The Raven © Universum Film
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Artikel vom 06.12.2012 | Heimkino->Blu-Ray

The Raven



Edgar Allan Poes letzte Tage


Edgar Allan Poe, lange Zeit verkannter amerikanischer, diverse Genres prägender Schriftsteller, Dichter und Literaturkritiker, geboren 1809 verstarb am 7. Oktober 1849 in Baltimore unter immer noch ungeklärten Umständen. Viele Theorien - glaubhafte und weniger glaubhafte - ranken sich um den mysteriösen Tod des Genies. Der Australier und V for Vendetta-Regisseur James McTeigue nahm sich 2012 des Themas an und erschuf nach den Drehbüchern von Ben Livingston und Hannah Shakespeare mit The Raven seine eigene, fiktionale, krmininalistisch und düster-blutige Version der letzten Tage des amerikansichen Poeten.

Mediafacts
The Raven © Universum Film
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Cover: The Raven
Titel: The Raven
Originaltitel: The Raven
getestete Version: Blu-ray
Cast: John Cusack, Luke Evans, Alice Eve, Brendan Gleeson, Kevin McNally, Oliver Jackson-Cohen
Regie: James McTeigue
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Universum Film
DVD-Release: 2012
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 110 Minuten
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Regioncode: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Filmkurzbeschreibung


USA, Baltimore, wir schreiben das Jahr 1849. Ein fast unerklärlicher Mord bringt Edgar Allan Poe (John Cusack) in Bedrängnis: Der berühmt-berüchtigte Schriftsteller gerät bei Detective Emmett Fields (Luke Evans) zuerst unter Verdacht, weil dieser Mord - und ebenso ein folgender - genauso ausgeführt wurden, wie in einzelnen seiner veröffentlichten Horrorgeschichten zuvor beschrieben. Doch schnell stellt sich heraus das sich ein Dritter der Phantasie des Schriftsstellers in bestialischer Weise bedient. Als auch noch Edgar Allan's große Liebe Emily (Alice Eve) in die Hände des anscheinend wahnsinnigen Killers gerät, wird die Suche nach dem Täter zu einem atemlosen Wettlauf mit der Zeit, für den der Poet alles riskieren muss …

Das meint onyourscreen.de zum Film


Natürlich könnten die letzten Tage von Edgar Allan Poe genauso wie im vorliegenden Film The Raven passiert sein. Denn dezent und nicht ungeschickt haben die Macher wahre und bestätigte Details sowie Personen rund um den großen amerikanischen Dichter in das Drehbuch geschrieben. Doch trotz dieser historie-treuen Bruchstücke bleibt The Raven fiktional. Die wahren Eckpfeiler der Geschichte bilden das Grundgerüst für einen atmosphärisch dichten Thriller mit so manchem Horroreffekt - wer beispielsweise die Poe'sche Kurzgeschichte "Die Grube und das Pendel" kennt, weiß was ihn hier optisch ewartet. Übrigens ziemlich blutig und detailliert im Abgang ...
Die grunddüstere Atmosphäre des Films und ebenso die tollen Bauten und Effekte machen das Jahr 1849 greifbar, erschaffen die richtige Stimmung. Die immer wieder zitierten morbiden Gedichte (allen voran "Der Rabe") und Gedanken unseres dichtenden Helden sowie die geschliffenen Dialoge und spitzen Bemerkungen entfernen das Gesehene vom Banalen eines üblichen Horrorthrillers. Leider verbinden sich aber die Bruchstücke aus Krimi, Horror, Literatur und Biographie nicht immer harmonisch und hinterlassen beim Zuseher den einen oder anderen fragenden Gesichtsausdruck.
Apropos fragenden Gesichtsausdruck: der in sonstigen Rollen eher dezent agierende John Cusack blüht hier richtig auf und trägt darstellerisch fast alleine dazu bei den Zuschauer zu unterhalten. Luke Evans spielt den jungen, hochmotivierten Detective Fields recht emotionslos aber überzeugend, Alice Eve gibt eher belanglos die Emily Hamilton, Edgar Allans Geliebte.

onyourscreenSHOTs

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  • The Raven<br>© Universum Film
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Die eigentlich recht gut funktionierenden Einzelbausteine von The Raven - Thematik, Optik, Atmosphäre und Darstellung - erschaffen einen Film irgendwo zwischen generischem Historienthriller und düsterem Gruselcelluloid für gehobene Ansprüche - leider mit den schon angesprochenen Verbindungsschwierigkeiten der storytechnischen Grundbestandteile. Vielleicht hat man da einfach zuviel gewollt?

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Die 110 Minuten der Blu-ray kommen optisch hervorragend in der Heimkino-Version herüber. Die dunkle, morbide, oft nebelige Stimmung wird nie durch verrauschte Bilder getrübt. Auch der Sound kann sich hier voll entfalten. Die wendecover-bestückte, ansonsten normal dargereichte Blu-ray bietet zusätzlich folgenden Extras: The Raven Presents: John Cusack & James McTeigue, The Raven Guts: Bringing Death to Life, The Madness, Misery & Mystery of Edgar Allan Poe, Entfernte und erweiterte Szenen, Trailer, Behind the Beauty and Horror


Onyourscreen.de-Fazit zu The Raven


Zuerst einmal sieht The Raven gut aus, hat einfach Stil. Aber das war ja auch nicht anders zu erwarten. Das er Filme gut aussehen lassen kann, hat Regisseur James McTeigue schon bei V wie Vendetta und Ninja Assassin bewiesen. Leider hat die historische Verbrecherjagd ein paar Längen und Lücken im Drehbuch. Der Versuch einzelne Werke des Dichters mit einem (manchmal zu blutigen) Krimi, der auch noch biographisch Poe's letzte Tage aufarbeiten will, zu verbinden, funktioniert nicht durchgehend. Das trübt ein wenig die Freude am Gesamtwerk. Trotzdem ist und bleibt der in Deutschland ohne Kino-Umweg direkt auf DVD und Blu-ray erschienene Film alles in allem absolut sehenswert - auch und vor allem wegen dem ungewöhnlich auftrumpfenden John Cusack.

10 Fakten über John Cusack

1) John Paul Cusack kam am 28. Juni 1966 in Evanston/Illinois, USA, als Sohn einer Lehrerin (Nancy Cusack) und eines Dokumentarfilmers (Richard Cusack) auf die Welt. Die Liebe zum Film liegt den Cusacks im Blut. Der Vater und Filmemacher Richard Cusack entfachte bei seinen vier Kindern – Ann, Joan, Susie, Bill und John Cusack – die Leidenschaft zur Schauspielerei.

2) Dabei ist es nicht verwunderlich, dass John Cusack bereits im Grundschulalter seine ersten Gehversuche am Theater machte. Er besuchte zunächst den „Piven Theatre Workshop“ und stand im Alter von 12 Jahren in zahlreichen Theaterproduktionen auf der Bühne.

3) Als 17-Jähriger feierte John Cusack sein Spielfilmdebüt in der Hollywood-Produktion „Class“ (1988). Fortan stand er für Jugendfilme vor der Kamera und avancierte mit „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ (1986) und „Teen Lover“ (1989) zum Teenie-Star.

4) John Cusack blieb dem Theater aber treu. Er gründete 1988 in Chicago die Theater-Gruppe „The New Criminals“ und führte für einige Shows auch Regie.

5) John Cusack´s internationaler Durchbruch erfolgte mit dem Actionfilm „Con Air“ (1997). Mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten überzeugte er auch in der Arthouse-Komödie „Being John Malkovich“ (1999). Es folgten weitere Hits wie „Weil es Dich gibt“ (2001), „America´s Sweethearts“ (2001), „Identität“ (2003) und der Katastrophenfilm „2012“ (2009).

6) Ob Politdrama, romantische Komödie, Thriller oder Katastrophenfilm – John Cusack verfügt über ein breites Repertoire und wurde mehrmals dafür ausgezeichnet. Im Jahr 2001 erhielt er den Gloden Globe als bester Nebendarsteller in der Komödie „High Fidelity“ (2001).

7) John Cusack besitzt eine Produktionsfirma namens „New Crime Productions“ und fungiert als Produzent und Drehbuchautor gleichermaßen. Einen großen Erfolg feierte die Firma 1997 mit dem Film „Grosse Pointe Blank – Ein Mann, ein Mord“.

8) Für seine Rolle als Schriftsteller E. A. Poe in „The Raven“ (2012) hat John Cusack elf Kilo abgenommen und ließ sich die Haare wachsen. Durch das düstere Outfit, das er im Film tragen musste, meinte er auch den Sog des Bösen gespürt zu haben.

9) Im April 2012 wurde der 46-Jährige mit einem Stern auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood geehrt. Als PR-Gang landete am Tag der Verleihung mitten auf dem Stern ein Rabe um den Kinostart von "The Raven" zu bewerben.

10) John Cusack ist zurzeit ledig. Was seine Karriere anbelangt, behauptet er mit seinen bisherigen Projekten und Filmen zufrieden gewesen zu sein. Die Rolle seines Lebens war jedoch noch nicht dabei.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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