Transcendence © Tobis
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Artikel vom 22.04.2014 | Echtes Kino

Transcendence



Wissen ist Macht


Das gesamte Wissen der Welt vereint in einer künstlichen Intelligenz. Vom Menschen erschaffen um die Welt zu verändern - Eine wünschenswerte Zukunft oder eine Bedrohung für die Menschheit?

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Kinoplakat: Transcendence

Kurzbeschreibung


Dr. Will Caster (Johnny Depp), führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, steht kurz vor einem Durchbruch: Die Erschaffung eines intelligenten Systems, das fühlt wie ein Mensch und das Wissen der gesamten Menschheit vereint. Diese Transzendenz, soll die Welt grundlegend verändern.
Eine radikale Untergrundorganisation jedoch, sieht die menschliche Rasse bedroht und versucht Caster auszuschalten. Schwer verletzt überlebt dieser den Anschlag. Um ihn und sein einzigartiges Wissen zu retten, bleibt seiner Frau Evelyn (Rebecca Hall) nur eine Möglichkeit: Sein Bewusstsein zu digitalisieren. Caster stirbt, doch das riskante Experiment glückt. Mit Hilfe seiner Frau verschafft sich der digitale Caster schnell mehr Rechenleistung - und damit auch mehr Macht. Der sich ständig selbst weiterentwickelnde Code droht letztlich die gesamte vernetzte Welt zu kontrollieren. Evelyn sieht ihren Mann verloren und das geschaffene System außer Kontrolle. Ist die herannahende Katastrophe noch zu stoppen?

Das meint onyourscreen zum Film


Mit einem geschätzten Budget von 100 Mil. USD macht Wally Pfister bei seinem mit Spannung erwarteten Regiedebüt keine halben Sachen. Das spiegelt sich nicht zuletzt im durchweg hochkarätigen Cast wider. Neben Johnny Depp und Rebecca Hall geben sich unter anderen Morgan Freeman (Die Verurteilten, Sieben, Million Dollar Baby), Paul Bettany (A Beautiful Mind, The Tourist, Legion) und eine (blonde!) Kate Mara (127 Hours, Transsiberian) die Ehre. Zuvor machte sich Pfister vor allem hinter der Kamera bei den Werken von Christopher Nolan, der übrigens auch an der Arbeit von Transcendence beteiligt war, einen Namen. Es steht außer Frage, dass er in der Lage war den großartigen Look, den ihm die Filme der Batman-Trilogie und auch Inception verdanken, in sein erstes eigenes Werk zu übertragen, denn: in puncto Kamera ist Transcendence beinahe durchweg herausragend. Treffende Kamerafahrten, und -einstellungen sowie Beleuchtung gehen Hand in Hand und erzeugen ein sehr harmonisches, äußerst hochwertiges Gesamtbild. Doch was steckt hinter diesen schönen Bildern?

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Teaserplakat: Transcendence
Auf den ersten Blick eine ansprechende und in hohem Maße aktuelle Science-Fiction Vision einer möglichen Zukunft - mit großem Potential. Gerne würde sich der geneigte Zuschauer angesichts dieses Gedankenexperiments zum Nachdenken anregen lassen. Doch leider lässt Pfister dies, nach einem soliden wenn gleich auch sehr detailliertem Anfang, nicht in wünschenswertem Maße zu. Unnötig aufwendig inszenierte und unpassend eingestreute Actionszenen legen nahe, dass Pfister mit allen Mitteln einen Fuß in die Tür der Topregisseure zu setzen sucht. Leider ist diese Anstrengung nicht von übermäßigem Erfolg gekrönt. Denn bei dem Versuch auf diese Weise Spannung zu erzeugen, rückt die eigentliche Spannung, nämlich die Entwicklung der Geschichte, in den Hintergrund. Hinzu gesellen sich dann auch noch einige logische Ungereimtheiten, die anscheinend selbst in den zwei Stunden Spiellänge nicht zu erklären waren. Unter diesen Aspekten leidet letztlich - neben dem Zuschauer - vor allem der Spannungsbogen. Dieser reißt schlicht zu oft ein. Hätte man die Idee in einer kürzeren, knackigeren Fassung präsentiert, wäre jede zusätzliche Bemühung um Dramatik, unnötig gewesen. Denn feststeht, dass sowohl Story als auch Cast genug Potential gehabt hätten, einen unterhaltsamen und zugleich interessanten Film abzuliefern. Schade, dass auch die schauspielerischen Leistungen zu Gunsten rein optischer Eindrücke geradezu untergehen.

onyourscreenSHOTs

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  • Transcendence<br>© Tobis
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Das onyourscreen.de-Fazit zu TRANSCENDENCE


Es hätte so schön sein können: Eine interessante Geschichte, eine gute Besetzung und eine gelungene optische Umsetzung. Leider setzt Wally Pfister seine Prioritäten falsch und vergibt so die Chance auf einen Debüterfolg. Pfister tut sich mit dem Umfang der Produktion keinen Gefallen und demonstriert auf unglückliche Weise, dass weniger manchmal eben doch mehr ist. In der Vergangenheit hat er bewiesen, dass er das Potential besitzt, zu ansprechenden Filmen beizutragen. Gerade deswegen bleibt abzuwarten, wie er an sein Erstlingswerk anknüpfen wird und ob sich der Wechsel von der Kamera in den Regiestuhl letzten Endes doch als richtig erweist.



© Text: onyourscreen.de / AK


 
 
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