Artikel vom 22.03.2011 | Themen

Spaß durch Trash?



Sind schlechte Filme die witzigeren Komödien?


Humor ist manches mal eine ernste Angelegenheit und läuft nur selten auf vorauszusehenden Bahnen. Oft findet man sich selbst Kopf schüttelnd auf der heimischen Couch sitzend über einen Film, der sich selbst als Komödie definierte und in der Werbung als "lustigste DVD-Veröffentlichung des Jahres" bezeichnet wurde, einem allerdings allenfalls ein verärgertes "Oh mein Gott" entlockt.

Bei solchen Komödien-Langeweilern erinnert man sich gern an einige Trash-Filmeperlen wie Flesh Eating Mothers, The Toxic Avenger oder Super Sonicman, die von Haus aus zwar keine Komödien sind, allerdings mehr Lacher bieten als es jeder Sandler- oder Stiller-Film je schaffen wird. Was genau an diesen Streifen so lustig ist, ist schnell erklärt: Sie sind so unglaublich billig produziert, dass man nur ungläubig staunen (oder lachen) kann. Angefangen bei miesen, wirklich miesen undmeist namenlosen Schauspielern, grottenschlechter Musik und aberwitziger Synchronisation sowie Storyideen, die so hanebüchen anmuten, dass sie wiederum den Gipfel der Kreativität bedeuten, sind es vor allem Möchtegern-Horrorfilme, die den größten (natürlich unfreiwilligen) Spaßfaktor bieten. Denn wenn plötzlich eine Mutter die Tochter auffressen will und der Sohn das mit einem: "Das hat sie früher noch nie gemacht", kommentiert, dann bleibt bei so manchem eingefleischten Cineasten kein Auge trocken.

Und dabei muss man noch nicht einmal in diese Untiefen des Trashes hinabsteigen, um wahre Schätze der komischen Nicht-Komödien anzutreffen. Es braucht im Grunde nämlich keinen Ed Wood, der mit Plan 9 from Outer Space so etwas wie den König der absurd-witzigen Trash-Filme geschaffen hat, um sich schlapp zu lachen. Denn selbst die jüngere Vergangenheit wartet mit Filmen auf, die so cool sein wollen, dass es schon wieder witzig ist. Als Beispiel hierfür soll Transporter 2 dienen, in dem Jason Statham eine Bombe unter seinem Auto entfernt, indem er sich mit seinem Auto überschlägt, an einem Kran vorbeispringt und die Bombe am Haken des Krans hängen bleibt. Für manche der Inbegriff einer coolen Actionsequenz, für andere ein Grund in ein schallendes Gelächter auszubrechen - über derart übertriebenen Schwachsinn.

Aber natürlich hängt es in letzter Instanz immer vom persönlichen Humor des Zuschauers ab, was er lustig findet und was nicht. Doch mit der grundsätzlichen Bereitschaft, über schlechte Filme lachen zu wollen, lässt sich so mancher Schund ohne Zweifel leichter ertragen. Denn wer erst einmal in Filme wie Flesh Eating Mothers einschaltet, der schaltet entsetzt über die miese Qualität entweder gleich wieder aus oder verlebt einen mehr als vergnüglichen Abend.

Trash versprechen auch diverse "DVD-Boxen" - einige davon finden sich hier: Schillernder Trash.


© Text: onyourscreen.de / TA


 
 
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