Tokyo Ghoul © ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee
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Artikel vom 05.05.2015 | Heimkino->Serien

Tokyo Ghoul



Bücherwurm mit besonderen Fähigkeiten


Ein Ghul (oder Ghoul) ist ein der arabisch-mythologischen Literatur entsprungenes Wesen, das sich blutgierig und leichenfressend durch die Weltgeschichte mordet - grundlegend ist der Ghul dem Menschen feindlich gegenüber. Übrigens im Gegensatz zum Dschinn, der kann dem einen oder anderen Menschen auch lebendig etwas abgewinnen. Was sich an (von den Menschen kaum zu unterscheidenden) Fabelwesen in der Anime-Serie Tokyo Ghoul so rumtreibt, durften wir dem Auftakt der Blu-ray-Reihe von Kazé entnehmen.

Tokyo Ghoul © ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee
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Halb-Ghoul Ken in Nöten

Serienkurzbeschreibung


Bücherwurm Ken und sein flippiger Kumpel Hide sind auf unterschiedliche Art auf das scharf, was alle Jungs in dem Alter wollen: Mädchen. Dummerweise ist Kens Liebelei ein garnicht so süßer Fratz, wie es ihm ihr hübsches Äußeres vorgaukeln will. Sie ist eine Ghoula - eine menschenähnliche Kreatur, die Menschen jagt und deren Fleisch verzehrt - und versucht Ken dessen köstliche Innereien aus dem Leib zu reißen ... was glücklicherweise misslingt.
Der schwerverletzte Ken erwacht im Krankenhaus, zusammengeflickt und mit den lebensspendenen Organen seiner toten Angreiferin ins Leben zurückgeholt. Scheinbar ist alles ok, nur sein Appetit ist merkwürdig: alles Normale - ausser Kaffee - schmeckt und riecht für ihn verdorben, dafür entwickelt er eine Gier nach Menschenfleisch ... was allerdings für einen Ghoul ganz normal ist. Paaaaanik!
Das der gelehrige Oberschüler und frisch gebackene Halbghoul damit ein moralisches Problem hat, ist klar - vor allem da es ihn selbst nach den Eingeweiden seines besten Freundes gelüstet. Zum Glück findet er heraus, das es eine im Verborgenen lebende Gesellschaft der Ghoule in Tokyo gibt und das nicht alle Ghoule grundweg schlecht sind.

Tokyo Ghoul © ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee
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Ein Einblick in den Manga-Band 1 von Tokyo Ghoul - Vorbild für die TV-Serie

Das meint Onyourscreen.de zum Anime


Das die höchst erfolgreiche Manga-Serie Tokyo Ghoul von Sui Ishida (2014 mit fast 7 Millionen verkauften Exemplaren auf Platz 4 in Japan) eine TV-Serien-Adaption finden musste, war relativ früh klar. So durfte das "Studio Pierrot" (u.a. verantwortlich für die bei uns bekannten Saber Rider und die Starsheriffs, Naruto, Bleach) unter der Regie von Sh?hei Morita ans Werk gehen und 12 Folgen à 24 Minuten produzieren, die nun in Deutschland durch den ambitionierten Publisher KAZÉ veröffentlicht werden. Das Label, das sich vor allem durch die Anime-Klassiker-Publikationen von One Piece und Dragon Ball Z einen Namen gemacht hat, vertreibt seit 2012 neben DVDs und Blu-rays auch reichlich Mangas. So darf man dort (www.kaze-online.de) auch die der TV-Serie zugrunde liegenden Mangas (bisher erschienen: Tokyo Ghoul, Band 1 - 7) als "Tank?bons" käuflich erwerben. Den ersten Band haben wir zum Vergleich Manga vs. Anime hinzugezogen und durften feststellen, das sich die Verfilmung glücklicherweise ziemlich eng ans Original lehnt.

In den ersten drei Episoden lernen wir Ken kennen, erfahren wie er zum Halb-Ghoul wird, wie er fast verhungert, wie die Full-Ghouls aus dem Café Antik im helfen und wie er entdeckt, das seine ghoulische Seite ihm ungeahnte Fähigkeiten gibt. Doch auch erstes Unheil droht durch eine Vereinigung, die die Ghouls in Tokyo komplett ausrotten will.

"Man sagt, das Tiere fressen bis sie gestört werden ..."
"Dann sind Ghoule also Tiere?"
"Schlimmer, denn sie haben keinen Nutzen ..."


Tokyo Ghoul © ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee
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Ken verbirgt sein Ghoul-Auge hinter einer Augenklappe

In den ansprechend animierten Folgen lernen wir natürlich auch alte und neue Freunde des Oberschülers kennen, allerdings auch viel fieses Volk - sowohl auf menschlicher als auch ghoulischer Seite. Die Geschichte kommt dabei flott in Gang, die Charaktere werden einem schnell lieb und teuer. Vor allem Hauptfigur Ken wächst einem schnell ans Herz. Seine leicht verträumte Art, seine Vorliebe für Bücher, seine charakterstarke Weigerung Menschen zu fressen ... apropos: auf den ersten Blick wirkt die Geschichte des 18-jährigen Halb-Ghouls recht seicht, doch die FSK 16 Einstufung prangt nicht umsonst auf dem Blu-ray-Cover. Zwischendrin doch recht expliziete Szenen und ein ordentlicher Blutgehalt stellen klar, das diese Serie trotz der sympathischen Hauptcharaktere dem Horror-Genre zuzurechnen ist.
Der Mix aus klassischen Zeichnungen und Computer-Grafiken, vor allem dann wenn durch das Weichzeichnen des Backgrounds eine ausdrucksstarke Tiefe im Bild entsteht, weiß zu gefallen. Das, aber auch die gesamte Aufmachung und Ideologie machen Tokyo Ghoul nicht nur für japanophile Teenies, sondern auch für aufgeschlossene Erwachsene interessant - ob sich die Qualität der der Serie über die folgenden drei Veröffentlichungen und damit weitere neun Folgen hält, bleibt abzuwarten.

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Tokyo Ghoul kommt in vier Veröffentlichungen mit je drei Folgen auf den deutschen Markt. Vol. 2 soll am 29. Mai 2015, Vol. 3 am 26. Juni 2015 und die abschließende Vol. 4 am 31. Juli 2015 erscheinen - genauso wie die bereits erschienene Volume 1 entweder als DVD oder Blu-ray. Diesen Serienauftakt gibt es allerdings auch als "Tokyo Ghoul DVD Vol. 1 – Limited Edition mit Sammelbox" oder aber "Tokyo Ghoul Blu-ray Vol. 1 – Limited Edition mit Sammelbox" - wobei beide erstens schick und wertig ausehen, und zweitens den gleichen Zusatznutzen haben: Die auf 6.000 Exemplare limitierten und nummerierten Sammelboxen bieten nämlich Platz für die folgenden drei DVDs oder eben Blu-rays. Gute Idee, so kann man sich quasi auf Raten eine wirklich ansprechende Box zusammenkaufen.

Tokyo Ghoul © ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee
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Unboxing der Limited Edition mit Sammelbox: in der Vergrößerung ist die Limitierung schön zu sehen

Die uns vorliegende Blu-ray bietet ein Top-Bild und großartigen Sound - so kommt vor allem der ohrwurmverdächtige Opening track "Unravel" besonders prall in die Gehörgänge. Sehr stylish ist simple aber gekonnte Menuführung gestaltet. Sieht schick aus und funktioniert hakenfrei - das schaffen ja bei weitem nicht alle Labels. Der Style der Sammelbox-Box ist cool reduziert, das Datenblatt auf der Rückseite lässt sich rückstandslos entfernen um die Optik noch weiter zu cleanen. Die Blu-ray selber kommt in der üblichen blauen Amaray (wäre schwarz nicht schicker gewesen?) mit Wendecover ohne FSK-Flatschen. Ein kleines Booklet (natürlich like Manga von rechts nach links zu lesen) bringt uns die Episoden und die wichtigsten Figuren näher. Nicht vergessen darf man den "disc Code" - damit erhält man die drei Episoden als Online-Version auf den PC - nett! Alles in allem also ein rundes Produkt, ein paar wenige Extras hätten es aber sein dürfen.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Tokyo Ghoul<br>© ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee
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  • Tokyo Ghoul<br>© ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee
  • Tokyo Ghoul<br>© ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee
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Das Onyourscreen.de-Fazit zu TOKYO GHOUL


"Special Interest"-DVD-Sammler jeder Couleur können ein Lied über die Preise ihres Genre singen, aber auch als Anime-Fan ist man die happigen VKs bereits gewohnt. Rund 23 Euro kostet die DVD, die normale Blu-ray 25 Euro und für die (empfehlenswerte) Limited Edition gehts dann knapp an die 30 Euro heran. Will heißen das die gefüllte Box den Fan am Ende rund 100 Euro berappen lässt. Schon eine hohe Hausnummer! Doch sollte die düstere Serie um Mensch Hide, Halb-Ghoul Ken und Voll-Ghoula T?ka ihr unterhaltsames Niveau halten oder gar steigern können, hat man ein kleines Serien-Schätzchen im Regal stehen. Für Anime-Fans darf man sicherlich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, interessierte DVD- oder Blu-ray-Sammler die auch mal über den Blockbuster-Tellerrand schauen wollen, dürfen hier auf jeden Fall mal reinschauen. Tokyo Ghoul - gut gemacht, Kazé.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
©  Oh! great・SHUEISHA / avex

© © 2003 Gospel

© Tite Kubo/Shueisha, TV TOKYO, dentsu, Pierrot