Samurai Champloo © manglobe / Shimoigusa Champloos
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Artikel vom 03.06.2015 | Heimkino->Serien

Samurai Champloo



Auch Ronins lieben fette Beats


Nach dem Namen der damaligen Hauptstadt Edo - dem heutigen Tokio - wurde die Edo-Zeit (von 1603 bis 1868) benannt. Dieser Abschnitt der japanischen Geschichte und die Gegenden rund um Edo bilden das Szenario der Animeserie Samurai Champloo - allerdings historisch wenig korrekt, sprachlich eher neuzeitlich und musikalisch zwischen fetten Beats, coolen Instrumentalsounds und HipHop. Wie auch immer das ausführende Anime-Studio Manglobe auf diese Kombination gekommen ist - sie groovt ...

Serienfacts
Samurai Champloo © manglobe / Shimoigusa Champloos
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Cover der Blu-ray-Edition
Serientitel: Samurai Champloo
Originaltitel: ??????????, Samurai Champloo
Produktion: Manglobe
Produktionsland: Japan
Studio/Verleih: Nipponart
Produktionsjahr: 2004
Spieldauer je Folge: ca. 23 Minuten
Folgen insgesamt: 26, eine Staffel
Sprache: Deutsch (DTS-HDMA 5.1), Japisch (DTS-HDMA 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9
FSK: 16

Filmkurzbeschreibung


Die niedliche Fuu arbeitet in einem Teehaus, muss sich so einiges gefallen lassen und macht sich irgendwann auf die Suche nach dem Samurai, der nach Sonnenblumen duftet - warum werden wir hier nicht verraten. An ein Versprechen zu ihr gebunden, begleiten zwei herrenlose Schwertkämpfer das noch junge Mädchen. Zum einen haben wir da Samurai Mugen: wild, aufbrausend, lässig, erst handelnd und dann denkend. Zum anderen komplettiert Jin das Trio, ein eher schweigsamer, ruhiger und gelassener Ronin. Da diese Kombination eher wie Feuer und Wasser als wie Ying und Yang funktioniert und Fuu auch nicht nur für Friede und Freundschaft in der seltsamen Truppe sorgt, stolpert das seltsame Reisekonglumerat durch die seltsamsten und gefährlichsten Abenteuer.

Das meint Onyourscreen.de zum Anime


Wenn man will steht der Titel Samurai Champloo dafür, das die 2004 produzierte Anime-Serie komplett konträre Dinge nutzt, um damit eine abenteuerliche Martial Arts-Story zu erzählen. So werden hier Samurai-Kodexe, japanische Kultur sowie mal korrekte, mal frei erfundene historische Ereignisse mit eher neuzeitlichen Spachgebräuchen und vor allem neuzeitlicher Musik gemixt. Auch wenn, vermutlich aufgrund des Titelsongs, die Serie gerne als HipHop-Samurai-Story verkauft wird, ist es, gerade wenn man an den deutschen (teils) Möchtegern-HippiHoppi denkt, fast schon eine Denunzierung. Fette Beats liegen oft unter dem Ganzen, aber es ist eher der Style als solches, der die Coolness und den Flair von Samurai Champloo ausmacht. HipHopende Barden die reisende Samurais (die ihre Biographie schreiben) besingen und ähnlicher Wahnsinn, kommen aber tatsächlich vor. Also bitte nicht wundern.

Samurai Champloo © manglobe / Shimoigusa Champloos
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Fuu in Nöten

Die Rahmenstory als solches - Fuus Suche nach dem Samurai der nach Sonnenblumen duftet - spielt übrigens eher eine untergeordnete Rolle ... leider. Die meisten der 26 Episoden stehen nämlich tatsächlich für sich allein und laufen nahezu nach dem gleichen Muster ab: die muntere Reisetruppe hat keine Kohle und muss irgendwas anstellen um an Nahrhaftes und/oder einen Schlafplatz zu gelangen. Gerne wird Mugen dabei von hübschen Damen in seiner Ziestrebigkeit gehindert, Jin dagegen wird hier und da störend von seiner Vergangenheit eingeholt. Fuu hält weitestgehend das Trio zusammen, auch wenn sie oft selber der Grund für das nächste Abenteuer ist. Die Stars der meisten Epsioden sind übrigens die Fights - denn so gut wie immer schlägt sich einer der Truppe mit wechselnden Gegnern, ab und an kämpft man auch gemeinsam, aber hin und wieder auch mal untereinander - was immer gut anzusehen ist, oft blutig daherkommt und meist die coolste Musikuntermalung mit sich zieht. Die Kurzweiligkeit der einzelnen Folgen überspielt dabei das Manko der vernachlässigten Rahmenhandlung - etwas mehr davon wäre aber tatsächlich wünschenswert gewesen.


Das mein Onyourscreen.de zur Blu-ray Collectors Edition


"Nipponart" bringt uns die rund 650 Minunten lässige Samurai-Action in einer wertigen Collector’s Edition als DVD und (erstmals in Deutschland) als Blu-ray nach Hause. Wir durten uns die HD-Version ansehen und sind begeistert, sowohl von der abgedrehten Serie als auch von der Darreichung, Das mit schicken Artworks verzierte Digibook steckt im stabilen Schuber, die einzelnen Disks (4) sind eine Show für sich. Wie Long Player gestyled macht das richtig was her. Innen erwarten den Käufer ein 3er-Postkartenset sowie ein Booklet gefüllt mit Interviews der Macher. Die weiteren Extras sind dagegen eher Peanuts: Original-Abspann, Charakterentwürfe, Original-Trailer sowie ein Promotional Video sind jetzt nicht so der Hit. Dafür punktet das farb- und schärfetechnisch überzeugende Bild und der fette Sound der Blu-rays. Die Komplettbox enthält natürlich alle 26 Episoden des Samurai-Action-Anime und ist (zum leider nicht ganz günstigen Preis) sowohl bei nipponart.de, den diversen Onlinehändlern und dem versierten Fachhandel erhältlich.

Samurai Champloo © manglobe / Shimoigusa Champloos
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Unboxing: Samurai Champloo Collector`s Edition

Das Onyourscreen.de-Fazit zu SAMURAI CHAMPLOO


Samurai Champloo

ist vieles: ungewöhnlich, atmosphärisch, witzig, spannend, cool ... die Verbindung aus modernen Rythmen, einfallsreichem Zeichenstil, eingestreutem "Jo Alter"-Jargon und dem historischen Szenario kombiniert mit blutigen Fights wird in seiner Unterhaltsamkeit ausschließlich durch die Fokussierung auf die einzelne Episode getrübt - ein wenig mehr Zusammenhang hätte nicht geschadet. Andererseits kann man so nahezu jede Folge in jedweder Reihenfolge anschauen, falls man mal nicht sicher ist, welche die letzte angesehene Episode war. Animefans mit dem Sinn für die etwas andere Serie dürfen hier bedenkenlos zuschlagen. © manglobe / Shimoigusa Champloos


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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