The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot © capelight
© capelight
Artikel vom 11.06.2019 | Heimkino->Blu-Ray

The Man Who Killed Hitler and Then The Bigfoot



Held, Mythos, alter Mann.


Auch wenn der strange Titel The Man Who Killed Hitler and Then The Bigfoot der neuesten capelight-Veröffentlichung eher an Exploitation erinnert und es auch ein paar wenige Szenen gibt, in denen diese Genre-Einordnung mit viel gutem Willen passen würde, ist das Langfilmdebut von Robert D. Krzykowski tatsächlich eine ganz konsequente Charakterstudie, in der wir einen einsamen und melancholischen Helden begleiten dürfen.


Filmkurzbeschreibung


Calvin Barr (Sam Elliott) ist ein Held. Doch das sieht man dem unscheinbaren, älteren Herrn, wenn er in seiner Stammkneipe vor einem Glas Whisky sitzt, nicht an. Seine Heldentat unterliegt strengster Geheimhaltung: Nur wenige wissen, wozu er imstande ist, und dass er es gewesen ist, der im Zweiten Weltkrieg Adolf Hitler getötet hat. Seitdem sind Jahrzehnte vergangen. Barr führt ein unaufgeregtes Leben und hat es am liebsten, wenn man ihn in Ruhe lässt. Doch eines Tages klopfen das FBI und die kanadische Bundespolizei an die Tür des Kriegsveteranen, um ihn für eine Mission zu rekrutieren, für die nur er infrage kommt: Er soll in den nordamerikanischen Wäldern den sagenumwobenen Bigfoot töten.

12 Jahre brauchte Robert D. Krzykowski um seine vage Story-Idee in einen waschechten Spielfilm umzusetzen. Das er dabei auf einen Sam Elliott als "Main character" zurückgreifen durfte, hat er zu anfangs vermutlich nicht zu träumen gewagt. Doch mutig wie er war, schickte er genau diesem irgendwann mal sein Script und bekam prompt einen Anruf. Manchmal wird Wagemut halt belohnt. Von da an ging es dann auch Schlag auf Schlag und der Streifen mit dem ungewöhnlichen Titelkonstrukt wurde Realität. Das Sam Elliott der Stoff gefallen hat, bringt er in diesem aussergewöhnlichen Film übrigens spürbar herüber ... mit all seiner ehrerbietsamen Alterscoolness.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot<br>© capelight
  • The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot<br>© capelight
  • The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot<br>© capelight
  • The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot<br>© capelight
  • The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot<br>© capelight
  • The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot<br>© capelight

Wie mag es sein, wenn man ein Held ist, ja sogar ein Mythos, nur niemand darf es wissen? Wie ist es, wenn man seinen Kummer darüber überhaupt mal getötet zu haben (auch wenn es Adolf Hitler war), nicht teilen darf. Wie ist es, wenn man den einzigen Mensch, dem man vor "der Tat und dem Krieg" Vertrauen und Liebe entgegengebracht hat, nie mehr in die Arme nehmen darf? Bereut man? Verdrängt man? Verzweifelt man? Genau darum geht es in The Man Who Killed Hitler and Then The Bigfoot, wobei es eigentlich keine Rolle spielt, ob sich Calvin Barr (Sam Elliott) seine in Rückblenden erzählten Taten nur eingebildet hat, ob es Schutzphantasien sind oder diese der filmischen Realität entspringen. Den tatsächlich geht es ganz und garnicht nicht um die exploitativen Sequenzen - weder um die, in denen er Hitler killt, noch um die, in der er die Menschheit ein zweites Mal scheinbar vor dem Untergang bewahrt, in dem er den infektösen Bigfoot erlegt. Viel mehr geht es darum, was er aufgegeben hat, um der Mann zu sein, der er nun ist ... beobachten wir also Calvin Barr und bilden wir uns eine Meinung.

The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot © capelight
© capelight
Was darf es denn sein?

Das meint onyourscreen.de zur Veröffentlichung


Sehr schön, was capelight hier wieder ausgegraben hat: Ab dem 14. Juni 2019 erscheint The Man Who Killed Hitler and Then The Bigfoot als DVD, Blu-ray sowie als 3-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook. Wir haben uns das schicke Mediabook angesehen ... Erneut hat man sich alle Mühe gegeben und ein würdiges Zusammenspiel aus toller Optik, Haptik, Bookletinfos und cineastischen Inhalten angeliefert. Das Mediabook bietet neben der DVD und der Blu-ray auch eine 4K-Ultra HD-Disk, als Bonus erwartet uns folgendes:
- Audiokommentar mit dem Regisseur Robert D. Krzykowski
- Hinter den Kulissen
- entfallene Szenen
- Interview mit Komponist Joe Kraemer
- Kurzfilm "Elsie Hooper"* - 24-seitiges Boooklet, Gespräch mit dem Regisseur


* Der beiliegende Kurzfilm "Elsie Hooper" ist Robert D. Krzykowskis Karrierebeginn. Das auf einem Comic basierende Werk ist mittels Puppen gestaltet und absolut sehenswert.

Fazit


Mit etwas mehr Geld im Rücken könnte The Man Who Killed Hitler and Then The Bigfoot auch in einer Liga mit den späten Regiewerken eines Clint Eastwood spielen, zitierte Vergleiche mit den Coen-Werken sind auch nicht von der Hand zu weisen. Doch auch so weiß das Werk zu überzeugen, wenn man sich auf diese eindringliche Charakterstudie mit der sehr ungewöhnlichen Herangehensweise einlassen kann.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
© Anolis Entertainment

© Anolis Entertainment

© Pandastorm

© ©Senri Akatsuki-SB Creative Corp./Undefeated Bahamut Partners ©SA-SBCr/UBP

© Ascot Elite