meinung nach allerdings nicht. Dem geneigten Genrefan werden die "entscheidenenden Momente", die einen solchen Film in der Regel prägen, möglicherweise aber genügen. Also gebt dem Streifen doch einfach selbst eine Chance - was wissen wir denn schon?!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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