Priest of Evil © Ascot Elite
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Artikel vom 27.11.2012 | Heimkino->Blu-Ray

Priest of Evil



Satans dunkle Wege


Matti Yrjänä Joensuu's authentische Romane um den Kriminalbeamten "Timo Harjunpää" fanden sich regelmäßig in Bestsellerlisten wieder und waren nicht nur in Skandinavien bekannt. Die Werke des 2011 verstorbenen Autors, der neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch Ermittler bei der Polizei von Helsinki war, sind in den verschiedensten Sprachen, so auch auf deutsch im Umlauf. Mit Priest of Evil bzw. Harjunpää ja pahan pappi - so der Originaltitel - bringt uns Ascot Elite einen richtig düsteren Thriller, der auf der Figur des Polizisten Timo Harjunpää basiert.

Mediafacts
Priest of Evil © Ascot Elite
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Cover: Priest of Evil
Titel: Priest of Evil
Originaltitel: Harjunpää ja pahan pappi
getestete Version: Blu-ray
Cast: Peter Franzén, Irina Björklund, Eero Milonoff, Ville Virtanen, Tommi Korpela
Regie: Olli Saarela
Produktionsland: Finnland
Studio/Verleih: Ascot Elite
Blu-ray-Release: 2012
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 111 Minuten
Sprache: deutsch (DTS HD MA 5.1, englisch (DTS HD MA 5.1)
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren

Filmkurzbeschreibung


20 Jahre lang war das Gesetzbuch die alleinige Bibel von Kommissar Timo Harjunpää. Jetzt soll der Mörder, der die ältere seiner beiden Töchter erschlagen hat, nach nur kurzer Haftzeit entlassen werden. Rachefantasien quälen seitdem den erfahrenen Ermittler und hindern ihn sowohl im Beruf als auch im Privatleben. Mitten hinein in seine persönliche Hölle bricht ein spektakulärer Fall. In Helsinkis U-Bahn-Tunneln geht ein Killer um, der Menschen vor den Zug stößt und dabei etwas von Erlösung murmelt. Die Nachforschungen führen Harjunpää in die religiöse Wahnwelt, die der Täter sich erschaffen hat. Er ahnt nicht, dass seine Frau Elisa in ihrer Trauer auf einem Weg ist, der sich bereits mit dem des Killers überschnitten hat …

Das meint onyourscreen.de zum Film


Das hier ist kein Tatort. Kein Sacko, keine Krawatte, kein Trenchcoat. Bei der finnischen Polizei scheinen nur Kaputte zu arbeiten, zumindest sieht fast jeder so aus, als wenn er auch auf der anderen Seite des Gesetzes optischen Eindruck hinterlassen möchte. Der glaubhaft durch Peter Franzen dargestellte Hauptprotagonist Kommissar Harjunpää sieht da fast noch am normalsten aus und hat doch vermutlich die ärgsten psychischen Probleme. Sein Zwiespalt, die Demotivation, Rachelust und sein Frust sind greifbar und überzeugend. Auch seine Kollegen und der mehr als finster dargestellte Großstadt-Moloch Helsinkis mitsamt seiner kriminellen und gewaltbereiten menschlichen Auswüchse überzeugen und erschaffen eine fast morbide, dreckige, ja nahezu hoffnungslose Atmosphäre. Dazwischen schneidet Regisseur Olli Saarela rücksichtslos und kantig Rückblenden in die Vorgeschichte der Hauptfigur, samt seiner Familie und der Tragödie um die Tochter, hinein. Was sich anfangs hölzern anfühlt, hat Methode und funktioniert - zumindest wenn man dem Film aufmerksam folgt. Und das verlangt er an einigen Stellen.
Handlungsstrang zwei um den U-Bahnkiller, funkioniert leider nicht ganz so perfekt. Die Überschneidung der beiden Stränge hätte auch mehr hergegeben. Gerade die Figur der trauernden, in der Religion Zuflucht und Trost suchenden Mutter und ihrer scheinbar zufällige Verflechtung mit dem "Priest of Evil" wäre ausbaufähig gewesen. Doch bis zum ordentlichen Finale pegeln sich die qualitativ unterschiedlichen Handlungsebenen gut genug ein und hinterlassen beim Zuseher einen wirklich ordentlichen Gesamteindruck.


Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Die Blu-ray (aber genauso die DVD) von Priest of Evil beinhaltet folgendes Bonusmaterial: Ein Making of, Deleted Scenes, diverse Interviews, den Originaltrailer sowie eine Trailershow. Soweit Standard, nichts besonders. Die Blu-ray besitz ein Wendecover, BIld und Ton geben die Atmosphäre des Thrillers satt wieder. Alles nicht aufregend, aber ok.

Onyourscreen.de-Fazit zu PRIEST OF EVIL


Vorausgesetzt man folgt der Handlung von Priest of Evil aufmerksam, wird man mit einem sich Stück für Stück zusammensetzenden, richtig finsteren Film-noir-Thriller belohnt. DIe FSK 18 Auszeichnung erscheint oberflächlich betrachtet möglicherweise übertrieben, doch die Realitätsnähe, Authenzität und realistische Darstellung von physischer und psychischer Gewalt, rechtfertigen die Einstufung. Mit Priest of Evil - Satans dunkle Wege erwartet uns zwar kein absolutes Highlight, aber ein gutes, spannendes aber auch dunkel-graues Stück Erwachsenen-Abendunterhaltung. Empfehlenswert.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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