Twixt
Artikel vom 21.11.2012 | Heimkino->Blu-Ray

Twixt



Virginias Geheimnis


Wenn man einen neuen Film in die Hände bekommt dessen Regisseur wohl zu den bedeutendsten des Kinos gehört, dann erwartet man möglicherweise viel. Man wundert sich dann allerdings vielleicht, sollte es sich dabei um eine Direct-to-video-Produktion handeln. Wenn man aber den Werdegang von Francis Ford Coppola - und von genau dem und seiner neuesten Schöpfung Twixt ist hier die Rede - ein wenig kennt, dann weiß man, das er viele Filme nur gemacht hat um das Geld für andere Filme zu haben, Filmprojekte die er tatsächlich machen "wollte". Das Genie das uns beispielsweise die Der Pate-Trilogie sowie Apocalypse Now beschert hat und das heutzutage sein Geld vorwiegend mit dem eigenen Weingut verdient, arbeitet im neuen Millennium mit seiner Produktionsfirma "American Zoetrope" ganz selten und ausschließlich an ihm wichtigen, ausgewählten Werken. Die letzte Produktion aus seinen Händen ist dabei der uns als Blu-ray vorliegende Twixt - Virginias Geheimnis.

Mediafacts
Twixt
Cover: Twixt
Titel: Twixt - Virginias Geheimnis
Originaltitel: Twixt
getestete Version: Blu-ray
Cast: Val Kilmer, Bruce Dern, Elle Fanning, Ben Chaplin Regie: Francis Ford Coppola Produktionsland: USA Studio/Verleih: Studiocanal Blu-ray-Release: 2012 Produktionsjahr: 2011 Spieldauer: 90 Minuten Sprache: deutsch (DTS HD MA 5.1, englisch (DTS HD MA 6.1) FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Filmkurzbeschreibung


Hall Baltimore (Val Kilmer) ist Hexenroman-Autor, und mittlerweile nicht mehr sonderlich erfolgreich. Eine Werbetour für sein neues Buch verschlägt ihn für eine Autogrammstunde - die im übrigen kaum jemand zu interessieren scheint - in eine abgelegene Kleinstadt. Dort trifft er auf Sheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern), der so einiges von Hal gelesen hat und ihm von einer mysteriösen Mordserie erzählt. In der gleichen Nacht erscheint Baltimore das geheimnisvolle Geistermädchen V (Elle Fanning) in einem Traum. Hat sie etwas mit den Morden zu tun? Hall beschließt zu recherchieren und daraus ein Buch mit dem Titel „The Vampire Executions“ zu machen. Auf der Suche nach der Wahrheit muss er erkennen, dass nichts so ist wie es scheint und sich das Buch immer mehr mit seinem eigenen Leben verbindet …

Das meint onyourscreen.de zum Film


Francis Ford Coppola - was für ein Name im Kinouniversum. Wieviel Freude, wieviel zeitloses und episches Kino hat er Generationen von Cineasten beschert. Laut eigenen Aussagen soll das 2011 entstandene Werk Twixt sein wohl persönlichster Film sein, eine Hommage an die Horrorfilme der 60er Jahre. Doch der mit sieben Millionen Dollar recht schmal budgetierte Streifen besteht nur zu Bruchteilen aus Horror, denn es mischen sich noch Thriller-Elemente, selten komische Komik sowie prosaisches Narrator-Kino mit hinein. Und wenn das vorliegende Werk etwas sehr persönliches ist, möchten wir nicht wissen, was man genommen haben muss um so einen unausgegorenen Kram zusammenzuschreiben. Merkt man das wir enttäuscht waren? Ja? Gut so! Aber bleiben wir ruhig und detailliert. Es gibt während der fürchterlichen 90 Minuten Twixt zwei herausstechende Stilelemente. Das eine ist die Anwendung des geteilten Bildschirms wenn Hal telefoniert oder per Webcam kommuniziert, die andere sind fürchterlich ge-after-effectete Traumsequenzen, die wohl besonders künstlerisch-wertvoll rüberkommmen sollten. Beide Stilmittel unterstützen leider nur den billigen Gesamteindruck. Ein weiteres Negativum ist die Besetzung des Hauptcharakter mit Val "Ich lass mich immer mehr gehen" Kilmer. Das der ehemalige Hollywood-Schönling heutzutage aussieht wie ein aufgeplatztes Sofakissen, ist bei der vorliegenden Rolle des schreibenden Alkoholikers eigentlich passend, wenn Pinnocchio allerdings so hölzern wie Val Kilmer im aktuellen Film geschauspielert hätte, wäre aus ihm nie ein echter Junge geworden. Das Film-Personen wie der Gothic-Herzensbrecher "Flamingo" in der kruden und völlig sinnfreien Story zwar da sind, aber auch nach dem Filmgenuß niemand weiß warum, zieht den Streifen völlig in die Bedeutungslosigkeit. Besonders schlimm ist das Ganze für Liebhaber von Edgar A. Poe, denn auch dessen Person und vor allem sein Gedicht "The Raven" wurden hier förmlich missbraucht.


Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Mann, mann, mann - es fällt wirklich schwer bei einem solchen Film noch auf die Extras zu schauen. Und siehe da, wir müssen auch garnicht. Es gibt keine, es sei denn man nennt den "Kinotrailer" Extra. Das Bild und der Ton machen einen satten und ordentlichen Eindruck. Das Artwork des Wendecovers in der üblich-blauen Blu-ray-Hülle ist ganz schick und prahlt obendrein "nicht" damit, das es auch (zwei) 3D-Sequenzen in dem Streifen gibt, die wir uns allerdings erspart haben. Ob wir da was verpasst haben?

Onyourscreen.de-Fazit zu TWIXT - VIRGINIAS GEHEIMNIS


Man kan nur hoffen, das die aktuellen Weine des Gutbesitzers Coppola besser, viel besser sind als sein neuestes Werk. So selten wir einen Film verreissen, aber dieser abstruse, unispirierte und langweilige Mix aus "Lass uns ein wenig auf Gothic machen", ein Häppchen Vampire (die sind ja in), ein bisschen KIndermörderstory (kommt immer gut an) und tollen Ideen aus dem Standard-Film-Effekte-Baukasten macht einfach keinen Spaß. Wir lassen Edgar Allan Poes Raben für uns sprechen: Nimmermehr!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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