Suicide Kings © Turbine Medien
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Artikel vom 20.02.2020 | Heimkino->Blu-Ray

Suicide Kings



Their plan was perfect ... they weren't.


"Tut alles für euer Ziel, seid maximal risikobereit, geht aufs Ganze ... aber nehmt niemals einen Gangster als Geisel." So in etwa lautet wohl die Quintessenz aus Don Staffords Kurzgeschichte "Hostage", der Grundlage des Drehbuch zu Suicide Kings, einem typischen Crime-Vertreter abseits der ausgetretenen Gut-gegen-Böse-Pfade der ausgehenden 1990er Jahre. Dieses viel zu wenig beachtete Prachtstück an Film kommt nun erstmals am 21.02.2020 in würdiger Verpackung und mit vielen Extras garniert im 2-Disk Mediabook (DVD und Blu-ray) von Turbine Medien - übrigens weltweit das erstemal in HD auf Blu-ray!

Suicide Kings © Turbine Medien
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Mediabook: Suicide Kings

Filmkurzbeschreibung


Fünf New Yorker Yuppies kidnappen Mafioso Carlo Bartolucci (Christopher Walken). Mit ihm wollen sie Lösegeld erpressen, um wiederum eine entführte Freundin freizukaufen. Der allglatte Carlo ahnt, dass unter den Freunden ein Verräter ist und sät Zwietracht. Derweil sucht sein brutaler Handlanger Lono (Denis Leary) die Täter. Als gefesselte und geknebelte Geisel entfacht Christopher Walken seine meisterliches Können.

Schade das Regisseur Peter O'Fallon mit Suicide Kings kein finanzieller Erfolg anheim fiel - im Gegenteil. Den kolportierten knapp 5 Millionen Dollar Produktionskosten, stehen nur 1,7 Millionen Einnahmen an den Kinokassen entgegen. Fraglich bleibt, warum? Er schwimmt im zeitgemäßen Fahrwasser mit seinen coolen Gangstern, ein wenig blutiger Härte, dem spitzfindigen Humor - alles irgendwie ein wenig tarantinoesque. Dazu ist das Ganze optisch sehr gelungen in Szene gesetzt und die musikalische Untermalung stimmt. Auch der Spannungsbogen funktioniert, die Story nimmt einen schnell gefangen, die Erzählweise überfordert den Zuseher trotz ihrer in Rückblenden schwelgenden Art nicht und die Wendungen der Geschichte sind wirklich pfiffig. Gut, die Jungstars bekommen nicht so ganz Profil in ihre Charaktere, da überstrahlt der mächtig gut aufgelegte Christopher Walken (zu dem haben wir vor Jahren auch ein Special veröffentlicht) einfach alle im größtenteils kammerspielartig angelegten Hauptteil des Filmes. Für ein wenig auflockernde Albernheit sorgen die durchgeknallten Kleinganoven Heckle (Frank Medrano) und Jeckyll (Brad Garrett). Denis Leary als Carlos rechte Hand Lono Veccio sorgt dagegen für blutige Würze ... auch wenn seine Fischhautstiefel für einige Erheiterung sorgen.
Was stimmt also nicht mit Suicide Kings? Warum wollten dieses unterhaltsame Stück Kino nur so wenige Menschen sehen? Wir können es uns nicht erklären, auch wenn die zeitgenössische Kritik den Film weniger gut sah als wir.



"Turbine Medien" präsentiert uns hier mal wieder ein fast vergessenes Sahnestück in toller Aufmachung. Das Mediabook wartet mit einem - wie wir finden - rundum großartigen Artwork auf, das zur Tonalität des Filmes mehr als passt. Neben dem Film in bester Bild- und Tonqualität auf Blu-ray, finden wir das ganze auch auf DVD im schicken Mediabook. Dazu kommen tonnenweise Extras:

- Neue Interviews* mit Regisseur Peter O'Fallon (19 Min.), Drehbuchautor Wayne Allen Rice (48 Min.), Kameramann Christopher Baffa (30 Min.), Cutter Chris Peppe (13 Min.)
- Alternative Enden mit Regie-Kommentar* (ca. 17 Min.)
- Sound-Tutorial der Tunnelszene (ca. 3 Min.)
- Storyboard-Film-Vergleich (ca. 1 Min.)
- Hinter den Kulissen (PiP) (ca. 2 Min.)
- Trailer (US) mit Regie-Kommentar* (5 Min.)
- TV-Spot (US)
- Kinotrailer (D in HD)
- Audiokommentar von Peter O'Fallon und Wayne Allen Rice*
- 20-seitiges Booklet zur Geschichte des Films verfasst von Stefan Jung
* optional mit deutschen Untertiteln

Das Crime Fiction-Kleinod mit Christopher Walken, Denis Leary, Sean Patrick Flanery sowie dem Serienstar Johnny Galecki kann möglicherweise heutzutage sogar mehr begeistern wie damals. Möglicherweise sind wir die Ton- und Gangart nun einfach mehr gewohnt. Vielleicht macht uns die die damalige Krimi-/Thriller-Konventionen brechende Gangart des Films in heutigen Tagen einfach mehr Spaß, als den Kinobesuchern 1997. Für uns ist Suicide Kings ein klarer Fall von Heimkino-Kultmovie ... selbst nach mehrmaliger Sichtung entdeckt man hier immer neue Kleinigkeiten der durchdachten Produktion. Sei es in der fabelhaften Ausstattung, kleinen Details, den Drehorten oder innerhalb der hervorragend ausgearbeiteten Dialoge. Die hochinteressanten Extras des Mediabooks - uns haben es insbesondere die kommentierten alternativen Enden angetan - runden das Sahnestück für die Home Entertainment-Sammlung ab. Absolute Kaufempfehlung!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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