Reclaim - Auf eigenes Risiko © Sqquare One / Universum Film
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Artikel vom 12.05.2015 | Heimkino->Blu-Ray

Reclaim - Auf eigenes Risiko



Quo Vadis Mr. Cusack?


John Cusack avancierte vom Teenie- zum Weltstar und spätestens seit dem Stephen Frears-Meisterwerk High Fidelity (OYS-Review) kennt den Mann jeder ernsthafte Filmfan. Dennoch ist seine Rollenauswahl seit Beginn des Milleniums irgendwie merkwürdig. Man könnte zwischendrin meinen, er habe wissentlich dem Big Business abgeschworen und gibt eher Hollywoodabtrünnigen wie David Cronenberg (Maps to the Stars) oder, und das ist weitaus schlimmer, (B-?) Movies die in Deutschland ohne Umwege Direct-to-Video erscheinen, seinen immer noch groß klingenden Namen. Doch dagagen sprechen Engagments wie in Roland Emmerichs Blockbuster 2012 oder Zimmer 1408. Wo darf man denn nun, nach dem unsäglich schlechten Drive Hard, John Cusacks Zusammenarbeit mit dem ebenfalls bekannten Ryan Phillippe in Reclaim - Auf eigenes Risiko einordnen?


Mediafacts
Reclaim - Auf eigenes Risiko © Sqquare One / Universum Film
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Cover: Reclaim
Titel: Reclaim - Auf eigenes Risiko
Originaltitel: Reclaim
getestete Version: Blu-ray
Cast: John Cusack, Ryan Phillippe, Rachelle Lefevre, Jacki Weaver
Regie: Alan White
Studio/Vertrieb:Aquare One / Universum Film
Produktionsland: USA
Erscheinungstermin: 2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 96 Minuten Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Der Kinderwunsch ist groß bei Steven und Shannon - groß und unerfüllt. Und das belastet die Beziehung der beiden so sehr, das sie beschließen zu handeln. Sie wollen die haitianische Waise Nina adoptieren und dazu reisen die beiden nach Puerto Rico. Alles scheint prima zu laufen und die glücklichen Neu-Eltern warten nur noch auf die Papiere des frischen Familienmitglieds. Doch dann verschwindet Nina nachts aus ihrem Bett und von der so vertrauenserweckenden Adoptionsagentur existiert plötzlich weder Webseite, Telefonnummer noch das eigentliche Büro. So nach und nach begreifen die beiden, dass auch der scheinbar freundliche Benjamin, den das Paar am Strand kennengelernt hat, seine Finger mit im Spiel hat. Schnell entwickelt sich die Suche für alle Beteiligten zu einem Kampf ums nackte Überleben ...

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Bevor wir auf die eingangs gestellte Frage eingehen, wollen wir die Karrieren der beiden Schauspielgrößen etwas genauer unter die Lupe nehmen, die beide schon früh in ihrem Leben mit dem darstellenden Geschäft in Berührung gekommen sind.

John Cusack
Mit einem Vater als Dokumentarfilmer und vier Geschwister, die ebenfalls als Darsteller aktiv sind, wurde John Cusack die Leidenschaft für die Schauspielerei in die Wiege gelegt. 1966 in Evanston (Illinois/USA) geboren, macht Cusack als zwölfjähriger seine ersten Gehversuche im „Piven Theatre Workshop“ seiner Eltern und debütiert 1983 in Class erstmals auf der Kinoleinwand. Mit Rollen im Jugendfilm-Klassiker Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers (1986) und Teen Lover (1989), avanciert er zum Teenie-Star. Fortan ist der smarte Schauspieler nicht nur in Kinoproduktionen zu sehen, sondern als Regisseur und Produzent in seiner eigenen Theater-Gruppe „The New Criminals“ und Produktionsfirma „New Crime Productions“ aktiv. Einem breiten Publikum wird John Cusack mit Darbietungen in Grifters (1990), Mitternacht im Garten von Gut und Böse (1997) und Con Air (1997) bekannt und beweist zugleich, dass er wandelbar wie kaum ein Anderer ist. Ob als erfolgloser Puppenspieler Craig Schwartz in Being John (1999), als liebenswerter Plattenladenhändler Rob in High Fidelity (2000) oder als Anti-Held Eddie in der romantischen Komödie Americas Sweethearts (2001) – John Cusack überzeugt immer wieder mit seinem umfassenden Repertoire.

Reclaim - Auf eigenes Risiko © Sqquare One / Universum Film
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John Cusack

Ryan Phillippe
Starke Charakterrollen verhalfen auch Ryan Phillippe (1974 in New Castle, Delaware/USA geboren) zu einem Imagewandel vom Mädchenschwarm zum ernstzunehmenden Schauspieler. Nach einigen Engagements für das Fernsehen, zu welchem unter anderem seine Rolle als Homosexueller in der Daily Soap Liebe, Lüge, Leidenschaft (1992/1993), sowie Auftritte in Chicago Hope (1994) und Ein Mountie in Chicago (1997) zählten, gelingt Phillippe kurz darauf mit zwei Kinofilmen der große Durchbruch. Zunächst feiert er mit dem Horrorfilm Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast (1998) an der Seite von Sarah Michelle Gellar Erfolge, bevor er als Frauenheld Sebastian Valmont seine spätere Ehefrau Reese Witherspoon in Eiskalte Engel (1999) verführt. Nach seinem rasanten Aufstieg, legt Phillippe sein Teenie-Image mit Darbietungen in Sozial- und Kriegsdramen wie L.A. Crash (2005), Flags of our Fathers (2006), The Bang Bang Club (2010) und Der Mandant (2011) endgültig ab.

Reclaim - Auf eigenes Risiko © Sqquare One / Universum Film
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Ryan Phillippe

In Reclaim - Auf eigenes Risiko treffen John Cusack und Ryan Phillippe erstmalig vor der Kamera aufeinander - und das in einem entschlossenen Kampf um Geld bzw. die eigene Familie. Leider dürfen wir auch hier wieder nur einer weiteren Direct-to-Video-Premiere zusehen, für die große Leinwand (zumindest in Deutschland) reichte das Vertrauen der Verantwortlichen in diese Produktion nicht. Nicht zu unrecht, wie uns scheint. Zu simpel, zu heruntergekurbelt, zu unengagiert und vor allem zu vorhersehbar kommt Reclaim daher. Die Fronten sind schon geklärt, bevor der Film sie aufdeckt. Was so alles passiert, erzählt nicht umsonst schon der Rückentext der DVD/Blu-ray. Warum auch künstlich Spannung erzeugen, wenn der Film die Charaktere der Beteiligten, das was als nächstes passiert und auch das Ende bereits nach weniger als einem Drittel des Films erkennen lässt. Die Leistungen von Cusack und Phillippe sind dabei garnicht so übel, doch irgendwie wollen beide nicht wirklich ins Bild des Streifens passen ... was eigentlich für sie spricht.

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Bezeichnende Szene,verirrte Stars

Das Onyourscreen.de-Fazit zu RECLAIM - AUF EIGENES RISIKO


Sorry John, sorry Ryan - ihr seid da auf einem seltsamen Weg. Entweder Produktionen und Drehbücher genauer lesen oder dafür sorgen, das ihr solche Filme nicht spielen müsst (aus welchen [finanziellen?] Gründen auch immer). Ihr wisst doch was sonst passiert, oder? Schaut euch "Ich färb mir die Haare und spiele jeden Dreck für Kohle"-Nicolas Cage an - dessen Marktwert wird doch auch nur noch in Rubel statt in Doller berechnet. Gut, man kann sich Reclaim ansehen, gegen Ende kriegt er ja sogar sowas wie Tempo. Aber gut ist anders.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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