Artikel vom 07.12.2010 | Heimkino->DVD

THE DANGEROUS LIVES OF ALTAR BOYS



Todd McFarlane trifft Jodie Foster


Fast ein Jugendfilm. Aber dafür ist er eigentlich zu tragisch. Aufgefallen ist er uns eher aufgrund des interessanten Covers. Mitgenommen haben wir uns den Film weniger aufgrund der rückseitigen Beschreibung als wegen der Tatsache, das Star-Comiczeichner Todd McFarlane an dem US-Spielfilm The Dangerous Lives of Altar Boys aus dem Jahr 2002 beteiligt war. Ins Regal gestellt haben wir ihn uns dann, weil er einfach gut ist.

Mediafacts
Cover:The Dangerous Lives of Altar Boys
Titel: The Dangerous Lives of Altar Boys (alternativ: Lost Heaven)
Originaltitel: The Dangerous Lives of Altar Boys
getestete Version: DVD, Special Edition
Cast: Kieran Culkin, Vincent D’Onofrio, Jodie Foster, Jena Malone
Regie: Peter Care
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Splendid Entertainment
Erscheinungstermin: 2005 (2003 als Lost Heaven)
Produktionsjahr: 2001
Spieldauer: 100 Minuten
Format: Dolby, PAL, Special Edition, Surround Sound
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Film-Kurzbeschreibung


Francis und Tim sind Kumpels, Messdiener und gehen auf eine katholische Schule. Francis wächst wohlbehütet, Tim in einem schwierigen Familienumfeld auf. Beide sind, genau wie ihre Freunde, begeisterte Comicfans und ansonsten höchst gelangweilt von der Idylle der Kleinstadt in der sie leben. Die Pubertät, die schwierige Orientierung hin zum weiblichen Geschlecht und die zwar gutgemeinten aber verständnislosen Erziehungsmethoden ihrer erzkonservativen Lehrerin (eine Nonne, gespielt von Jodie Foster), lassen Sie immer abstrusere Ideen entwickeln, um sich ihre eigenen Räume zu erarbeiten. Unter anderem entwickeln die Freunde einen Comic – als Gegner ihrer Superhelden erschaffen sie ein ge- und überzeichnetes Ebenbild ihrer behinderten Lehrerin.
Aufgestachelt unter anderem durch die unter keinem guten Stern stehende Romanze zwischen Francis und der psychisch labilen Margie, äussert sich die Revolution der Hauptprotagonisten in immer extremeren Streichen, bis die Situation schließlich völlig eskaliert und tragisch endet.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Nein, das ist kein idylillischer Jugendfilm a la La Boum oder ähnlichem. So überhaupt nicht. Lost Heaven, so der eigentliche deutsche Titel, ist ruhig, ja gar einfühlsam gefilmt und überrascht mit eingespielten Animationssequenzen. Die von Comic-Guru Todd McFarlane entwickelten Figuren – die allesamt die Alter Egos von Francis, Tim und ihren Freunde darstellen – erzählen die Geschichte auf ihre Weise weiter, ja tragen sie später gar. Anfangs verwirrt einen das, später erwartet man bereits den Auftritt der Heroen mit den Superkräften. Die Filmstory ist durchaus anspruchsvoll, teils spannend, teils dramatisch aber in sich rund und wird gut erzählt. Die Besetzung ist hervorragend gewählt – nicht nur Jodie Foster als beinamputierte Nonne zeigt sich hier in guter Form.

Das meint onyourscreen.de zur DVD


Uns lag die Special Edition von The Dangerous Lives of Altar Boys vor, eigentlich nur eine Neuauflage von Splendid aus dem Jahr 2005 – 2003 gabs bereits eine “normale” Version unter dem deutschen Titel Lost Heaven mit weniger Umfang aber identischer Lauflänge. Am etwas schwachen Bild mäkeln vermutlich nur Puristen rum, der Ton hätte an einigen Stellen etwas besser ausgesteuert sein können. An Extras finden sich auf der Special Edition der Kinotrailer, der Original-US-Kinotrailer, Trailer anderer Filme, einige Interviews, ein Comic Special mit Audiokommentar von Todd McFarlane sowie der Audiokommentar von J. Stockwell und Peter Care. Die DVD kommt in einem weißen Keep Case mit einem ansprechendem poppig-buntem Comiccover daher.

Onyourscreen.de-Fazit zu THE DANGEROUS LIVES OF ALTAR BOYS


Die meisten Jodie Foster-Filme sind nicht unbedingt unser Geschmack. Aber der vorliegende, sogar von ihr mitproduzierte The Dangerous Lives of Altar Boys hat uns beeindruckt. Wer damit leben kann, das es in Filmen nicht immer ein Happy End gibt, der darf hier bedenkenlos zuschlagen. Es mag sein, das man sich als Vertreter der “älteren Generation” nicht direkt mit den 14-jährigen Hauptpersonen identifizieren kann, aber das sollte im Verlauf des Films durchaus gelingen. Uns hat der US-Spielfilm positiv überrascht – wir würden ihn jederzeit wieder leihen/kaufen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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