Primitve © Anolis Entertainment
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Artikel vom 24.07.2013 | Heimkino->Blu-Ray

Primitive



Beware the evil within


Rezept für einen trashig-schönen B-Monsterkracher:
Man nehme einen Horror-Film begeisterten Regisseur, viel Enthusiasmus bei den Produzenten sowie der Crew, nur wenige ausgewählte Schauspieler, einen B-Movie-Kultstar, eine klassische Idee, ein leidlich passendes Set und ein geringes Budget. Dann lässt man das Ganze in ordentlich viel Kunstblut circa 85 Minuten vor sich hin köcheln.
Heraus kommt eine Film, der fast wie eine Hommage an die ganzen kleinen und günstigen Horrorstreifen wirkt, die zeitlich deutlich vor der Multiplex-Ära die Kinoleinwände heimsuchten.

Mediafacts
Primitve © Anolis Entertainment
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Cover: Primitive
Titel: Primitive
Originaltitel: Primitive
getestete Version: Blu-ray
Cast: Matt O'Neill, Kristin Lorenz, Jeff Ryan, Reggie Bannister
Regie: Benjamin Cooper
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
Erscheinungstermin: 2013
Produktionsjahr: 2011
Spieldauer: 85 Minuten
Sprache: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS HD Master 5.1)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J.

Filmkurzbeschreibung


Martin flippt wieder mal aus, dieses Mal am Set eines Low-Budget-Horrorfilm. Der SFX-Make-Up-Artist wird unter Druck gesetzt, sieht rot und prügelt sich mit dem Regisseur. Keine wirklich gute Idee. Um einer Anklage zu entgehen, muss sich Martin einer Anti-Aggressionssitzung bei einem auf Hypnose spezialisierten Therapeuten unterziehen. Die Tiefenhypnose verläuft seltsam, aber vorerst sind weder Martin noch seine Freundin beunruhigt. Doch das ändert sich, als Martin erfährt, dass seine Mutter, zu der er schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, verstorben ist.
Kurz nachdem er in seinem früheren Heimatort angekommen ist, geschehen weitere mysteriöse Todesfälle. Die Opfer werden zerfetzt aufgefunden, so als hätte sie ein großes, wildes Tier angegriffen. Da sämtliche Tote in irgendeiner Beziehung zu Martin stehen, hält ihn nicht nur der Sheriff für den Täter, sondern auch er selbst ist davon immer mehr überzeugt. Denn die Vorfälle weisen beunruhigende Parallelen zu seinen allnächtlichen Alpträumen auf …

Trailer: Primitive

Das meint onyoursceen.de zum Film


Dann wollen wir mal die Zutaten für das oben angeführte Rezept etwas aufschlüsseln: Die Regie in Primitive übernahm Benjamin Cooper und fungierte neben seiner Frau gleich auch als Mitproduzent. Für die Rolle des Psychotherapeut ohne Zulassung, Dr. William Stein, konnte Reggie Bannister gewonnen werden. Der in Fankreisen durch seine Hauptrollen in der Phantasm-Reihe (Deutscher Titel: Das Böse) fast schon als kultig geltende Bannister, löst seine Aufgabe auch hier - sagen wir es mal so - "interessant".
Der Rest der Schauspielriege passt ins Konzept und fällt nicht negativ auf, Hauptdarsteller Matt O'Neill hat sogar einige wirklich gute Szenen. Leider wirkt der Schnitt manchmal recht improvisiert. Oft hat man das Gefühl, das Szenen einfach weggelassen oder aus Budgetgründen garnicht erst gedreht wurden. Daraus resultiert der eine oder andere Logikfehler, der einem den Spaß an dem B-Movie-Horror-Spektakel aber zum Glück nicht allzusehr vermiest. Mit Tom Devlin sorgte dann ein durchaus bekannter SFX-Make-Up'ler für die blutigen Schrammen, abgerissene Körperteile, literweise fließendes Kunstblut und triefendes Monsterhaschee. Interessanterweise gelang es Anolis Entertainment trotzdem, das gegen Ende doch recht blutige Monstertrashfest uncut in die FSK ab 16-Einstufung zu bekommen. Was uns ehrlich gesagt doch ein wenig wundert. Sei's drum.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Primitve<br>© Anolis Entertainment
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Details wie die in Martins Jugendzimmer aufgehängten Filmposter diverser Horrorfilm-Klassiker (z.B. Night of the Living Dead oder Attack of the Giant Leeches), einige typische Kameraeinstellungen, das gewählte Setting, Teile der Ausstattung usw. zeigen zwar ein wenig mit dem Zaunpfahl darauf, das die Macher sich an einer Hommage an das Genre versuchten, das ändert aber nichts daran, das man auch an mindestens ebenso vielen Stellen die Liebe zum Genre entdeckt. Man hat eigentlich ständig das Gefühl, das man einen Fan-made-Film sieht. Das dabei das "Primitve Beast" in seinem Man-in-Suit-Kostüm nur manchmal furchterregend rüberkommt, oftmals eher grenzdebil-doof in die Kamera glotzt, macht das Ganze eigentlich nur noch ein Stück unterhaltsamer.

Primitve © Anolis Entertainment
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Jäger und Gejagte

Das meint onyoursceen.de zur Blu-ray


Ob man bei Primitve unbedingt zur Blu-ray greifen muss, sei mal dahingestellt. Sowohl Bild als auch Ton sind aber trotzdem ganz okay. Auch die Synchro haben wir bei solchen Low-Budget-Streifen schon deutlich schlechter vorgesetzt bekommen. Was aber wirklich schade ist, das anscheinend kein wirkliches Zusatzmaterial zu der Produktion vorhanden war. Denn gerade dabei wurden wir in der Regel, zumindest bei DVDs und Blu-rays die aus dem Anolis-Stall kamen, verwöhnt. So müssen wir uns mit ein paar Trailern und einer Bildergalerie begnügen.

Onyoursceen.de-Fazit zu PRIMITIVE


Die Idee mit dem "Biest in einem selbst", ist eigentlich gut und taugt für mehr. Für mehr reichte in Primitive aber weder das Talent noch das Budget der engagierten Macher. Aber gerade das macht Filme wie diesen hier so liebenswert. Weit weg vom CGI-Gewitter der heutigen Zeit, wirkt der hier besprochene Film fast wie grundsolides Handwerk, allerdings mit deutlichen Ecken und trashigen Kanten. Wer sich mal wieder "hand-made bemonstern" lassen möchte, ist bei diesem kleinen, billigen Monsterhorror-Film ordentlich aufgehoben - nur zuviel darf mal halt nicht erwarten. Primitive erscheint am 08. Juli 2013 im Verleih und am 06. August 2013 im Verkauf als DVD und Blu-ray.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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