The Witch © Universal
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Artikel vom 07.10.2016 | Heimkino->Blu-Ray

The Witch



Ganz nah am Wald


Im Film spielen Wälder seit jeher, speziell im Horrorgenre, eine zentrale Rolle. Während bei Werken wie Into the Woods (2014), The Forest (2016) und The Cabin in the Woods (2012) die „natürliche“ Hauptfigur bereits im Titel auszumachen ist, dient sie in zahlreichen anderen Arbeiten (z.B. Cabin Fever, Tanz der Teufel usw.) als Handlungsort, dessen unerforschtes Terrain und nicht immer nur unterschwellige Boshaftigkeit für den wahren Horror sorgt. Robert Eggers‘ Regiedebüt The Witch spielt "vor" einem Wald, dessen unheimliche, furchteinflössende Bedeutung aber jederzeit wahrnehmbar ist.


The Witch © Universal
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Cover: The Witch

Filmkurzbeschreibung


Neuengland, 1630. Aufgrund Ihrer puritanischen Religion ausgestossen aus der Gemeinde, findet Farmer William zusammen mit seiner Frau Katherine und den fünf Kindern ein neues Zuhause auf einem abgelegenen Stück Land, nahe eines düsteren Waldes. Schon sehr rasch kommt es zu beunruhigenden Vorfällen: Tiere verhalten sich aggressiv, eines der Kinder verschwindet, während ein anderes von einer dunklen Macht besessen zu sein scheint. Misstrauen und Paranoia wachsen und die älteste Tochter Thomasin wird der Hexerei beschuldigt. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, werden Glaube, Loyalität und Liebe jedes einzelnen Familienmitgliedes auf eine schreckliche Probe gestellt …

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Wie Eingangs bereits erwähnt, spielen Im Horrorfilm Wälder oft eine zentrale Rolle, bilden das Zuhause der Aggressoren oder sind selbst das Grauen. In Sam Raimis Kultfilm The Evil Dead (1981 und 2013), bei der ein Ausflug von Freunden zu einer Waldhütte im Desaster endet – inklusive Vergewaltigung durch einen Baum (!). In M. Night Shyamalans The Village – Das Dorf (2004) versetzen angebliche Waldkreaturen die Bewohner eines abgeschiedenen Dorfes in Angst und Schrecken. Der umstrittene dänische Regisseur Lars von Trier inszenierte in Antichrist (2009) die deutschen Wälder im Rhein-Sieg-Kreis ebenso kunstvoll wie brutal. Und The Blair Witch Project (1999) ist für viele bis heute die unangefochtene Nummer 1 im Waldhorror-Bereich. Die „Mutter aller Wackelkamerafilme“ machte Burkittsville, Maryland, und seine Wälder quasi über Nacht zum Mysterium und Tourismusmagneten – und trieb die sogenannte Hylophobie (Angst vor Wäldern) in die Höhe. Im vorliegenden The Witch zieht es die Familie des Farmers William auf ein abgelegenes Stück Land nahe eines düsteren Waldes – und schon bald kommt es zu beunruhigenden Vorfällen. Die tiefe, puristische Religiösität der Familie sowie die Angst der Menschheit im 16. Jahrhundert vor Hexerei, Besessenheit und Magie sind hier die Zutaten für eine beklemmend schaurige Neuinterpretation des Genres. Die gewöhnungsbedürftige authentische Sprache, die Extrem-Religiösität der Familie, der düstere Soundtrack und die auf Protokollen damaliger Hexenprozesse basierende Geschichte tragen zur fies-gruseligen Gesamtstimmung bei.

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Das Onyourscreen.de-Fazit zu THE WITCH


Das Debüt von Regisseur und Drehbuchautor Robert Eggers hatte seine gefeierte Premiere beim Sundance Film Festival, für das er den Preis für die beste Regie erhielt. Sorgfältig inszeniert Eggers das gottesfürchtige Neuengland, Jahrzehnte vor den berüchtigten Hexenprozessen in Salem. Wenn man dem Streifen, der tatsächlich mal Neues in das leicht staubige Gruselgenre bringt, etwas vorwerfen möchte, dann wohl das er im horror-technischen Sinne nie "zur Sache kommt". Wenn überhaupt kommt der gewollt und gekonnt langsam erzählte Film am Ende in Schwung, doch dann ist er auch urplötzlich vorbei und lässt den Zuseher ein wenig zu sehr allein mit seinen eigenen Mutmaßungen.


© Text: onyourscreen.de / BM
Schlagwörter: the witch grusel horror wald


 
 
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