Wahrheit oder Pflicht © Universal Pictures
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Artikel vom 21.09.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Wahrheit oder Pllicht




Wahrheit oder Pflicht © Universal Pictures
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Cover: Wahrheit oder Pflicht
Produzenten haben mitunter immer den zweifelhaften Ruf, vornehmlich im Hintergrund zu agieren um letzten Endes lediglich die Gelder des jeweiligen Filmes einzustreichen an dem sie beteiligt sind. Oft reicht ein „...von den Produzenten von…“ aus, um bei dem ein oder anderen Zuschauer den „A-ha“-Effekt auszulösen und somit Interesse zu wecken. Jason Blum und seine Blumhouse Produktionsstätte ist so ein Phänomen: Fließbandware von unterschiedlicher Qualität, darunter so illustre Titel wie Insidious, The Purge oder Get out ... allen voran die erstklassige Neuinterpretation des Phantom Killers The Town that dreaded sundown, welches wohl eine seiner Vorzeigeproduktionen sein dürfte.
Mit Truth or Dare (Wahrheit oder Pflicht) widmet man sich wieder indirekt dem Thema „Teeniehorror“ und garniert diesen mit einer Prise „Dämonenhorror“ um so trendgerechte Horrorkost für die anvisierte Zielgruppe zu servieren. Dass die Stoßzeit des Teeniehorrors, die mit Scream und Ich weiss was du letzten Sommer getan hast ihre Highlights hatte, schon längere Zeit abgeflaut ist, nimmt Regisseur Jeff Wadlow zum Anlass, jenes Genre neu und zeitgemäß zu interpretieren. Ansatzweise gelingt ihm das auch, jedoch nicht über die gesamte Distanz.

Wahrheit oder Pflicht © Universal Pictures
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Wahrheit oder Pflicht

Filmkurzbeschreibung


Um das letzte große „Spring Break“ mit Pauken und Trompeten einzuläuten lässt sich Olivia (Lucy Hale) von ihrer besten Freundin Marie (Violett Beane) überreden, zusammen mit anderen Freunden nach Mexico zu fahren um dort mal mächtig auf den Putz zu hauen. Olivia ist zunächst jetzt nicht „Feuer und Flamme“ für jenen Ausflug, doch ihre Laune änder sich schlagartig, als sie auf einem Zwischenstopp in einer Bar auf den attraktiven Carter (Landon Liboiron) trifft. Jener gibt sich als äußerst mitteilungsbedürftig und weckt das Interesse unserer Protagonisten. Sie lassen sich darauf ein, mit ihm zusammen in einer Kirche das Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen. Defakto ist und gestaltet sich das Spiel jedoch nicht sehr unterhaltsam. Die Gruppe in sich wirkt mit einem mal zerrüttet, nicht mehr in sich geschlossen und man feindet sich untereinander gewisser Maßen an und liegt sich schnell in den Haaren. Das Spiel lässt sich jedoch nicht so ohne weiteres beenden, da die Protagonisten von eigenartigen Visionen geplagt werden die sie zwingen, das Spiel weiter zu spielen.

Das Spiel selbst dürfte den meisten Zuschauern bekannt sein. Man dreht eine Flasche und derjenige welche, der auserkoren wird, muss entscheiden, ob er sich für die "Wahrheit oder Pflicht" entscheidet. Im realen Leben kann sowas mitunter peinlich enden, jedoch lautet die Devise im Film, dass unsere Protagonisten erstmal ordentlich was trinken und rumknutschen müssen. Was in der Realität oftmals „lustig“ anmutet, ist es im Film jedoch nicht. Zwar kommen hier und da brisante Geheimnisse ans Tageslicht, aber so richtig passieren will dann letzten Endes nicht wirklich etwas. Das liegt aber jetzt noch nicht einmal am schlechten Script, sondern vielmehr an der blassen Figurenzeichnung. Dabei zieht sich die Charakterisierung vom bekannten Gutmenschen über die Bitch, dem Alkoholiker, dem Quotenschwulen, dem arrogant eitlen Typus bis hin zum Idioten…also alles wie man das so kennt. Das ist im Grunde ja auch nicht das Hauptproblem, jedoch fällt es einem schwer, eine Gewisse Bindung und Empathie für diese Personen aufzubringen, da diese völlig blass daherkommen. Somit berührt es auch kaum, wenn das ein oder andere Schicksal des jeweiligen Protagonisten, sei es noch so dramatisch, zum tragen kommt ... demnach fiebert der Zuschauer auch nicht mit ihm/ihr, da einem das Schicksal des Protagonisten schlichtweg „egal“ ist. Mitunter ist man sogar froh, wenn der ein oder andere ablebt.


Nun gut, dass ist natürlich ein Problem, dass viele Horrorfilme mit sich bringen und lässt sich im Grunde auch gut ausblenden. Das Hauptaugenmerk liegt im Grunde auf dem Spiel selbst. Abgedroschen und leicht inspirationslos muten diese Spiele an …es fehlt der Kick der etwas Spannung oder gar „Neuartiges“ mit sich bringt. Zwar bringt das "Flaschendrehen" wie oben erwähnt, das ein oder andere unangenehme Geheimniss mit sich, das den Protagonisten dazu zwingt, gegen den eigenen Menschenverstand zu handeln. Jedoch nutzt man gerade diese Steilvorlage nicht für die Ausübung der perfidesten Ideen, die sich bei einer solchen Grundidee echt anbieten würden. Das muss jetzt ja nicht so drastisch ausfallen wie in einem der Saw-Filme, aber etwas mehr Mut zu originellerem wäre echt schön gewesen. Somit hat das Ganze einen schon etwas pathetischen Touch.

Fazit


Grundsätzlich lässt sich Wahrheit oder Plicht aber dennoch gut gucken, trotz genannter Aspekte. Er ist, wie man das von "Blumhouse" auch kennt, optisch sehr anständig inszeniert, der Score ist recht stimmig und der ein oder andere Mord ist dann auch überraschend gut und zufällig platziert ... und somit schimmern hier und da auch gute Ansätze durch. Für Fans der Marke Sinister, Insidious, die auf diesen Geisternonsnens stehen und jene Filme aufsaugen wie ein nasser Schwann, werden mit Wahrheit oder Pflicht trotz genannter Schwächen ihren Spaß haben. Man merkt halt nur, dass es eben einer von vielen Filme dieser Art ist, auch wenn er sich optisch ganz gut schlägt. Hätte man die blassen Charaktere etwas facettenreicher gestaltet, wäre auch ein deutlich höherer Spannungsbogen zu verzeichnen gewesen. Somit bleibt am Ende ein optisch guter und solider Grusler, der aber hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt. Aber für einen netten Zeitvertreib am Samstag Abend, ist das immerhin noch eine Alternative….allen voran, wenn man dem Teeniehorror noch nicht überdrüssig ist. Blumhouse präsentiert: Wahheit oder Pflicht erschien am 13. September 2018 als Extended Directors Cut auf DVD und Blu-ray.


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister


 
 
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