Spring © Koch Media Film
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Artikel vom 14.10.2015 | Heimkino->Blu-Ray

Spring



Love is a Monster


Vorsicht Genrefans - auch wenn Spring - Love is a Monster als Monster Movie, Bodyhorror oder auch Creature feature beworben wird, ist er von all dem nur ein kleines bisschen. Wer Blut, Schrecken und gewaltätige Monstrositäten erwartet, wird von dem nahezu poetischen Film des jungen Regieteam Justin Benson und Aaron Moorhead überrascht, wenn nicht gar enttäuscht werden.


Mediafacts
Spring © Koch Media Film
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Cover: Spring
Titel: Spring – Love is a Monster
Originaltitel: Spring
getestete Version: Blu-ray
Cast: Lou Taylor Pucci, Nadia Hilker, Shane Brady
Regie: Justin Benson, Aaron Moorhead
Vertrieb: Koch Media Film
Produktionsland: USA
Erscheinungstermin: 2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 109 Minuten
Ton: Deutsch, DTS-HD Master Audio 5.1 / Englisch, DTS-HD Master Audio 5.1
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Evan hat nach dem Tod seiner Mutter und dem Rausschmiss aus seinem Job alles verloren was ihn in seiner amerikanischen Heimat hält. Deshalb packt er kurz entschlossen seine sieben Sachen zusammen und zieht gen Italien. Dort angekommen verdingt er sich bei einem alten Farmer für Kost und Logis und trifft in dem kleinen Städtchen am Mittelmeer auf die Liebe seines Lebens. Doch die geheimnisvolle und schöne Louise birgt ein düsteres Geheimnis, das die aufkeimende Romanze in ein schreckliches Licht zu tauchen droht und sie zu einer echten Gefahr macht.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Nahezu 40 Minuten nimmt sich das Regieduo Justin Benson und Aaron Moorhead (V/H/S: VIRAL [Bonestorm]) um ihren Hauptcharakter Evan (nicht voll überzeugend: Lou Taylor Pucci) einzuführen. Wir sehen sein Leben in den USA zusammenbrechen und begleiten dessen Flucht nach Europa. Dort trifft er auf die wundervolle Louise (Stark: Nadia Hilker), verliebt sich und bändelt mit ihr an. Wenn man dem Film hier etwas vorwerfen mag, dann, dass er es nicht schafft uns seinen Maincharacter als Sympathieträger ans Herz zu legen - das raubt den über 100 Minuten Film doch etwas die Essenz. Das idyllische Örtchen am italienischen Mittelmeer in dem Spring spielt, erleben wir grundsätzlich überbelichtet - ein optisch gelungener Kunstgriff, der das zu Sehende unwirklich hell und gleißend erscheinen lässt.
Auch wenn die Romanze zwischen den beiden Protagonisten nicht unkompliziert aber zunächst scheinbar harmlos daherkommt, mahnen die ab und an eingeblendeten Zooms auf Kriechtiere und Insekten sowie einige seltsame Einstellungen zur Wachsamkeit beim ängstlichen Zuseher. Doch der darf - selbst als klar wird, dass an Louise irgendetwas sonderbar ist - immer die Augen offen halten, denn zum fürchten wirds noch lange nicht ... wenn es das überhaupt wird. Dialoglastig wohnen wir den beiden beim Kennenlernen, Lachen, Essen und schlafen bei, bis uns und Evan recht plötzlich mit sich steigernden Minisequenzen bewusst gemacht wird, dass die hübsche Louise auch eine ganz, ganz andere Seite hat. Als dann klar ist mit wem oder besser was er es da zu tun hat, ist es mit der leicht gruseligen Stimmung des Films dann auch vorbei und mit Wortwitz, geschliffenen Dialogen (die gerade zu Evan nicht immer passen wollen) und nahezu poetischem Flair bewegen wir uns auf das etwas zu sehr hinausgezögerte Ende von Spring zu.

Spring © Koch Media Film
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Wirklich düster wird Spring nur ganz selten

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Wer ist denn die blonde Frau da auf dem Cover? Das sieht so garnicht nach der begabten (in Spring dunkelhaarigen) deutschen Louise-Darstellerin Nadia Hilker aus. Egal, das Cover ist ansonsten schick, ein Wendecover ohne FSK-Gedöns gibts on top. Die Bildqualität des Streifens ist schwer zu beurteilen, da die Verfremdungen doch stark polarisieren - dem einen wirds gefallen, dem anderen nicht. Musikalisch ist Spring dünn untermalt, dem Raumklangfreund wird relativ wenig geboten. Das der Blu-ray dann aber jede Menge Bonusmaterial beiliegt, hat uns wirklich überrascht. Audiokommentare, zig kurze Featurettes, ein ausführliches Making of (über 70 Minuten) sowie entfallende Szenen und Trailer machen die Veröffentlichung mal richtig rund - danke dafür an Koch Media.

onyourscreenSHOTs

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  • Spring<br>© Koch Media Film
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Das Onyourscreen.de-Fazit zu SPRING


Auf Festivals bereits als Horrorfilm einer neuen Generation gefeiert, gelingt es Spring nicht ganz uns zu überzeugen. Dem irgendwie schönen Film fehlt der Sympatieträger und für einen Horrorfilm die dementsprechende Basis. Es muss ja nicht an jeder Ecke erschreckt oder gefleddert werden, aber ein klein wenig mehr gruselige Suspense sollte man schon erwarten dürfen. Trotzdem bleibt Spring ein unterhaltsames Irgendwas zwischen intelligenter Romanze und minimalem Bodyhorror á la Cronenberg, den sich zumindest experimentierfreudige Genre-Fans nicht entgehen lassen sollten.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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