Artikel vom 13.12.2011 | Themen

SUPERHELDEN on your screen 3



TEil 3 von 3


Nachdem wir in Teil 1 unseres großen Superheldenthemas mit den Vertretern ohne Comic-Vorbild, die frühen Jahre und das erste Hoch Ende der 70er betrachtet haben, widmeten wir uns in Teil 2 unseren Suppi-Freunden ohne tatsächliches Supertalent. Im letzten Teil kümmern wir uns um die großartig umgesetzten Heroenstreifen der Neuzeit - und natürlich um die, die unserer Meinung nach völlig daneben gingen. Viel Spaß dabei.

Der grüne Riese


Die zwei unabhängig voneinander fabrizierten Hulk'ster
Hulk, dem seltsam mutierenden Marvelhelden ist schon viel schlimmes widerfahren. Der Fernsehserie Der unglaubliche Hulk mit Bill Bixby (als Dr. David Banner, nicht Bruce - warum auch immer) und Lou Ferrigno (als Hulk) in den Hauptrollen folgten noch drei fortführende Fernsehfilme mit den Titeln Die Rückkehr des unheimlichen Hulk 1988, Der unheimliche Hulk vor Gericht 1989 und Der Tod des unheimlichen Hulk im Jahr 1990. Das ewige Verwandeln von Monsieur Banner in den hier gar nicht sooo gewaltigen Hulk wurde immer "effektvoll" durchs Zerreissen des zu engen Hemds/Shirts zelebriert - das hat möglicherweise dem einen oder anderen weiblichen Zuseher imponiert. Uns nicht so - zu monoton waren sowohl die einzelnen Folgen als auch die Fernsehfilme.
Etwas besser wurde es dann mit der Umsetzung des klassischen Comicstoffs durch den aus Taiwan stammenden Regisseur Ang Lee (u.a. Brokeback Mountain, Tiger and Dragon) im Jahr 2003, doch so ganz konnte weder die Optik noch die Story begeistern.

Der unglaubliche Hulk

Originaltitel: The Incredible Hulk
Genre: Superhelden-, Comicverfilmung
Regie: Louis Leterrier
Cast: Edward Norton, Liv Tyler, Tim Roth
Produktionsland/-jahr: USA, 2008
 
Nochmal deutlich besser machte es das völlig unabhängig geplante und durchgeführte Re-Reboot mit Edward Norton in der Hauptrolle. Hier stimmte die Geschichte, die Action und die Spannung. Kein Top-Highlight in der Riege der neuzeitlichen Comicadaptionen, aber wirklich sehenswert.

Der rote Gehörnte


Hellboy und das auch sehr gute Sequel
Hellboy dagegen knallt so richtig, auch wenn der Superheld eher ein Dämon ist - aber über solche Kleinigkeiten wollen wir hier großzügig hinwegsehen.

Hellboy

Originaltitel: Hellboy
Genre: Superhelden-, Comicverfilmung
Regie: Guillermo del Toro
Cast: Ron Perlman, John Hurt, Rupert Evans, Selma Blair
Produktionsland/-jahr: USA, 2004
 
Was Regie-Ass Guillermo del Toro hier mit Ron Perlman in der Rolle des gehörnten Hellboy an fulminater Action, stimmigen Figuren, sarkastisch bis saukomischen Dialogen und tollem Set-Design sowie Make-Up erschaffen hat, ist aller Ehren wert. Einfach perfekte Popcorn-Unterhaltung.

Leider reicht unserer Meinung nach die Nachfolgeverfilmung unter dem Titel Hellboy – Die goldene Armee nicht ganz an den ersten Teil heran - was andere Kritiker durchaus genau andersherum sehen. Am einfachsten bildet man sich da eine eigene Meinung. Enttäuscht wird man von keinem der beiden furiosen Streifen.

Und sonst so?


Neben den schon in Teil 2 angeführten Batman- und Iron Man Verfilmungen, können wir auch durchaus (mit Abstrichen) die X-Men-Reihe empfehlen. Neben den regulären X-Men 1-3 und dem Ableger X-Men Origins: Wolverine, können die X'se auch im noch recht frischen X-Men: Erste Entscheidung meistens überzeugen. Persönlich gefiel uns der Wolverine-Ableger am besten.
X-Men noch und nöcher

Auch Spider-Man steht kurz vor seinem Reboot
Auch die Spider-Man-Umsetzungen von Sam Raimi wissen alle recht ordentlich zu unterhalten - ob das Reboot 2012 erneut überzeugen kann, steht noch in den Sternen. Die Realverfilmungen der Fantastischen 4 dagegen bringt den klassischen Marvel-Comicstoff um "Die Unsichtbare, die menschliche Fackel, das Ding und Mr. Fantastisch" komprimiert, zu vorhersehbar und fast ein wenig hausbacken rüber. Ob im ersten Teil mit dem Titel Fantastic Four oder mit zusätzlicher Unterstützung (?!) des bei Comicfans verehrten Silver Surfers im Nachfolger Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer - kommerziell erfolgreich waren zwar beide, aber bei den Fans nur mittelmäßig beliebt. Trotzdem bleiben beide eine nette Sonntagsnachmittags-Unterhaltung - fast schon familienkompatibel. Auch hier ist ein Reboot geplant, zumindest laut einer offiziellen Mitteilung.

Vampire und so


Nicht aussen vor wollen wir die Blade-Trilogie lassen. Gerade die ersten beiden Teile sind absolute Paraderollen für good old Wesley Snipes (als Blade) und Kris Kristofferson (als Abraham Whistler). Blade ist einfach hart und kompromissloser Comicstoff, Blade II eine wirklich gelungene Fortsetzung und Blade Trinity ein etwas abfallender, aber noch durchaus sehenswerter Abgesang auf die erfolgreiche Filmreihe. Die dagegen wenig erfolgreiche Serie Blade – Die Jagd geht weiter wurde nach 12 Epsioden in die ewigen TV-Jagdgründe geschickt. Obwohl sie so schlecht auch nicht war - Fans können ja mal reinschauen.
Blade-Filme und Serie

Was so gar nicht geht


Jetzt werden wir uns unbeliebt machen, aber wen juckts. Geschmäcker sind verschieden. Was gar nicht geht sind z.B. folgende "Machwerke".
Catwoman mit Halle Berry. Langweilig, doof und wenn dann sind höchstens ein paar Szenen der recht dröge agierenden Berry sexy. Aber das reicht ganz sicher nicht für einen sehenswerten Film.
Noch schlimmer kams mit Daredevil. Schönling Ben Affleck gibt wohl den miesesten Superhelden aller Zeiten ab. Nicht umsonst war das dem "Golden Raspberry Award" die Auszeichnung mit der Goldenen Himbeere für den schlechtesten Schauspieler wert, Was manche an dem langweiligen Mist gut finden, ist wirklich unfassbar. Vor allem wo die Comicvorlage soviel großartiges zu bieten hatte. Schade drum.
Wirklich das schlimmste an Daredevil ist aber sein Ableger Elektra mit Jennifer Garner in der Hauptrolle. Eine untrainierte Hollywoodschönheit simuliert unelegant und ungekonnt eine Nahkampfexpertin im Fight gegen diverse Ninjas. Darauf hat die Welt doch gewartet?! Das beste an dem Film ist das er in der ursprünglichen Version recht schnell zu Ende geht. Ohne Handlung wirds halt auch mit der Länge nix.
Auch über Zoom – Akademie für Superhelden (mit Tim Allen) oder auch das Superman-Reboot 2006 Superman Returns verstreuen wir mal das Zauberpulver mit dem Namen "Lass es uns bitte, bitte vergessen" ... aber das schlimmste kommt erst noch, sogar mit geplanter Fortsetzung: Ghost Rider mit Nicolas Cage (mit ultrapeinlichen aufgemalten schwarzen Haaren). Das ist so unglaublich schlecht, das wir teils gar ins Lachen kamen. Das dieser nicht mal optisch eindrucksvoll in Szene gesetzte Erguss 2012 einen zweiten Teil beschert bekommt, ist einfach nicht nachzuvollziehen.
Selbstverständlich gibt es noch eine Menge mehr Mist, aber dem sieht man es meist von vorneherein an, das er weder monitär- noch zeitaufwendig war. Gute Beispiel dafür sind Lightspeed oder auch Steel Man. Ein Blick auf die Verpackung oder in die Cast-Liste und schon weiß man woran man ist.
Schlimm, schlimmer und unerträglich auf einem Foto

Auch von der Comicverfilmung Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen haben wir uns damals, 2003, deutlich mehr versprochen. Wir würden ihn als "gerade noch erträglich" einstufen.

Watchman - Die Wächter
Großes Kino: Watchmen
Abschließend wollen wir noch eine paar typische und moderne Comicstoffverfilmungen wertneutral zur Auswahl stellen: The Green Hornet mag der eine oder andere rasant finden, auch Captain America – The First Avenger und Green Lantern werden ihre Zuseher gefunden haben und finden. Mit Thor hat man dann die "Rächer" (Avengers) fast komplett zusammen, sodass der cineastischen Vereinigung, vermutlich im April 2012 nichts im Wege steht.


Unser persönliches Highlight


Ganz zum Schluss möchten wir noch unsere Lieblings-Comicverfilmung vorstellen. Auch hier reicht der filmische Ersatz nicht an die Vorlage heran, das schafft so gut wie keine Verfilmung. Aber was Zack Snyder aus Watchmen – Die Wächter gemacht hat, ist schon ein absoluter Knaller. Eine intelligente Handlung, geschliffene Dialoge, großartige Darsteller in tollen Kostümen und ein Spannungsbogen der sich sehen lassen kann - für uns klar eine der besten Comicverfilmung der Neuzeit, mindestens aber auf einer Stufe mit Batman Begins und The Dark Knight.

Soviel dann mal zu unserem Rundblick durch die Superheldenszenerie auf DVD und Blu-Ray - wenn euch was fehlte oder ihr anderer Meinung seid, schreibt es gerne in den Kommentar.

Ende Teil 3.

Teil 1: Superhelden on your screen
Teil 2: Superhelden on your screen
Teil 3: Superhelden on your screen


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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