Artikel vom 06.12.2010 | Heimkino->DVD

THE BANQUET



Ein Review zum Steelbook


Hamlet chinesich interpretiert. Klingt interessant? Wenn nicht, machen Sie einen Bogen um dieses optisch gelungene Stück chinesischer (non-hongkong) Filmkunst.
Wir testen hier das wirklich schöne Kinowelt DVD-Steelbook aus dem Jahr 2008.

Mediafacts
Steelbook: The Banquet
Titel: The Banquet
Originaltitel: ??, Yèyàn
Getestete Version: DVD, Special Edition im Steelbook
Cast: Ge You, Zhang Ziyi, Zhou Xun
Regie: Feng Xiaogang
Produktionsland: China
Studio/Verleih: Koch Media GmbH
DVD-Release: 2008
Produktionsjahr: 2006
Laufzeit: 131 Minuten
Format: Dolby, PAL, Special Edition, Surround Sound
Bild: 16:9 ? 1.77:1 Sprache:Deutsch (DD 5.1), Mandarin (DD 5.1) Regioncode: 2 FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
The Banquet kam im September 2006 in die chinesischen Kinos und war nicht wirklich ein Kassenerfolg - die Einspielergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück. Möglicherweise lag das an den Filmen die Regisseur Feng Xiaogang zuvor abgedreht hatte, die doch eher komödiantische Züge zeigten. Auch wenn im Original einiges an Wortwitz vorhanden war - der in der internationalen Version aber verloren ging -, bleibt der rote Faden des Films doch sehr klassisch.

Film-Kurzbeschreibung


Die Geschichte, die stark an William Shakespeares "Hamlet" angelehnt ist, spielt in China im 10. Jahrhundert zur Zeit der Fünf Dynastien und Zehn Königreiche. Durch den Mord an seinem Bruder wird Li zum Kaiser und reisst dadurch nicht nur das gesamte Reich, sondern auch des ermordeteten Herrschers Frau Wan an sich. Um Prinz Wu Luan vor dem neuen Kaiser Li zu schützen, willigt Wan in die Ehe mit dem Brudermörder ein. Trotzdem versucht dieser den im Süden des Königreichs lebenden Kronprinz ermorden zu lassen. Der jedoch kann den Attentätern entgehen. Getrieben von Wut und Rache macht sich der vor in den schönen Künsten und dem Schwertkampf versierte Prinz Wu Luan auf zum Königspalast. Dem folgt eine Reihe an tragischen Verkettungen, die schließlich zum einem dramatischen Ende führen.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Das opulent ausgestattete Drama The Banquet erfasst die klassische Vorlage Hamlet neu und auf eigene Art und Weise. Teils beängstigend brutal, dann wieder poetisch und voller Tragik, wird hier die klassische Brudermord-Geschichte erzählt, unterstützt von eindrucksvollen Kampfszenen, die teils an klassisches Ballet erinnern und nur selten dem asiatischen Martial-Arts-Klischee verfallen. Ausdruckstarke Darsteller, gelungene Aufnahmen und ein aufwendiges Setting runden die zweifelsfrei gelungene optische Darbietung des Films ab. Unterstützt wird das visuelle von einem meisterlichen Soundtrack, komponiert vom New Yorker Chinesen Tan Dun und teilweise eingespielt vom chinesischen Wunderpianisten Lang Lang. Wirklich hörenswert.
Leider bietet der Film aber doch einige Male inhaltslose oder nur schwer ins filmische Bild passende Passagen, die das Epos lang und ab und an auch langatmig erscheinen lassen. Das bleibt aber unserer Meinung nach die einzige Schwäche des ansonsten gelungenen Historiendramas. Wir sagen: anschauen.

Wenn wir richtig recherchiert haben, gibt es nur eine normale Blu-ray und die hier getestete DVD im Steelbook. Wir haben uns das Steelbook angesehen, das durch eine wirklich hübsche, geprägte Optik besticht. Farben, Kontrast und Schärfe des Bildes machten auf uns einen prima Eindruck, auch wenn beim Transfer in die Heimkinowelt das Format gecroppt wurde. Wir waren damit und auch mit dem Ton (sagten wir schon das der Soundtrack toll ist? Ja? Egal, doppelt hält besser!) mehr als einverstanden. Das Steelbook enthält eine recht gut ausgestattete Bonusdisk, die aber nur für Hardcore-Fans so wirklich interessant ist. Als erstes erwartet einen das Behind the Scenes-Feature, das leider nur den Originalton aufweist und damit für Mitteleuropäer nur bedingt brauchbar erscheint. Dazu verbergen sich vier verschiedene Film-Trailer, eine Fotogalerie, acht recht kurze, eher wenig interessante Featurettes und einige Interviews mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur auf der DVD. Dazu gesellen sich noch Trailer aus dem Kinowelt-Programm. Soweit, so gut.

onyourscreen.de-Fazit zu THE BANQUET


Der Film kam weder beim einheimischen Publikum, noch bei der hiesigen Presse so richtig gut weg. Verreissen wollte ihn niemand, in den Himmel loben war auch nicht angesagt. Und eigentlich müssen wir uns da anschließen, bleibt doch immer irgendwie das Gefühl beim Zuschauer, das man die Zeit auch besser hätte aufwenden können. Aber wegschalten geht halt auch nicht: es könnte ja noch was anderes kommen als gute Optik. Wir unterstellen dem Regisseur gute Absichten, vor allem hat er sicherlich versucht auf der Erfolgswelle eines House of the flying daggers mitzuschwimmen. Das ist zwar eindeutig misslungen, aber was bleibt ist einfach ein schöner Film. Langatmig, aber schön. Erwähnten wir den Soundtrack schon?


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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