Schwermetall Chronicles © Universal
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Artikel vom 23.01.2013 | Heimkino->Serien

Schwermetall Chronicles - Die komplette 1. Staffel



Metal Hurlant Chronicle, Heavy Metal, Schwermetall?


Die Comicreihe "Métal hurlant" hat Kultstatus unter den Anhängern der graphischen Erzählungen und verschaffte ihren Künstlern wie beispielsweise Jean Giraus (aka Moebius) oder auch Richard Corben einen weltweiten Bekanntheitsgrad. Die zwischen 1975 und 1987 sowie 2002 bis 2006 erschienene, französische Zeitschrift erlangte, auch aufgrund von Kritik auf den gerne plakativ aufgesetzten Anteil an "sex and violence", internationale Berühmtheit unter dem Titel "Heavy Metal". In Deutschland war sie zeitweise auch als "Schwermetall" im Handel.

Mediafacts
Schwermetall Chronicles © Universal
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Blu-ray-Steeelbook: Schwermetall Chronicles
Titel: Schwermetall Chronicles
Originaltitel: Metal Hurlant Chronicles
Getestete Version: DVD
Produktionsjahr: 2012
Episoden: 6 in 1. Staffel
Genre: Comic, SF, Fantasy
Cast: Guy Amram Jean-Yves Bertelot Scott Adkins Michael Jai White Darren Shahlavi Matt Mullins Kelly Brook Joe Flanigan Rutger Hauer Dominique Pinon
Regie: Guillaume Lubrano Label: Universal DVD
Nach einer durchaus gelungenen Zeichentrick-Verfilmung im Episodenstil im Jahr 1981, unter anderem mit Ivan Reitman als ausführenden Produzenten, wurde es zumindest filmisch lange still um Heavy Metal. Erst zur Jahrtausendwende folgte ein weiterer animierter Film namens Heavy Metal: F.A.K.K.² (Originaltitel: Heavy Metal 2000) basierend auf dem zwischenzeitlich eingestellten Comic.
Durchaus überraschend war, das 2012 die ersten Szenen zu einer realverfilmten Serie namens Metal Hurlant Chronicles auftauchten und sich mit "Animax" gar ein Sender fand, der die Serie unter dem Namen Schwermetall ins deutsche TV-Programm bugiseren wollte. Die erste Staffel mit ihren sechs, je in sich völlig abgeschlossene Episoden, bringt nun Universal als DVD und Blu-ray Steelbook ab dem 7. Februar 2013 auf den deutschen Markt. Wir haben uns die Serie Schwermetall Chronicles vorab angesehen und wollen euch hier einen kurzen Einblick geben.

Serienkurzbeschreibung


Wie auch im Zeichentrickfilm von 1981 hält eine Rahmenerzählung die einzelnen Episoden der Schwermetall Chronicles zusammen. Hier ist es der jenseits von Zeit und Raum umherirrende Planetenrest namens Schwermetall, der die Geschichte der Welten oder Personen beeinflusst, die seinen ziellosen Weg kreuzen. Die Episoden sind ansonsten immer in sich geschlossen, alle Folgen liefern neue Heroen und Bösewichte und sind meist eher ironisch bissige Science-Fiction-Stories.

"King's Crown", die erste Folge der ersten Staffel spielt beispielsweise in einer vermutlich fernen Zukunft, was zumindest die seltsamen Roboter und fliegende Drohnen andeuten. Die Kleidung der handelnden Personen, das Setting aber auch die Geschichte als solches widerspricht dem durch ihre eher mittelalterliche Anmutung. In der Startfolge dreht sich alles um ein Turnier, das einen würdigen Nachfolger des sterbenden Königs eines schwebenden Reiches ermitteln soll. Die Mixtur aus mittelalterlichem Waffenkampf und Martial Arts-Skills der actionerprobten, durchaus bekannten Hauptakteure ist wirklich ansehenlich.

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Szenebild aus der 1. Folge: King's Crown

"Shelter Me", die zweite Folge, ist dagegen eine zwar beklemmend erzählte, optisch aber unspektakuläre Endzeitstory. Hier findet man sich mit zwei Personen in einem kleinen, privaten Luftschutzbunker wieder und erlebt deren Tage nach dem finalen atomaren Krieg. Die männliche Hauptrolle spielt hier übrigens James Marsters, der vielbeschäftigten Seriendarsteller, den meisten am ehesten bekannt aus Buffy.

Folge Drei heißt "Three on a Match" und bringt die Havarie zweier Elitekämpfer und einem eher schmächtigen Ingenieur in einer Rettungskapsel auf den Bildschirm. Die Luft dort schwindet und augenscheinlich entscheidet die Macht des Stärkeren nun über Leben und Tod - bis zum ironischen Ende. Witziges am Rande: man kann den Ingenieur zwischendurch beim Lesen einer Zeitschrift namens "Metal Hurlant" beobachten. Am interessantesten in der nicht so ganz gelungenen Story ist hier fast die Vorgeschichte um den weiblichen, despotischen Captain der USS Atlanta und die zwischendrin angerissene Geschichte von einem der kampferprobten Soldaten. Die findet nämlich wieder eine Aufnahme in der letzen Episode der Staffel.

Folge Vier beseht aus zwei kürzeren Episoden ("Red Light" / "Cold Hard Facts"), die erste spielt auf einem scheinbar von Aliens eroberten Planeten und einer ihrer humanoiden Gefangenen, der einen Fluchtversuch startet. Folge zwei spielt im Los Angeles des Jahres 2312 und beschreibt voller Ironie wohin Überbevölkerung die Regierungsverantwortlichen treiben kann.

Schwermetall Chronicles © Universal DVD
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Szenebild aus der 4. Folge: Cold Hard Facts

"Pledge of Anya", Folge Fünf: Joshua, jahrelang auf ein Ziel hin trainiert, wird von Kern (Rutger Hauer) durch Raum und Zeit hinunter auf die Erde geschickt um "den Drachen" zu töten. Doch wo ist und was oder wer ist der Drache? Und was macht er im verschneiten Österreich?

In der letzten Folge namens "Master of Destiny" begleiten wir Hondo, gespielt von Joe Flanigan und dessen Partner auf einer Söldnermission. Der dabei schwer Verwundete erzählt Hondo im Sterben von einem Planeten dessen seltsame Bewohner jedermanns Todeszeitpunkt voraussagen können. Das beschäftigt den harten Kerl solange, bis er aufbricht um die Stunde seines eigenen Ablebens zu erfahren. Was er tatsächlich bekommt, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
Detail am Rande der Folge: Hier wird Sammy Hagars bekannter Song "Heavy Metal" während einer exessiven Barszene als Musikuntermalung benutzt. Dieser war auch bereits im Soundtrack der Folge "So Beautiful and So Dangerous" im Film Heavy Metal von 1981 zu hören.

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Szenebild aus der 6. Folge: Master of Destiny

Das meint onyourscreen zur Serie


Wie man an den Beschreibungen sehr schön sehen kann, ist diese Anthologie ein Mix aus Genres, Zeiten und Ideen. Der lose Zusammenhang durch den namensgebenden Meteoriten ist eher unbedeutend. Die Stories sind genauso wie die visuellen Effekte und Bauten qualitativ schwankend von "gut" bis "scheinbar budgetlos", aber eigentlich immer unterhaltsam. Regisseur Guillaume Lubrano deutet auch im Making of zur ersten Folge an, das die komplette Serie in etwa soviel kosten durfte, wie sonst eine Folge einer durchschnittlichen französischen Serie. Doch der leichte Trashfaktor ist kaum störend, im Gegenteil: so wirkt das ganze tatsächlich noch comichafter. Vermissen werden eingefleischte Fans des Magazins eher die zurückgenommene Darstellung von Gewalt und Sex, die durchaus näher am Original hätte sein können. Wo Spartacus und Rome übertreiben, nehmen sich die belgisch-französischen Macher von Schwermetal Chronicles leider etwas zu sehr zurück. Alles in allem aber "mal was anderes", kann man sich anschauen. Anschauen sollte man sich auch die sehenswerten Making ofs von Episode 1 und 2, die Doku "Metal Hurlant Chronicles auf der Comic Con" dagegen ist wohl wirklich nur was für Fans.

Getestet haben wir übrigens die 3-Disk-DVD Version, deren Bild und Ton ausserordentlich sauber rüber kamen. Das optisch ansprechendere Blu-ray Steelbook ist dazu noch in limitierter Erstauflage erhältlich.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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