Rebirth © Eurovideo
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Artikel vom 16.05.2013 | Heimkino->DVD

Rebirth – Rache stirbt nie



Solides Action-Handwerk mit Schwächen


Beim Namen Jean-Marc Minéo müssen wohl die meisten Filmefans passen. Der Franzose ist vor allem in seiner Heimat als Nebendarsteller in kleinen Film-Produktionen und Serien mehr oder weniger bekannt. Die größte Filmrolle dürfte Minéo dabei wohl im Film Handicap (2004) zukommen, doch auch in Brian De Palmas 2002 veröffentlichen Femme Fatale (mit Antonio Banderas und Rebecca Romijn) hatte der Franzose einen kleinen Auftritt. Doch Tausendsassa Minéo tritt auch als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur - insbesondere von Kurzfilmen – gerne einmal in Erscheinung. Ebenso scheint er als Stunt Koordinator seine Berufung gefunden zu haben. Diese Funktion wurde ihm unter anderem im Skandalfilm Baise-Moi (dtsch. Filmtitel „Fick mich!“) zu teil, einem an Gewalt und pornografischen Inhalten gesättigten und daher höchst umstrittenen Road-Movie aus dem Jahre 2002.
Mediafacts
Cover: Rebirth © Eurovideo
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Cover: Rebirth
Titel: Rebirth - Rache stirbt nie
Originaltitel: Rebirth
getestete Version: DVD
Cast: Jon Foo, Michael Cohen, Caroline Ducey
Regie: Jean-Marc Minéo
Produktionsland: Frankreich, Thailand
Studio/Verleih: Eurovideo
Erscheinungstermin: 2013
Produktionsjahr: 2011
Spieldauer: 79 Minuten
Sprache: Deutsch (DD 5.1 ), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J.
Doch nun zum eigentlichen filmischen Gegenstand. Mit Rebirth – Rache stirbt nie bringt Jean-Marc Minéo 2012 sein Spielfilmdebüt als Regisseur auf die Leinwand. Um es vorwegzunehmen: Bei dem in Amerika unter dem Titel Bankok Revenge veröffentlichten Kampfsport-Film liegt der Fokus ganz klar auf den Action-Sequenzen und nicht auf der Geschichte, was bei einer Martial-Arts-Produktion aber eigentlich auch niemand erwartet, denn Tiefgang gehört sicherlich nicht zu diesem Genre. Doch kommen wir erst einmal zum Inhalt von Rebirth.

Filmkurzbeschreibung


Als Zehnjähriger musste Manit (Jon Foo) mit ansehen, wie seine Eltern von Maskierten erschossen wurden. Selbst schwer verletzt, blockiert seit diesem Ereignis auch noch eine Kugel in seinem Kopf jegliche Empfindungen wie Hass oder Liebe. Sein neues Zuhause erhält der Waisenjunge bei einem Kampfkunstmeister, der ihn in die Lehre des Kung Fu einführt. 20 Jahre später bekommt Manit einen Schlag auf den Kopf, worauf sich die Kugel in seinem Kopf bewegt und sich seine Erinnerungen an die Vergangenheit und vor allem seine Gefühle entfesseln. Sein einziger Gedanke nun, der Tod seiner Eltern soll nicht ungesühnt bleiben ...

Das meint onyourscreen.de zum Film


Vergessen wir die Story und kommen gleich zu dem Action-Spektakel, das geschätzte 80 Prozent des Films ausmacht. Manit verkloppt während der reinen Spielzeit von 76 Minuten jede Menge Typen, von korrupten Polizisten bis hin zu einer Heroingang werden hier alle ordentlich und schonungslos durch die Mangel genommen. Blut im Übermaß sollte man dennoch nicht erwarten. Insgesamt lässt sich an der handgemachten Action über weite Strecken eigentlich nicht viel aussetzen. Einige Szenen sind mitunter sogar recht gut gelungen. Hervorzuheben sind vor allem die Aufzug- und die Auto-Szene, in denen Manit seine Gegner auf engstem Raum und teils in akrobatischer Manier außer Gefecht setzt. Auch der Kampf in der U-Bahn unter Einbindung der Haltestangen ist wirklich nicht von schlechten Eltern – als Stunt Koordinator scheint Minéo sein Handwerk durchaus zu verstehen. Die Moves des Protagonisten sind zwar eher schlicht und oft mehr akrobatischer Natur, doch das lässt sich gut anschauen. Insgesamt ist der Schnitt recht zügig, aber jederzeit gut verfolgbar.

Jon Foo, bekannt aus dem 2010 verfilmten Spiel Tekken, überzeugt in Rebirth – Rache stirbt nie zwar mit seinen Kampfsport-Künsten, doch als Schauspieler wirkt er manchmal ein wenig lustlos und seine Mimik begrenzt. Ein weiteres Manko ist die schlechte Synchronisation des Films. Hier hätte sich eine bessere Umsetzung möglicherweise positiv auf das Gesamtergebnis ausgewirkt. Es mangelt insgesamt hier und da ein wenig an Esprit, manche Szenen wirken etwas überdreht, zum Beispiel als Manit gleich mehrere Thai-Boxer zu Boden streckt, nachdem sie ihm anscheinend schon ordentlich zugesetzt haben. Eine gewisse Parallele dazu findet sich in einer der Schluss-Szenen. Auch hier muss Manit zunächst kräftig einstecken, da gleich mehrere Gegner - unter anderem auch mit Fleischer-Haken - auf ihn einprügeln. Ein Schlag auf seinen Schädel aktiviert dabei dann die Kugel in seinem Kopf, sodass die alten Erinnerungen hervorbrechen. Daraufhin legt die Kampfmaschine Manit los … . Nun ja, so einfach gestrickt ist das Martial-Arts-Genre halt, wird sich manch einer denken!

Onyourscreen.de-Fazit zu Rebirth – Rache stirbt nie


Für Actionfans, die auf reichlich handgemachte Action stehen, ist Rebirth – Rache stirbt nie sicherlich ein netter Zeitvertreib, aber für überzeugte Martial Arts-Fans dürfte der Film wohl keine große Bereichung fürs DVD-Regal sein. Neben Kung-Fu-Größen wie Bruce Lee, Jet Li, Jackie Chan oder zuletzt etwa auch Tony Jaa in Ong-Bak aus dem Jahre 2003 verblasst das Regie-Debüt von Jean-Marc Minéo doch recht schnell. Da ist in großem Maße wohl auch der Person von Jon Foo geschuldet, dessen großartige Kampf-Künste seine schauspielerischen Fähigkeiten leider zu sehr in den Schatten stellen.


© Text: onyourscreen.de / SN


 
 
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