Leinwand Giganten
Artikel vom 03.02.2012 | Themen

Unerreichte Hollywood-Legenden



Bogart, Grant und Stewart gegen Clooney, DiCaprio und Cruise


Männliche Schauspielgrößen wie Clooney, Pitt, Damon, DiCaprio oder auch Cruise befinden sich bereits seit vielen Jahren, teils gar Jahrzehnten im Blitzlichtgewitter und zieren Titelseiten von Hochglanzmagazine. Denn Clooney und Co. haben es beispielsweise in den "Ocean's"-Verfilmungen gezeigt, dass sie cool sind. Verdammt cool.



Doch so richtig cool sind sie aber dann doch nicht. Das weiß auch das "American Film Institute", das in schöner Regelmäßigkeit Listen veröffentlicht, in denen uunter anderem die 25 größten männlichen Filmstars aufgelistet werden. Doch siehe da: George Clooney, Tom Cruise oder Brad Pitt finden sich in diesen Listen nämlich vergebens. Und das aus gutem Grund, denn neben Leinwand-Legenden wie Humphrey Bogart, Cary Grant oder James Stewart sähen die aktuellen Hollywood-Größen aus wie kleine Fische.

Und im Gegensatz zu Spencer Tracey, Marlon Brando oder James Cagney sind sie das tatsächlich. Kleine Fische. Und dabei muss man sich noch nicht einmal mit Filmen wie Casablanca oder vergleichbaren Größen der Filmgeschichte befassen, um zu bemerken, dass Bogart und seine Generation etwas hatten, was die Werke ihrer Zeit zu unereichten Klassikern werden ließen. Denn praktisch in jedem Bogart-, Grant- oder Stewart-Film geht von den Schauspielern eine Aura aus, welche die heutigen Stars selbst in ihren besten und bejubeltesten Filmen nicht erreichen. Denn egal ob Gangsterfilm, Noir-Krimi oder Beziehungs-Romanze - Bogart umwehte stets die Atmosphäre kaum erklärlicher Stilsicherheit, die selbst Auftritte als Nebendarsteller zu waren Highlights werden ließen.



Vorbei die gute alten Zeit der klischeebeseelten Machos


Und auch wenn es die Feministen und Feministinnen unter uns nicht gerne hören: Latenter Sexismus spielte dabei eine gewichtige Rolle. Bogart und Co. hatten zwar eine kaum übersehbare Schwäche für das weibliche Geschlecht, überlegen waren sie ihren Gespielinnen aber in jedem Falle. So geizen die Filme der 30er, 40er und 50er Jahre nicht gerade mit oftmals wortwitzigen Anspielungen auf die Hilflosigkeit der Frau, die allein von den starken Händen eines Humphrey Bogart aus ihrem Elend befreit werden kann. Klischeebeseelte Machos waren die Schauspieler (zumindest vor der Kamera) aber dennoch nicht. Gäbe es die Möglichkeit, so würde wohl die Mehrheit aller eingefleischten Cineasten sich die Zeit der stilvollen Frauenhelden zurückwünschen.

Denn anstatt George Clooney beim Casino-Geld-Klau, Brad Pitt beim Rückwärts-Altern oder Tom Cruise beim Hitler-Attentat zuzuschauen, wäre es sehr viel unterhaltsamer, neue Filme im Kino bestaunen zu können, in denen ein Humphrey Bogart in gepflegtem Schwarz-Weiß erst seinen Hut abnimmt, dann eine Zigarette anzündet und schließlich aus gepressten Lippen seiner Geliebten einen urkomischen Spruch vor den Latz knallt. Besser hat es Hollywood nie wieder gemacht. Und besser wird es wohl auch nie wieder werden. Die Schauspieler sind nämlich längst nicht mehr das, was sie noch in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren. Obwohl, The Artist ...?


© Text: onyourscreen.de / TA/AS

 

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