Quigley der Australier © capelight pictures
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Artikel vom 28.03.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Quigley der Australier



Tom Selleck down under


Tom "Magnum" Selleck als Westernheld? Gut, ist soweit noch glaubhaft. Doch wenn der Western dann zwischen Aborigines und Dingos mitten in Australien spielt, glaubt ein Non-Cineast doch, dass man ihm einen Bären (oder besser ein Kanguru?) aufbinden will. In der Tat jedoch spielt der Abenteuer-Western-Mix Quigley der Australier in "Down under" und war lange Zeit eine rare DVD mit mittelmäßigem Bild und Ton. Was sich dank capelight pictures nun geändert hatte ...


Mediafacts
Quigley der Australier © capelight pictures
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Cover: Quigley der Australier
Titel: Quigley der Australier
Originaltitel: Quigley down under
getestete Version: Mediabook
Cast: Tom Selleck, Laura San Giacomo, Alan Rickman
Regie: Simon Wincer
Produktionsland: USA/Australien
Studio/Verleih: capelight pictures
Erscheinungstermin: 2019
Produktionsjahr: 1990
Spieldauer: 120 Minuten (Blu-ray)
Sprache: Deutsch, Englisch
Regioncode: 2
FSK: ab 12 J.

Filmkurzbeschreibung


Der amerikanische Scharfschütze Matthew Quigley (Tom Selleck) ist für seine außergewöhnlichen Schießkünste bekannt. Mit seinem maßgefertigten Sharps-Büffelgewehr trifft er Ziele aus weiter Distanz wie kein anderer. Eine neue Anstellung führt ihn nach Australien, wo er für den raffgierigen Großgrundbesitzer Elliott Marston (Alan Rickman) Jagd auf Dingos machen soll. Doch Marston hat nur ein Ziel: noch mehr Landstriche des weitestgehend unbesiedelten Kontinents für sich zu beanspruchen. Und dafür schreckt er auch nicht vor der Ermordung der Ureinwohner des Landes zurück. Als Quigley realisiert, dass er keine Wildhunde, sondern Aborigines töten soll, weigert er sich, die Arbeit anzutreten – und gerät daraufhin selbst in die Schusslinie des skrupellosen Ranchers.

Witzig, spannend, mahnend?!


Was zeichnet eigentlich einen Standard-Western aus? Weite amerikanische Landschaften, Pferde, Büffel und selbstredend hübsche Ladies. Die indianischen Ureinwohner sind mal die Guten, oft die Gejagten aber ab und an auch mal die Agressoren - in der Regel wird ihnen aber einfach ihr Land streitig gemacht. Saufereien, Prügeleien und natürlich auch Schießereien sind an der Tagesordnung. Der Colt sitzt locker beim Oberbösewicht, doch einen standhaft-ehrenvollen Helden hat jeder klassische Western natürlich auch zu bieten. Soweit, so gut, so typisch. Passt auch fast alles zum vorliegenden Film ... nur spielt dieser in Australien. Also haben wir statt amerikanischen nun australische Landschaften, Dingos sowie Kängurus und statt Indianer müssen sich die Aborigines ihrer Ureinwohner-Haut erwehren. Das ungewohnte Setting verändert schon vieles, doch im Grunde bleibt Quigley der Australier (auch wenn man ihn eher als Abeneuerfilm bezeichnet) im Grunde seiner Story ein Western. Ein spannender Western mit nahezu durchgehend witzigen Zügen, die allerdings konterkariert werden, durch extreme, tödliche Übergriffe der Weißen auf die australischen Ureinwohner. Erstaunlich wie leicht man hier aus der reinen Unterhaltung zurück in die grausame Realität gezogen wird. Denn auch heute noch (Quigley der Australier erschien 1990) ist die dort unverhohlen vorgebrachte Gesellschaftskritik mehr als angebracht. Erwartet man nicht in einem solch zuerst sehr leicht-seichtem FIlm, wirkt aber möglicherweise gerade deswegen so extrem. Irritiernderweise schaffen es die verstörenden Momente aber nicht, die spannende Unterhaltsamkeit zu mindern.

Quigley der Australier © capelight pictures
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Tom Selleck als Quqley, im Hintergrund rechts Alan Rickmann

Getragen wird der abenteuerliche Streifen von vielem: von den wundervollen Settings, einem Ohrwurm-Soundtrack, tollen Landschaftsaufnahmen, cool-witzigen Sprüchen, von fast slapstick-artigen Einlagen, Shoot-Outs und natürlich von seinem wunderbaren Cast. Tom Selleck, den meisten sicherlich als der Hawaii-Hemden tragenden Serienheld "Magnum" bekannt, spielt hier eine ganz ähnliche Archetype - nur in lässigen Cowboyklamotten und mit Scharfschützengewehr. Eine geniale Partnerin wurde ihm mit Laura San Giacomo an die Seite gestellt. Sie spielt die verstörte Crazy Cora sexy, lustig aber ebenso dramatisch und mit einer Leichtigkeit, die einen umhaut. Auch Quigleys Gegenspieler, Elliot Marston, verkörpert durch den unvergleichlichen Alan Rickman ist ein Garant für grandioses Schauspiel. Leider hat er in diesem Film etwas zu wenig Screentime.

Quigley der Australier © capelight pictures
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Kommt als DVD sowie als 2-Disk-Collectors Edtion im Mediabook

Das meint Onyourscreen zur Veröffentlichung


Und wieder beweisst capelight Gespür für den richtigen Film - ein weiterer (semi-moderner) Klassiker reiht sich ein in die wundervolle Mediabookreihe des Vorzeigelabels ... zumindest wenn man möchte, denn tatsächlich kommt der Streifen auch gleichzeitig als Singe-DVD auf den Markt. Was einem dann fehlt ist allerdings das tolle 24-seitige Booklet sowie der Film auf Blu-ray - beides bleibt dem 2-Disk Mediabook (BR DVD) vorbehalten. Dieses kommt in passend matter Optik daher, mit einem (uMn) kleinen Schönheitsfehler im ansonsten schicken Coverdesign ... tatsächlich sagt unser Geschmack, dass man das "Tom Selleck" nicht so hoch an den Coverrand hätte quetschen sollen, dass das "T" von Tom dazu im Knick des "Buches" liegt, ist ebenso unschön. Viel schöner dagegen sind die Extras, die neben dem 120 minütigen Film, die Disks bevölkern:

- "Finding Crazy Cora" - Ein Interview mit Laura San Giacomo"
- This One Shoots A Mite Further": Ein Interview mit dem Waffenexperten Mike Tristano
- Featurette: "Die Wiedergeburt des Westerns"
- TV-Spots
- Originalkinotrailer
- Deutscher Kinotrailer

Erwähnen wollen wir noch den glasklaren Sound und die super-satten Farben der Veröffentlichung, alles richtig gemacht!


Fazit


Spannend, witzig und trotzdem mahnend - das alles zu sein, kann nicht jeder Film von sich behaupten. Dass dem Zuschauer in manchen Szenen das Lachen im Hals stecken bleibt, ist genauso beabsichtigt wie gekonnt gemacht! Die spannende Story in Quigley der Australier wurde großartig umgesetzt, toll dargestellt und weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. Die Kritik an der Ausbeutung der australischen Ureinwohner kommt beim Zuseher an und bleibt trotz allem Abenteuer- und Frohsinn haften. Verblüffend.

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  • Quigley der Australier<br>© capelight pictures
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  • Bild aus Fotogalerie<br>© Hansa-Park
  • Achterbahn Dwervelwind<br>


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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