Trautmann © capelight
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Artikel vom 17.09.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Trautmann



Tiefen, große Momente und starke Gefühle


Die wahre Geschichte des Torhüters Bernhard Carl Trautmann - genannt Bert - gehört selbst bei Fussball-Fans nicht unbedingt zum Grundwissen. Der Weg des deutschen Soldaten vom Kriegsgefangenen, über 43 Einsätze für den britischen Club "St Helens Town AFC" hin zu "Manchester City", für das er 508 mal im Tor stand, ist eine, die es sich lohnt zu erzählen. Dieser Aufgabe stellte sich 2019 Regisseur Marcus H. Rosenmüller - das Ergebnis veröffentlicht capelight ab dem 20. September 2019 als DVD, Blu-ray sowie als 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook (Blu-ray DVD).

Trautmann © capelight
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Mediabook-Cover: Trautmann

Filmkurzbeschreibung


Der deutsche Soldat Bernd Trautmann (David Kross) gerät zum Ende des Zweiten Weltkrieges in britische Kriegsgefangenschaft. Während eines Fußballspiels unter den Insassen, wird der Coach des Provinzclubs St. Helens (John Henshaw) auf Bernds Talent im Tor aufmerksam und engagiert ihn für seinen Verein. Bernd verliert schließlich sein Herz an Margaret (Freya Mavor), die Tochter des Trainers. Als er schließlich nach Kriegsende bei dem Erfolgsverein Manchester City unter Vertrag genommen wird, löst die Verpflichtung des deutschen „Nazi-Torwarts“ eine große Welle des Protestes aus. Während des Cup-Finals 1956 sichert Trautmann vor 100.000 Besuchern im Wembley-Stadion seiner Mannschaft den Sieg und gewinnt zugleich die Herzen aller Fußballfans. Was während des Spiels niemand ahnt: Trautmann spielt die letzten 20 Minuten mit einem gebrochenen Halswirbel. Als die Öffentlichkeit davon erfährt, wird der deutsche Torwart in ganz England als Held gefeiert und seine Geschichte geht um die Welt.


Eigentlich seltsam, dass im Fussball-Land Deutschland (wenn überhaupt) ausschließlich Spielfilme um das runde Ding das ins eckige Ding muss, gedreht werden, die sich auf historische Grundlagen stützen oder gar dokumentarisch sind. Warum ehren wir eigentlich Deutschlands Sport Nummer 1 nicht so, wie es die Amerikaner mit Baseball (z.B. Die Indianer von Cleveland, Back in the Game), Basketball (z.B. Space Jam, Weiße Jungs bringens nicht), Eishockey (z.B. Schlappschuss, Goon) oder American Football (z.B. An jedem verdammten Sonntag, Friday Night Lights) machen? Da gibts Komödien, Dramen und Heldenstories, wie sie das Leben kaum schreiben kann. Vielleicht sind wir da einfach biederer und verlassen uns mehr auf reale als fiktive Helden?!
Auch der vorliegende Streifen bildet da keine Ausnahme. Trautmann beruht eng auf dem Leben des zu Lebzeiten wohl besten Torhüters Englands, ist aber weit weg davon eine reine Dokumentation zu sein. Das waschechte Biopic begleitet einen großen Lebenszeitraum des Bert Trautmann. Genaugenommen ab seiner Gefangenschaft bis hin zum gefeierten Helden im FA-Cup-Finale. Dabei ruht sich Regisseur Marcus H. Rosenmüller nicht alleine auf den spielerischen Fähigkeiten des Protagonisten aus. Der hatte nämlich das Glück den 2013 verstorbenen Torhüter noch zu Lebzeiten zu treffen und sich mit ihm zu unterhalten. Sicherlich auch deshalb vermag Trautmann mit gelungen Untertönen und vielen kleinen, ruhigen, melancholischen aber auch bestürzenden Sequenzen zwischen den Tiefpunkten und Glanzmomenten im Leben des deutschen Stars in Manchester zu überzeugen. So gelingt die Aussöhnung der zuerst wutentbrannten Engländer mit dem Nazi "Traut the Kraut" auf beeindruckend glaubwürdige Art und Weise.

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  • Trautmann<br>© capelight
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Es mag einiges typisch deutsch an diesem Film sein. Es mag die eine oder andere darstellerische Leistung nicht ganz zu überzeuen wissen. Es mag sein, dass auch damals schon Fussball dynamischer war, als er hier in den kurzen sportiven Momenten dargestellt wird. Es mag überzeugendere Möglichkeiten geben, den Austragungsort des entscheidenden FA-Cup-Finale 1958 (Londoner Wembley-Stadion) auf digitales Celluloid zu bannen. Aber schlussendlich ist das völlig egal, denn wenn eine solch fesselnde und dazu noch auf realen Personen und Ereignissen basierende Geschichte läuft, fallen diese Kleinigkeiten nahezu null ins Gewicht.


Das meint Onyourscreen.de zum Mediabook


Neben der Veröffentlichung als DVD und als Blu-ray, kommt Trautmann auch als 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook - und da liefert capelight erneut ab! Hochwertig verarbeitet, ordentlich ausgestattet, liebevoll gestaltet und zu einem prima Preis direkt zum Start. Was will das Sammlerherz denn mehr? Natürlich liegt der Film auf DVD und Blu-ray bei, der Ton in deutsch und englisch (Co-Produktion, viele englische Darsteller) vor. Als Bonus dürfen wir uns ein sehenswertes Making of anschauen, ein VFX Showreel nutzen oder den Kinotrailer anwerfen. Das beiligende Booklet schneidet viele Themen an: Wie alles begann, mehr zu den Darstellern, ein Interview mit dem Regisseur, Bert Trautmann im Spiegel der Zeit und abschließend erfährt man noch etwas über deutsche Fussballlegionäre in England. Top!

Trautmann © capelight
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Trautmann kommt als DVD, Blu-ray und Mediabook

Fazit


Trautmann darf man sich auch als Nicht-Fussball-Fan sehr gerne ansehen. Man wird trotzdem mitleiden, mitfiebern, mithadern, mitlächeln und mitfühlen. Als Fussball-Fan hat man dann nochmal einen Grund mehr, sich diese gelungene Biopic anzuschauen. Wir empfehlen dem Griff zum günstigen und gelungenen Mediabook. Es lohnt sich.


© Text: onyourscreen.de / AS
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