Artikel vom 12.02.2011 | Themen

Überholte Zukunftsvisionen aus Hollywood



Zukunft war gestern


Die Zukunft ist für die meisten Menschen ein Geheimnis. Denn wer weiß schon, wo man sich in 10 Jahren die Haare schneiden lässt, wer in 15 Jahren Präsident von Amerika ist und wann Bayer Leverkusen mal deutscher Meister wird. Manche maßen sich jedoch an, mit Hilfe einer Kugel, einem Stapel Karten oder irgendeiner Hand vorauszusehen, was wann wem geschieht.


Zutreffen muss das dann aber noch lange nicht. Auch nicht im Filmgeschäft. Denn ein Blick auf all die Hollywood-Wahrsager genügt, um zu beweisen, dass die Zukunft ihre ganz eigenen Wege geht. Amüsant sind die Zukunftsvisionen aber dennoch. Vor allem dann, wenn sie längst von der Vergangenheit eingeholt worden sind.

Selbst die NASA hinkt hinterher


James T. Kirk und seine Crew etwa tippen in der 60er-Jahre-Kult-Serie "Raumschiff Enterprise" auf Computern herum, die nicht den Eindruck machen, als könnten sie mit der Rechenleistung eines heutigen Handys konkurrieren. Dumm ist nur, dass die Serie im 23. Jahrhundert spielt und damit beweißt, dass man sich in den 60er Jahren noch keine Vorstellung von iPad, Netbook und Smartphone machen konnte. Aber wer weiß, vielleicht ist das 23. Jahrhundert ja auch vom Retro-Stil geprägt.

Schön ist auch, wenn in Filmen gleich ganze gesellschaftliche Entwicklungen entworfen und der nahen Zukunft angedichtet werden. In der 1981 erschienenen Dystopie Die Klapperschlange sah es das Drehbuch vor, dass die Kriminalitätsrate der USA sich Ende der 80er um 400% erhöhte und New York in der Folge zu einem Knast-ähnlichem Moloch verkam. Zyniker könnten einwenden, dass es doch genauso gekommen sei, allerdings sagte der Film für 1997 kriegsähnliche Zustände voraus, die in dieser Form nicht eingetroffen sind. Unterhaltsam bleibt Die Klapperschlange aber dennoch. Insbesondere, wenn man weiß, dass Ende der 90er die Boybands regierten und nicht Chaos und Verwüstung.


Cover: Terminator
Ganz ähnlich sieht es in Peter Hyams' 1994 gedrehten Timecop aus, in dem Jean-Claude van Damme mehrfach in die "Zukunft" reist. "Zukunft" heißt in diesem Falle das Jahr 2004, und ist damit längst Vergangenheit. Ebenso irrte sich Stanley Kubrick, der die Menschen in seinem Kult-Film 2001: Odyssee im Weltraum vor gut einem Jahrzehnt freimütig auf dem Mond und in durchaus geräumigen Raumstationen herumspazieren ließ. Davon ist die NASA allerdings auch heute noch mehr als weit entfernt.

Wenn Zukunft Gegenwart wird


Doch nicht nur die Vergangenheit hat so manchem Film eine skurrile Note verpasst. Denn auch die nahe Zukunft wird die Visionen berühmter Filme in Kürze eingeholt haben. Für 2019 sagt uns Ridley Scott in seinem 80er-Klassiker Blade Runner nämlich eine rasche Entwicklung voraus. Denn bereits in acht Jahren werden wir in unseren Privat-Raumschiffen durch die Städte schippern und über die Verkehrsprobleme der Jetztzeit lachen. Dass der nette Mann von nebenan zudem ein sog. Replikant sein könnte, spielt dabei wohl nur eine untergeordnete Rolle.

Bald dauert es auch nicht mehr lange, bis John Connor Arnold Schwarzenegger zurück ins Jahr 1984 schickt. Laut Terminator passiert das nämlich in 18 Jahren. Die Welt ist bis dahin dank eines Atomkrieges übrigens ein einziger Schutthaufen. Liegt zumindest das noch im Bereich des Möglichen, ist der vorausgesagte Krieg zwischen Maschinen und Menschen wohl eher unwahrscheinlich. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.


© Text: onyourscreen.de / TA


 
 
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