The World's End © Universal
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Artikel vom 22.08.2013 | Echtes Kino

The World's End



Ein letztes Cornetto bitte!


Lange, sehr lange haben sich die Helden aus Shaun of the Dead sowie Hot Fuzz Zeit gelassen, um nun endlich mit The World's End ihre um Banalitäten herumkonstruierte, inhaltlich nicht zusammenhängende "Cornetto-Triologie" zum Abschluss zu bringen. Auch im letzten Teil der Kinoreihe kommt ein Eis der besagten Marke vor, es wird sich richtig kräftig gekloppt, ein Filmgenre wird sowohl verehrt als auch duch den Kakao gezogen aber vor allem werden typisch britische Klischees liebevoll aufs Korn genommen.

The World's End © Universal
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Filmposter: The World's End

Filmkurzbeschreibung


Gary King (Simon Pegg) war der King. Mit 20. Mit seinem besten Kumpel Andy (Nick Frost), Steven (Paddy Considine), Oliver (Martn Freeman) und Peter (Eddie Marsan) startet er den Angriff auf die berüchtigte Goldene Meile des britischen Vorortes Newton Haven: Zwölf Pubs in einer festgelegten Reihenfolge, in jeder Kneipe ein Pine edles Gebräu von unverwechselbarem Geschmack! Und die letzte Sauftour-Station ist das "The World's End". Diese Mission der jungen Wilden geht allerdings völlig in die Hose - sie erreichen nicht mal ansatzweise den letzten Part ihrer Mission
Über 20 Jahre später haben "die fünf Musketiere" längst ihre Heimatstadt verlassen, tragen Verantwortung, sind verheiratet ... bis auf einen: Gary. Der ist immer noch ein großes Kind, färbt sich die Haare, schlüpft weiterhin in sein Sisters of Mercy-Shirt, sehnt sich seine Jugend zurück und glaubt, das eine erfolgreiche Wiederholung des Kneipenmarathons seine wahre Bestimmung ist. Mit seinem spätpubertären Enthusiasmus und diversen Überredungsarten bringt er die Jungs zusammen, packt sie in "das Biest" (einen alterschwachen Ford) und führt sie vermeintlich in den epischen Zwölfkampf bis hin zum "The World's End". Schnell entwickeln sich hier aber härtere Gegner als der nächste halbe Liter Gerstensaft. Das "The World's End" stellt sich alsbald nicht nur für die Fünf sondern gleich für die gesamte Menschheit als finaler Schauplatz heraus.

Das meint onyourscreen.de zum Film


"Als Teenager habe ich in meiner Heimatsstadt eine Sauftour durch 15 Kneipen angefangen, aber nur 6 oder 7 geschafft. Ein paar Jahre später schrieb ich ein Script über Teenager auf einer Sauftour (Crawl). Geblieben ist die Idee, das es dabei um eine Mission, ein Abenteuer geht." So beschreibt Autor Edgar Wright die Grundlage zu dem Abenteuer The World's End, das er - wie auch die Vorgänger zusammen mit Co-Autor Simon Pegg - Mitte 2011 geschrieben hat. Das es nach Hot Fuzz (2007) nun bis 2013 dauerte, um die "Three Flavours Cornetto Trilogy" (*) zum Ende zu führen, lag vor allem an anderen Projekten der Darsteller (z.B. Paul - Ein Alien auf der Flucht) und des Regisseurs (z.B. Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt).
Doch wie ist er denn nun einzuordnen, der dritte und letzte Teil der viel besprochenen Trilogie? Nun, irgendwo mittendrin. Legte Shaun of the Dead die Messlatte ja bekanntermaßen extrem hoch und auch zu hoch für The World's End, kann der britische Streifen den immer noch hervorragenden Hot Fuzz hinter sich lassen. Nach dem Simon Pegg und Nick Frost uns bereits die "Best-Buddies inmitten ihrem britischem Alltags-Einerlei" in einem Zombie- als auch in einem Copthriller mehr als unterhaltsam dargeboten haben, ist nun der Alien-Invasion-Boom der 70er und 80er Jahre an der Reihe. Die aufs Korn genommene britische Pubkultur vermischt mit einer Hommage an die vielen Bodysnatcher-Science-Fiction-Filme, kann trotz ein paar wenigen, nicht zündenden Ideen bestens unterhalten. Die Kneipenprügeleien sind klasse choreographiert, die durchaus aufwendigen Special-Effects sind gelungen und dem großartigen Cast merkt man jederzeit an, wieviel Spaß sie an der Umsetzung des witzigen Scripts hatten.


Onyourscreen-Fazit zu THE WORLD'S END


Lange haben die Fans von Simon Pegg und Nick Frost auf den Cornetto-Trilogie-Abschluss gewartet. Doch das Warten hat sich gelohnt. The World's End ist eine runde Sache, ein echter Popcorn-Kinolichtblick zwischen all dem 3D-Action-Geballer und der üblichen Nonsens-Comedy. Hier bleibt neben Spaß, Spannung und Prügeleien genug Raum für kleine Seitenhiebe auf das zugrunde liegende Genre und vor allem die britische Kneipenkultur. Wir empfehlen versierten Cineasten dringend einen Besuch im The World's End, dieser wohl komischsten, versoffensten und britischsten Variante von Die Körperfresser kommen. Das eigenwillige Kinovergnügen könnt ihr euch ab dem 12.September 2013 gönnen. Das Ende ist nahe - viel Spaß dabei.

(*) Three Flavours Cornetto Trilogy oder Blood-and-Ice-Cream-Trilogie

Die nunmehr zu Ende gebrachte Trilogie hat ihren inoffiziellen Beinamen Three Flavours Cornetto Trilogy - als Anlehung an Drei-Farben-Trilogie des polnischen Regisseurs und Drehbuchautors Krzysztof Kie?lowski - durch die wiederkehrende Einbindung eines Eis in die jeweiligen Filme.

1. Shaun of the Dead - ein rotes Erdbeer-Cornetto - rot wie das Blut in Horror- und Zombiefilmen

2. Hot Fuzz - ein blaues, klassisches Cornetto - blau wie die Polizeiuniformen in britischen Kriminalfilmen

3. The World’s End - ein grünes Mint-Schoko-Cornetto - soll (grüne) Aliens und SF-Filme symbolisieren


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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