The Hills have Eyes © Turbine Medien
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Artikel vom 14.11.2018 | Heimkino->Blu-Ray

The Hills Have Eyes



Hügel der blutigen Augen im Turbine-Digipack


Wes Craven, der den meisten noch als Schöpfer der Horror-Popikone „Freddy Krueger“ und dem salonfähigen Teenieslasher Scream ein Begriff sein dürfte, schuf fünf Jahre nach seinem genialen Opus Last House on the Left den Wüstenhorror The Hills have Eyes. Jener war im Grunde dem schmuddeligen „Wald und Wiesenhorror“ zugetan, welcher mitunter das sogenannte Backwoodslasher-Genre inspirierte/begründete, ohne aber jetzt wirklich dabei nennenswerte Akzente setzen zu können. Wenn wir das Wort „Backwoodhorror“ schon in den Mund nehmen, dann muss grundsätzlich Liebermanns Just before Dawn als Referenz herhalten ... schließlich zeigte man hier eindrucksvoll, dass nicht immer der „Redneck“ derjenige ist, von dem die Gefahr ausgeht, sondern das „lebende“ Umfeld, sprich die Natur selbst.

The Hills have Eyes © Turbine Medien
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Digipack: The Hills have Eyes
Mit jenem Aspekt hat Cravens The Hills have Eyes aber nicht sonderlich viel am Hut, nutzt er doch die trostlose Einöde als Schauplatz für sein Katz und Mausspiel mit den atomar verseuchten Mutanten. Originäre oder gar progressive Ansätze werden gegenüber dem Debüt Cravens, schmerzlich vernachlässigt und auch in punkto „Gore“ hält sich dessen Zweitwerk merklich zurück und wirkt im Gegensatz zu den Ergüssen der boomenden italienischen Machwerke, welche wie Pilze aus dem Boden schossen und den Gewaltgrad neu definierten, eher zahm. Der bedrohlichen Atmosphäre tut dies jedoch keinen Abbruch, dafür sorgt schon der permanent agierende Score, der wie ein unheilvoller Soundteppich aus den Boxen dröhnt. Das Grundkonstrukt, in dem die durchgeknallten Rednecks ahnungslose Touristen durch die Hölle führen und sie mental schädigen, ist seit Hoopers Blaupause Texas Chainsaw Massacre inhaltlich nicht neu und auch nicht so verstörend inszeniert.

Im Grunde lässt sich das insoweit kurz zusammenfassen, dass es sich hier um eine ausgestoßene Sippschaft grenzdebiler Mutanten handelt, die in der radioaktiv verseuchten Wüste am Rande einer US Airbase, ihr stumpfes Dasein fristen. Ironischer Weise machte die deutsche Synchro, die es in zwei Ausführungen gab, die Mutanten zu Außerirdischen, so dass man schneller als einem lieb ist, in die ein oder andere Logikfalle tappen musste. Auch wenn das bezifferte Budget von circa 230.000 Dollar nicht viel hergab und prinzipiell nicht das TV-Niveau überstieg, lag der Fokus offensichtlich auf dem staubigen Ambiente, den eingestreuten Action-Sequenzen und verhältnismäßig zahmen Gore-Effekten. Da The Hills have Eyes aber über eine unheimlich dichte Atmosphäre verfügt und auch in Sachen Score den geneigten Fan bei Laune hält, ist das ganze wieder eine äußerst angenehme und verträgliche Sache, dessen Konsens man gerne eingeht.

In Sachen Cast gibt's jetzt auch keine Lobeshymnen, denn bis auf Dee Wallace und Susan Lanier gibt’s nichst wirklich nennenswertes. Routiniert sind sie jedoch alle und sie machen durchweg das beste aus dem Script. Da sich der Film allein durch die Atmosphäre trägt und den gelegentlichen Einschüben der Attacken unserer Rednecks, lässt man sich im Grunde unbemerkt auf den Film ein, der etwaige Banalitäten der Protagonisten, gekonnt unter den Teppich fallen lässt. Für Michael Berryman jedoch, bedeutete Cravens Wüstenjagd, der Sprung an die Spitze der damalige meist gebuchten Bösewichte, denn kaum ein anderer hatte ein markanteres Gesicht, welches unweigerlich immer den Bezug zu Cravens Hügelhorror markiert, der im übrigen zwei Sequels nach sich zog. Wobei der betitelte dritte Teil Mindripper nur wieder einmal von dem deutschen Verleiher aus kommerziellen Gründen als „3ter“-Teil vermarktet wurde. Somit ist lediglich der zweite Teil vom Hügel der blutigen Augen (so der deutsche Verleihtitel) noch als Sequel anzusehen, welcher 1984 unter dem Titel Im Todestal der Wölfe erschien.

Das passiert in The Hills have Eyes


Cravens Hügelhorror ist recht linear gestrickt und verlangt dem geneigten Fan auch inhaltlich nicht allzuviel ab. Familie Carter schippert mit ihrem Familienclan im Anhang, mit dem Auto und Wohnmobil durch Kalifornien, um im schicken „Golden State“ einen gepflegten und erholsamen Urlaub zu genießen. Doch dummerweise führt das Familienoberhaupt den Treck durch die Wüste ins Nirvana, nur weil dort angeblich eine ertragsreiche Silbermine zu finden ist. Wie im Genre bekannt und mitunter mehr als nur einmal genutzt, werden sie an einer Tankstelle auf die Gefahr der Gegend hingewiesen und man beratschlagt den Treck, dann doch anderweitige Wege zu nutzen, was man natürlich nicht beherzigt. Und so spitzen sich die Dinge zu ... das Fahrzeug erleidet Achsbruch und auch der Funk ist dank der Location inmitten des Nichts, quasi nicht existent. Somit trennt sich der Trupp und einige bleiben zurück, während andere zurück zur Tanke marschieren, um für Abhilfe zu sorgen. Doch nichts ist mehr so, wie sie es zuvor erlebt haben und man bemerkt schnell, dass sie nicht alleine in der Einöde sind.

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Das 3-Disk-Digipack von Turbine

Wes Cravens indirekter (man darf es legitim schon so formulieren) Klassiker erfährt nun in der bestmöglichen Qualität seine Wiedergeburt. Die extrem perfekten Editionsbastler, die nebenher den besten Fanservice bieten und immer bestrebt sind, das bestmögliche aus dem Material zu holen (sprich die Jungs der „Turbine Media Group“), lassen den staubigen Wüstenhorror im perfekten HD-Gewand zu euch ins Wohnzimmer. Selbstverständlich befinden sich beide Synchronfassungen auf dem Silberling. Aber das schicke 3-Disc-Digipack mit klasse Artwork hat noch mehr zu bieten. Neben der fast inhaltsgleichen DVD (die engl. 7.1 DTS- HD MA Tonspur fehlt) liegt der Bluray noch der Soundtrack von Don Peake bei. Limitiert ist das schicke Digipack auf nur 2.000 Einheiten.

Weitere Extras:
- Audiokommentar mit Regisseur/Autor Wes Craven und Produzent Peter Locke
- The Hills have eyes - Ein Blick zurück (54:35 Min.)
- Trash Tube - Michael Berryman Interview (14:09 Min.)
- Alternatives Ende (11:37 Min.)
- Schnittmaterial (18:56 Min.)
- Trailer Deutsch (02:43 Min.)
- Trailer USA (02:41 Min.)
- 3 TV-Spots (insgesamt 01:36 Min.)
- "The hills have eyes 2" Trailer (02:43 Min.)

Fazit


"Turbine" ist mit dieser Veröffentlichung ein weiterer Glücksgriff geglückt - @The Hills have Eyes sah nie besser aus ... und nach der qualitativ hochwertigen Blu-ray-Edition von "Arrow Films" aus England, hat "Turbine" hier ihr eigenes Ding durchgezogen und liefert erneut und wie gewohnt ab. Kurzum die beste Edition des Films, "Chapeau" nach Münster und ab in die Sammlung damit.


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister


 
 
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