Prime Cut © Explosive Media
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Artikel vom 07.05.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Prime Cut



Mädels, Maschinengewehre, Mähdrescher.


Die Professionals ... war mal ein völlig bescheuerter deutscher Verleihtitel.
Zum Glück beweist die "Explosive Media"-Mannschaft Geschmack und bringt uns den 70er Jahre Thriller-Klassiker mit Gene Hackman und Lee Marvin auf Blu-ray unter seinem Originaltitel in die heimischen Wohnzimmer: Prime Cut.

Mediafacts
Prime Cut © Explosive Media
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Cover: Prime Cut
Titel: Prime Cut
Originaltitel: Prime Cut
Getestete Version: Blu-ray
Cast: Lee Marvin, Gene Hackman, Sissy Spacek
Regie: Michael Ritchie
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Explosive Media
Blu-ray-Release: 2014
Produktionsjahr: 1972
Laufzeit: 88 Minuten
Regioncode: 2
Sprache: Deutsch, Englisch DTS-HD 2.0
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren (ehemals 18)

Filmkurzbeschreibung


Gangsterboss "Mary Ann" schuldet den Chicagoer Bossen eine halbe Million Dollar. Wenngleich dieser scheinbar zahlungsunwillig ist - der letze Geldeintreiber kam postwendend als Wurstpaket zurück - schickt Chicago den alternden Profi Nick Devlin und seine Mannschaft aus, um "Mary Ann" Manieren beizubringen. Doch das stellt sich als schwierig heraus, dazu muss Nick feststellen, dass hier nicht nur mit Fleisch und Drogen, sondern auch mit jungen Mädchen gehandelt wird. Das geht Gentleman Devlin dann doch zu weit und er und seine Mannen stellen sich in der ländlichen Idylle von Arkansas den Machenschaften, Männern, Maschinengewehren und ... Mähdreschern.

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Lee Marvin als "Nick Devlin"

Das meint onyourscreen.de zum Film


Prime Cut, was soviel heißt wie "erster Schnitt" oder auch "Filetstück" bezieht sich im vorliegenden Film auf den Handel mit Fleisch, tierischem wie menschlichem. Lee Marvin repräsentiert hier gewohnt cool den Schuldeneintreiber Nick Devlin, Gene Hackman den irren und skrupellosen Schlachthofbesitzer und Gangster Mary Ann. Warum der einen Mädchennamen hat? Sorry, keine Ahnung. Das ist aus der Story auch nicht ersichtlich. Wenn wir vermuten sollen, dann ist auch das ein kleines Detail, das den Hang zur Provokation, der in Prime Cut allgegenwärtig vorherrscht, verdeutlicht. Gröber sind da die fiesen Schlachtszenen zu Beginn, die wie Vieh im Stroh gehaltenen Mädchen sowie die immer wiederkehrenden, für die damalige Zeit ausufernden Nackt- und Gewaltszenen. Auch wenn Devlin die von ihm geretttete Poppy (Sissy Spacek in ihrer ersten größeren Rolle) in einem durchsichtigen Kleid ins Restaurant ausführt, zeigt das den provokanten Spiegel, den die Macher ihren damaligen Zuseher vor Augen halten wollten.
Prime Cut zeigt, im Gegensatz zu den schonungslos dargestellten Machenschaften der Filmcharaktere, deren Umwelt und Umgebung in wundervollen Szenerien und Bildern. Die riesigen Felder, mächtigen Farmen und weitläufigen Landschaften der fast menschenleeren Gegend in Kansas wirken grandios konträr zu den mörderischen Gunfights im Acker, dem Stakatto der Maschinengewehre oder dem Röhren des gewaltigen Mähdreschers, der Lee Marvin und Sissy Spacek vor sich herjagt.

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Gene Hackman als "Mary Ann"

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Dieser zu Unrecht garnicht so bekannte Gangsterstreifen liegt nun dank "Explosive Media" uncut und neu HD-abgetastet als Blu-ray vor. Die Kontraste sind prächtig, der Mais leuchtet herrlich gelb, das Blut ist so rot wie es nur sein kann. Auch der tolle Soundtrack des begnadeten Lalo Schifrin kommt satt aus dem Heimkino-Equipment. Die Blu-ray ist mit einem zusätzlichen Pappschuber ohne FSK-Kennzeichung aufgehübscht - dazu wurde ihm ein Wendecover spendiert. Neben der deutschen, sauberen Synchro darf man sich selbstverständlich auch den Originalton anhören. Das mit dem Kinotrailer sowie einer Bildergalerie die Extras mager ausfallen, macht das 4-seitige, informative Booklet im Inneren der BR wieder wett.

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Sissy Spacek als "Poppy"

Das Onyourscreen.de-Fazit zu PRIME CUT


Auch wenn die Ära des "New Hollywood" Anfang der Siebziger bekannt war für kreative Filmemacher und ihre nicht so gewöhnlichen, oft sozialkritischen Werke, konnten nur wenige davon die Kinokassen klingeln lassen. Dem extrem sarkastischen und immer provokanten Prime Cut blieb dieser Erfolg verwehrt - zu groß war wohl das Risiko, das Michael Ritchie mit seinen überbordenden Darstellungen eingegangen ist. Heutzutage dürfen wir uns freuen, das es Labels immer wieder gelingt, solche Schätzchen aus der Versenkung zu holen, ordentlich aufzubereiten ud uns als DVD oder - so wie hier - als gelungene Blu-ray zu präsentieren. Prime Cut - gute Unterhaltung.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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