The Punisher
Artikel vom 19.08.2011 | Heimkino->DVD

THE PUNISHER



Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor


Der US-Action-Thriller The Punisher von 2004, basierend auf dem gleichnamigen Marvel Comic, ist bei weitem keine Verfilmung der sanften Bilder und der leisen Töne. Ganz im Gegenteil, exzessive Gewaltszenen und explizite Dialoge bestimmen das Bild. Nichts für schwache Gemüter, aber für Onyourscreen.de!

Mediafacts
The Punisher
Cover: The Punisher
Titel: The Punisher
Originaltitel: The Punisher
getestete Version: DVD
Cast: Thomas Jane, John Travolta, Will Patton
Regie: Jonathan Hensleigh
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Sony Pictures Home Entertainment
DVD-Release: 2006
Produktionsjahr: 2004
Spieldauer: 118 Minuten
Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren

Kurze Filmbeschreibung


Frank Castle, verdeckter FBI-Ermittler in Florida möchte sich nach London versetzen lassen, da ihm sein Undercover-Job bei der Polizei in Tampa zu gefährlich wird. Doch bei seinem letzten Einsatz läuft nicht alles nach Plan, und er erschießt den Sohn des mächtigen Unterwelt-Bosses Howard Saint. Dieser entlarvt Castle als Mörders seines Sprößlings und schickt seine Schläger aus, um ihn und seine Familie auszulöschen. Ein unerbitterliche Verfolgungsjagd beginnt, in deren Folge Castles Frau Maria und sein Sohn Will sterben. Saints Auftragsmörder glauben indes, auch Castle aus dem Leben befördert zu haben, doch dieser überlebt und schwört seinerseits Rache an Saint. Mit Hilfe des Klein-Ganoven Micky Duka manipuliert er fortan die Geschäfte des Mafiabosses und spinnt eine Intrige, um diesen und seine Familie zu ruinieren. Mit der Kenntnis, dass Castle noch lebt, setzt sich die Verfolgungsjagd fort, an deren Ende es nur ein Ziel geben kann...Bestrafung für den Delinquenten.

Übermäßige Gewalt in Comic-Manier


The Punisher beinhaltet die typischen Elemente des Comic-Genre: Die Realitätsdarstellung wirkt überzogen, es hagelt förmlich Tote und das Finale besteht im Großen und Ganzen daraus, dass der Punisher in einem Raum eine Mine platziert, nach der Explosion in den Raum stürmt und die nach und nach wieder zu sich kommenden Gangster relativ unspektakulär „abknallt“. So kommt der Film recht schnörkellos daher, doch ein Comic ist und bleibt nun mal ein Comic. Regisseur Jonathan Hensleigh setzte beim Punisher wohl auch ganz gezielt auf bewährte Elemente des Actiongenres – allen voran auf Brutalität gespickt mit makaberen, trockenen Humor: „Du bist vielleicht ein blöder Hurensohn. Bringst ein Messer mit zu einer Schießerei.“

Kompromisslos geht es gleich von Beginn an zur Sache, Rücksicht auf menschliche Verluste wird dabei kaum genommen (58 Tote laut Bodycounters.com). Was im Weg steht, wird gnadenlos beiseite geschafft. Wenig verwunderlich also, dass der Film vor dem damaligen Kinostart wegen „exzessiver Gewaltdarstellung“ und „menschenverachtender Grundhaltung“ Probleme mit der FSK bekam. Er nach der Kürzung einiger Szenen bekam der Film die Freigabe und das Zertifikat „FSK ab 18“. Auch die ungeschnittene DVD-Version (zunächst 2005 als Extended Version erschienen) wurde von der FSK beanstandet und indiziert, sodass 2006 die geschnittene Kinofassung auf DVD veröffentlicht wurde, die im Handel dann frei angeboten werden durfte.

Bestrafung um jeden Preis


Nicht nur Bösewicht Howard Saint (John Travolta) und seine Gefolgschaft zeigen sich dabei im Film brutal und erbarmungslos. Auch Ex-Cop und „Punisher“ Frank Castle (Thomas Jane) geht bei der Wahl seiner Mittel nicht weniger zimperlich ran als seine Gegenspieler. Er ist kein gewöhnlicher „stiller“ Held im Sinne von Superman, Spiderman und Konsorten, die Bestrafung nur zur Gegenwehr einsetzen. Er ist auch kein Held im albernen Kostüm à la Kick Ass – mal abgesehen vom coolen Totenkopf-T-Shirt – er ist vielleicht noch der menschlichste aller Superhelden, ganz ohne eine große Begabung. Er ist ein Haudegen, den es in die Schlacht zieht, um selbst über die Delinquenten zu richten, um (seinen) Frieden zu erlangen. Er bewegt sich dabei meist außerhalb der Legalität, verübt Selbstjustiz und lässt keine moralischen Bedenken an seinem Handeln erkennen. Für den Punisher geht es nicht um Rache, sondern darum Gerechtigkeit zu schaffen und die Schuldigen zu „bestrafen“: „In gewißen Extremsituationen ist das Gesetz unzulänglich. Um Unzulänglichkeiten zu bestrafen ist es notwendig außerhalb des Gesetzes zu handeln. Es geht um ausgleichende Gerechtigkeit. Das ist keine Vergeltung, Rache ist kein akzeptables Motiv, Rache ist nur eine emotionale Reaktion. Nein, nicht Rache...Bestrafung.“

Fazit: Für gemütliche Familienabende ungeeignet!


Trotz allzu bleihaltiger Actionszenen ein empfehlenswerter Film, der definitiv aber nur was für Erwachsene ist! Hauptdarsteller Thomas Jane macht als Punisher eine ordentliche Figur. John Travolta verkörpert seine Rolle als Oberbösewicht in gewohnter Manier. Die restlichen Nebendarsteller fügen sich ebenfalls wunderbar in die Geschichte ein. Die Story ist gut, manche Szenen sind dem Genre entsprechend zwar übertrieben (so überlebt Castle zum Beispiel zwei Pump-Gun-Schüsse aus allernächster Distanz, was aus mit der besten schusssicheren Weste doch recht unrealistisch anmutet), aber dennoch bleibt der Film samt seiner makaberen Auswüchse stets unterhaltsam. Einige der Stuntszenen sind ebenfalls durchaus sehenswert. Nebenbei ist die DVD mit allerhand Bonusmaterial gepimpt: Regiekommentar, entfallene Szenen, Dokumentation über die Stunts, ein Making of usw. Ebenso sollte an dieser Stelle der mit hochkarätigen Künstlern gespickte Score nicht unerwähnt bleiben. Auch wenn manch einer bemängeln wird, dass der Soundtrack der härteren Gangart des Films nicht ganz gerecht wird... Wir meinen, solche Unzulänglichkeiten kann man in Kauf nehmen und müssen nicht gleich bestraft werden!


© Text: onyourscreen.de / SN


 
 
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