Resident Evil: The Final Chapter © Constantin Film
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Artikel vom 24.01.2017 | Echtes Kino

Resident Evil: The Final Chapter



Der letzte Versuch?


Es ist wieder soweit: Alice kämpft sich wiedereinmal durch eine verseuchte Welt voller Zombies und wahnwitzigen Gegenspielern. Resident Evil: The Final Chapter kommt am 26. Januar 2017 im Vertrieb von Constantin Film in die deutschen Kinos - wir haben uns den Streifen für euch angesehen.

Filmkurzbeschreibung


Als einzige Überlebende des Krieges, der als letzter Widerstand der Menschheit gegen die Untoten geplant war, muss Alice nun dorthin zurückkehren, wo der Alptraum begann – Raccoon City, wo die Umbrella Corporation ihre Truppen für einen finalen Schlag gegen die Überlebenden der Apokalypse versammelt …

Trailer: Resident Evil: The Final Chapter

Das meint Onyourscreen.de zum Film


"Capcom" ist eine japanische Gamingschmiede, die Arcade-Spielern erster Stunde schon durch den süchtig machende Knaller-Videogameautomaten "1942" (aus 1984) bekannt sein dürfte. Neben der ebenfalls zuerst in den Spielhallen aufgetauchten "Streetfighter"-Beat ’em up-Reihe, prägten Hits wie "Ghosts ’n Goblins", "Commando" oder "Mega Man" den Ruf der Spielefabrikanten. Capcom veröffentlichte 1996 (auf der Playstation (1)) das Survival Horror Game "Resident Evil" (wobei das japanische Original ja eigentlich "Biohazard" hieß), auf dessen Erfolg dann Adaptionen für alle gängigen Systeme und jede Menge Sequels und Ableger folgten. Der umtriebige, mittlerweile verstorbene deutsche Ausnahme-Produzent Bernd Eichinger erkannte das Potential der Reihe für das Kino und erwarb 1997 die Filmrechte an "Resident Evil". Für das Drehbuch war zuerst sogar Zombie-Gottvater George A. Romero vorgesehen, was aber schlußendlich an Differenzen zum Inhalt mit den Verantwortlichen scheiterte. Vermutlich wäre Romeros Stoff weitaus näher an die Gaming-Reihe angelegt gewesen, denn genau die inhaltliche Eigenständigkeit und Entfernung vom Game-Plot wird der mittlerweile sechs Realfilme umfassenden Reihe von der Fangemeinde der Spiele vorgeworfen. Zuviel Action, zu wenig Atmosphäre sagen die einen, genau richtig sagen die anderen. Fakt ist, dass die von Constantin Film produzierte Filmreihe – Resident Evil (2002), Resident Evil: Apocalypse (2004), Resident Evil: Extinction (2007), Resident Evil: Afterlife (2010) und Resident Evil: Retribution (2012) – an den Kinokassen weltweit mehr als 1 Milliarde Dollar einspielte. Resident Evil: The Final Chapter, der nunmehr letzte Teil (wers glaubt?!) des Franchises, verspricht nun ein weiteres Mal atemberaubende Action, gewaltige Zombieattacken und eine knallharte Heldin, die kein Erbarmen kennt: erneut mimt Milla Jovovich - wiederum unter der Regie von Paul W. S. Anderson - die toughe Alice, welche von Red Queen, dem Computer-Hologramm der Umbrella Corp., den Rat erhält, innerhalb von 48 Stunden nach Racoon City zurückzukehren und mit einem Antiserum die letzten menschlichen Überreste vor der vollständigen Ausrottung zu schützen. Was dann folgt ist ein Non-Stop-Action-Gedröse ohne die kleinste Atempause - für uns eindeutig zuviel. Auge und Hirn werden von immer neuen Zombieherden, mörderischen Clonen, Explosionen, Shoot-outs, Martial-Arts-Kloppereien, Scares und Splattereinlagen zugebombt, während die Story hier eindeutig ins Hintertreffen gerrät. Auch atmosphärisch ist Resident Evil: The Final Chapter ein Tiefpunkt der Reihe. Konnten frühere Teile noch ansatzweise eine glaubhafte Apokalyse vermitteln, schaffen es die extrem künstlichen Bilder der zerstörten Welt hier nicht, so etwas wie gruselige Schauer oder Gänsehaut zu erzeugen. Wo in früheren Teilen die Coolness und der eine oder andere schräge Spruch der Hauptdarstellerin für Unterhaltung sorgte, folgt in diesem Teil auf ähnliche Versuche maximales Kopfschütteln. Vielleicht sollte dieser Teil tatsächlich das finale Kapitel darstellen - Rest in Peace "Resident Evil".

Das Onyourscreen.de-Fazit zu Resident Evil: The Final Chapter


Ein gut gemeinter Hinweis: man sollte mit der Reihe vertraut sein, wenn man dem bisschen Handlung das Resident Evil: The Final Chapter vorzuweisen hat, folgen möchte. Wenn man dann noch auf Non-Stop-Action steht und einem das recht fragwürdig designte Drumherum egal ist, dann kann man auch an dem nunmehr sechsten Teil der Reihe, der am 26. Januar 2017 in den deutschen Kinos anläuft, möglicherweise seinen Spaß haben. Wer sich allerdings eher an den ersten, höchst atmosphärsichen Videogames erfreut hat, sollte diese Verfilmung tunlichst meiden.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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