Proxy © Ascot elite Home Entertainment
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Artikel vom 25.10.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Proxy




Zack Parkers verstörender und intensiver Psychothriller Proxy (Proxy, ein Begriff aus der Softwareentwicklung, wird auch "Stellvertreter" genannt) nimmt sich des recht seltenen "Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom" an, einer merkwürdigen psychischen Störung, an der meist Mütter leiden. Gemeinsam mit Drehbuchautor Kevin Donner entwirft hier Parker einen verstörenden Thriller mit Tricky turns und effektiven, fast zu fiesen Scares.

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Verbindet Melanie und Esther etwas?

Mediafacts
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Blu-ray-Cover: Proxy
Titel: Proxy
Originaltitel: Proxy
getestete Version: Blu-ray
Cast: Joe Swanberg, Kristina Klebe, Alexia Rasmussen, Alexa Havins
Regie: Zack Parker
Studio/Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Produktionsland: USA
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 118 Minuten
Regioncode: 2
FSK: ab 18 J

Filmkurzbeschreibung


Für die von jeher leicht desorientierte Esther war es ein Schock: Nach einem medizinischem Check kurz vor der Geburt ihres via Samenbank entstandenen Kindes wurde sie, ohne jeglichen Hinweis auf ein wieso oder warum, von einem Unbekannten niedergeschlagen und absichtlich, vor allem am Bauch verletzt. Als sie im Krankenhaus erwacht, ist ihr ungeborenes Kind tot. Seelische Unterstützung findet sie in einer Selbsthilfegruppe, wo sie Melanie kennen lernt, die einen ähnlichen Schicksalsschlag hinnehmen musste. Doch die scheinbar heile Fassade ihrer neuen Freundin beginnt allmählich zu bröckeln. Durch Zufall findet Esther heraus, dass Melanies Kind sehr wohl noch am Leben ist und sie die ganze Zeit belogen wurde. Esther trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Der den meisten wohl unbekannte Independent-Regisseur Zack Parker ist unverkennbar Fan von den verstörenderen Hitchcock-Ergüssen. Das macht er unserer Meinung nach auch mit der Wahl des Titel für seinen mittlerweile vierten abendfüllenden Spielfilm unmissverständlich klar: Proxy erinnert an Psycho, Frenzy, Marnie, Vertigo, Topaz, Suspicion ... aus Sicht der Namenswirkung! Aber auch ansonsten darf man direkte Anleihen beim Großmeister suchen und finden - das sah auch die Jury beim "Sitges - Catalonian International Film Festival 2013" so und gab Proxy eine Nominierung als Bester Film. Zurecht, allerdings nur wenn man die erste Hälfte des Films betrachtet, denn hier hat er seine Stärken. Unangenehme Stimmung, sehr gut herausgearbeitete Protagonisten, eine engagierte und einfallsreiche Story inklusve der bereits eingangs erwähnten Wendungen und den fast überzogenen Gewaltmomenten - bei denen man sich durchaus fragen darf, ob das in einem solchen Film so sein muss?! Ja, muss - denn es unterstützt die Grausamkeit in der sich die Story und ihre Handelnden wiederfinden. Dummerweise entfällt eine der tragenden Hauptfiguren in der zweiten Hälfte des Indie-Streifen, die leider nicht adäquat ersetzt wird. Die fortan dominierende Mit-Hauptrolle ist bei weitem nicht so gut gezeichnet und lange nicht so gut gespielt. Ausserdem übertreiben es die Macher und bauen den einen oder anderen Twist zuviel hinein. Insgesamt zieht das, und eine latent vorherrschende Langatmigkeit zwischendrin, Proxy ins obere Mittelmaß zurück - da wäre sicherlich mehr gegangen.


Das Onyourscreen.de-Fazit zu PROXY


Proxy ist nichts, aber auch garnichts für Jedermann und schon gar nichts für Weicheier - Proxy erfordert Aufmerksamkeit, Geduld und eine gehörige Portion Abgebrühtheit. Proxy ist nichts für zwischendurch, nichts für einen anspruchslosen Filmabend und Chips oder Bier schmecken auch nicht dazu. Insgesamt gesehen ist Proxy aber durchaus empfehlenswert - sollte man mal gesehen haben.
Bildet euch selber ein Urteil - Proxy ist am 14.10.2014 auf DVD und Blu-ray erschienen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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