© Anolis / Sony Pictures
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Artikel vom 07.11.2013 | Heimkino->Blu-Ray

Timer



Das "Finde die wahre Liebe"-Gadget


Romantic Comedy ist ja so eine Sache - in der Regel laufen Filme aus diesem Genre nach Schema F ab und wirken meist wie aus der Retorte - vorhersehbar und einfallslos. Das ein Independet-Film hier frischen Wind reinbringen kann, hätte vor dem interessanten Projekt Timer so wohl keiner vermutet. "Anolis" bringt den interessanten Gewinner einiger Filmfestival-Preise am 21.November 2013 in den deutschen Verleih und Handel. Und darauf darf neben ihr auch er sich duchaus freuen.

Mediafacts
 © Anolis Entertainment / Sony Pictures
© Anolis Entertainment / Sony Pictures
BR-Cover: Timer
Titel: Timer
Originaltitel: Timer
getestete Version: Blu-ray
Cast: Emma Caulfield, Michelle Borth, John Patrick Amedori, Desmond Harrington, JoBeth Williams
Regie: Jac Schaeffer
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Universal
Erscheinungstermin: 2013
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 100 Minuten
Sprache: Deutsch (DTS-HD MA), Englisch (DTS-HD MA)
Regioncode: 2
FSK: ab 6 J.

Filmkurzbeschreibung


Mit dem ins Handgelenk implantierten "Timer" kann Mann und Frau auf die Sekunde genau voraussehen, wann Er oder Sie der einzig wahren Liebe begegnet - sofern der Konterpart auch einen trägt. Ansonsten blinkt das teuflische Ding stoisch vor sich hin, ohne sich zu rühren. Oona's (Emma Caulfield) "Timer" macht genau das, nämlich nichts. Doch getrieben von ihrer Mutter, einer fanatischen Liebesuhr-Verfechterin, geht sie mit "Timer"-losen Männer aus, die sich, nach der Anschaffung eines solchen aber immer wieder als inkompatibel herausstellen. Frustriert und entmutigt lässt sie sich, auch auf Anraten ihrer Schwester Steph (Michelle Borth) irgendwann doch auf den um sie buhlenden, viel zu jungen Mikey (John Patrick Amedori) ein. Dessen Liebeswecker zeigt allerdings "noch 4 Monate bis zum perfekten Partner" an - was die Sache nicht einfacher macht.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Die ewige Suche nach Mr. oder auch Mrs. Right ist ja auch heute schon multimedial. Ob auf diversen Partnerwebseiten, Social Media-Plattformen aber auch diversen Apps und mobilen Gadgets treibt der Virus "Such die wahre Liebe" sein Unwesen. Eigentlich ein Wunder, das erst mit Timer dieses Phänomen filmisch in eine alternative Gegenwart verlegt und konsequent weitergesponnen wird.

Regisseur Jac Schaeffer, der nebenbei auch noch als Autor aufgeführt wird, erschuf originelle Filmfiguren, deren differenzierter, persönlicher Umgang mit dem technischen Liebesgadget zu allerlei komischen Situationen führt. Da haben wir zuerst die "Timer"-frustierte, eher biedere Oona (wer hat sich denn diesen Namen ausgedacht?!), die gnadenlos nur dem Liebesalarm vertraut und per Ausschlussverfahren ihren "Richtigen" zu finden versucht, irgendwann doch davon ablässt um ihren Gefühlen nachzugeben - natürlich im falschen Moment. Der Grund des Nachgebens ist Mickey, der mit einem Fake-"Timer" das ihn nervende Techno-Gekuppel zu umgehen versucht. Oona's Schwester Steph hingegen, deren "Timer" ebenfalls noch keinen nahenden Liebhaber annonciert, schläft sich durch die Weltgeschichte und entdeckt erst spät, das auch sie lieber den einen Wahren finden würde. Über all dem wacht die Mutter der ungleichen (Stief-) Schwestern, die den "Timer"-Glauben wie eine Religion zelebriert und ihre Umwelt damit das eine oder andere Mal peinlich berührt.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Wer sich Timer in die eigene Home Entertainment-Sammlung einverleiben wid, wird ihn immer, auch in einer wirklich großen Filmsammlung, wiederfinden. Sowohl die DVD- als auch die Blu-ray-Hüllen kommen in ungewöhnlichem, strahlendem Pink daher - witzig. Nicht so sehr witzig ist die eher bescheidene Ausstattung: Trailer und Bildergalerie sind gerade für Anolis doch eher schwach. Dafür gibts dann aber am Visuellen und Audiovisuellen nichts zu mäkeln.


Onyourscreen-Faizit zu TIMER


Im durchgehend unterhaltsamen Timer ergibt sich eine Menge Situationskomik - von leichtem Fremdschämen, über viel hintergründige Wortwitzeleien bis zur richtig guten Pointe hält die trotzdem gefühlvolle Romanze alles bereit. Das Timer dann zum Schluss doch eher generisch wird und auf ein massentaugliches Happy End hinsteuert, darf man den Machern nicht übel nehmen. Denn auch wenn der Film einem am Ende alle Fragen abnimmt und er überraschenderweise konstant noch High Budget-Produktion aussieht, muss man diese Indie-Romanze auch aufgrund der orginellen Grundidee, den geschliffenen Dialogen, der leichten Gesellschaftskritik und der konsequenten Umsetzung einfach mögen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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