Vinyl © HBO/Warner HV
© HBO/Warner HV
Artikel vom 05.09.2016 | Heimkino->Serien

Vinyl



Er sah die Zukunft nicht voraus, er hörte sie.


Vinyl © HBO/Warner HV
© HBO/Warner HV
BD-Cover: Vinyl
Martin Scorsese, Mick Jagger und Terence Winter präsentieren die HBO-TV-Serie Vinyl über die von Drogen und Sex aufgeheizte Musikbranche der 1970er-Jahre. Die schwindelerregende Achterbahnfahrt durch die amerikanische Musikszene der Anfangsjahre von Punk, Disco und HipHop erleben wir mit den Augen von Richie Finestra, einem Plattenmanager aus New York, der sein Label auf Vordermann bringen will, während er sein Privatleben in den Griff zu bekommen versucht.

Serienkurzbeschreibung


Richie Finestra ist der Boss von „American Century Records" und steht kurz vor dem Verkauf an Polygram, bevor er im Drogenwahn eine Eingebung hat und den Monsterdeal cancelt. Doch nicht nur sein Label stand und steht vor riesigen Problemen, auch seine Ehe muss und will er retten.
Die Szene der 1970er ist im Aufbruch, Gegensätze wie Punk aber auch Disco sind auf dem Vormarsch. Hat Richie den richtigen Riecher und kann sein Plattenlabel vor der völligen Pleite retten?

Vinyl © HBO/Warner HV
© HBO/Warner HV
Bobby Cannavale verkörpert Richie Finestra

Das meint Onyourscreen.de zur Serie


Was für eine Achterbahnfahrt durchlebt der Zuseher bereits während des Pilotfilm zur im Musik-Business der 1970er Jahre angelegten Serie Viny. Krass! Musik, Drogen, Sex, Drogen und Musik. Nicht immer ist man sicher ob man sich gerade mitten in chemisch herbeigeführten Halluzinationen des Main characters Richie Finestra - im übrigen grandios dargestellt durch den charismatischen Bobby Cannavale - oder im Main plot der Episode befindet. Die extrem sound-lastigen Folgen prahlen geradezu mit ausgesuchten Musikstücken und deren phantastischer, aussagekräftiger ja teils sogar hypnotischer Visualisierung. Selbst wenn man, so wie der Autor dieser Zeilen, nicht so der musikalisch ewig gestrige ist und "Früher war die Musik aber viel besser" vor sich hin schwadroniert, kommt man nicht umhin Gefallen an den ersten punkigen Versuchen, den tiefschwarzen Blues-, Funk- und Soul-Rhytmen, den ersten Discohits und dem ewig wummernden Rock'n'Roll dieser aussergewöhnlichen Serie Gefallen zu finden. Teils bekannte Songs, teils neu arrangiert, aber auch extra für Vinyl geschaffene Musikstücke und nachgestellte Live-Auftritte bilden den Soundteppich für eine grandiose TV-Staffel. Alleine der zweistündige Pilot hätte problemlos als abendfüllende Kinounterhaltung herhalten dürfen und niemand hätte sich beschwert. Gut, bei einem Screenwriter wie Terence Winter (The Wolf of Wall Street, Sopranos, Boardwalk Empire) und ausführenden Produzenten wie Martin Scorsese und Mick Jagger kann ja fast nichts schief gehen. Wenn dann Großmeister Scorsese beim Pilotfilm auch noch Regie führt, kann da ja nur ein Meisterwerk herauskommen. Hilfreich ist auch ein bis in die kleinste Nebenrolle fantastisch besetzter und hochmotivierter Cast, eine mitreissende Story und das authentisieren der fiktiven Story mit echten Musikgrößen wie Led Zeppelin oder Alice Cooper. So was von cool!

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Vinyl<br>© HBO/Warner HV
  • Vinyl<br>© HBO/Warner HV
  • Vinyl<br>© HBO/Warner HV
  • Vinyl<br>© HBO/Warner HV

Das Onyourscreen.de-Fazit zu Vinyl


Scheinbar ist es ja so, das sich HBO entschieden hat, Vinyl nicht fortzusetzen - warum auch immer. So bleiben uns zehn Episoden in denen wir mit Richie Finestra leben und leiden dürfen. Circa 610 Minuten Serienspaß auf vier Blu-rays plus Making-of, Featurette (Hinter den Episoden) und Audiokommentaren von Bobby Cannavale, Olivia Wilde, Terenece Winter und anderen versüssen uns das HD-Vergnügen. Der von Warner Home Video vertriebenen Blu-ray liegt zudem der Digital Ultraviolett-Code bei.
Solltet ihr nur ansatzweise Musik im Blut haben, dann wird euch Vinyl gefallen - also geht hin ihr Jünger des Funk, Soul, Blues, Rock und Punk und holt euch die siebziger Jahre in all ihren Extremen und Exzessen ins heimische Wohnzimmer. Und stellt das Bier kalt, oder besser härteres.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
© © 2003 Gospel

© Tite Kubo/Shueisha, TV TOKYO, dentsu, Pierrot

© 2008 4 Ventures Limited