Possession © Bildstörung
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Artikel vom 25.05.2015 | Heimkino->Blu-Ray

Possession



Eine cineastische Tour-de-Force


possessio - lateinisch für Besitz, also die Herrschaft über etwas bzw. jemanden in der Gewalt haben - egal ob rechtmäßig oder nicht.
possession - im französischen aber auch englischen, steht ebenso für Besitz, aber auch für Besessenheit.
Possession ist der vierte Spielfilm des polnischen Regisseurs Andrzej ?u?awski, der dermaßen grenzwertig zwischenmenschliche(n) Besitz/Besessenheit auslotet, dass er jahrelang nur deutlich gekürzt zu sehen war. Seit 2009 gibt es nun dank "Bildstörung" eine ungekürzte Fassung auf DVD und seit dem 22. Mai 2015 steht eine solche auch als Blu-ray zur Verfügung.
Achtung: Dank oben genanntem Label dürfen wir unter euch ein Exemplar der Blu-ray verlosen, mehr dazu am Ende des Reviews.


Mediafacts
Possession © Bildstörung
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Cover: Possession
Titel: Possession
Originaltitel: Possession
getestete Version: Blu-ray
Cast: Isabelle Adjani, Sam Neill, Heinz Bennent, Johanna Hofer
Regie: Andrzej ?u?awski
Studio/Vertrieb: Bildstörung
Produktionsland: Frankreich/Deutschland
Erscheinungstermin: 2015
Produktionsjahr: 181
Spieldauer: 119 Minuten Ton: Englisch, mit deutschen Untertiteln.
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Als Mark von einer langen Geschäftsreise nach Berlin zurückkehrt ist seine Ehe ein Scherbenhaufen. Bereits bei seiner Ankunft ist Anna zurückweisend, seinen Fragen nach dem Grund für ihr Verhalten weicht sie aus. Gekränkt und rasend vor Eifersucht drängt er darauf, von ihr zu erfahren, warum sie sich so verändert hat. Anna gibt schließlich nach und erzählt ihm von einer Affäre ‚mit einem anderen Mann’, wie sie es nennt. Als er einen Liebesbrief von einem Mann namens Heinrich findet, glaubt Mark, den vermeintlichen Rivalen ausfindig gemacht zu haben. Allerdings lässt dieser ihn wissen, dass sich Anna mittlerweile auch ihm gegenüber sehr seltsam verhält. Offensichtlich gibt es da noch einen dritten Mann in ihrem Leben. Um der Sache nachzugehen, beauftragt Mark einen Detektiv, der ihr in ein heruntergekommenes Wohnhaus folgt. Was er dort vorfindet, ist monströs… und es lebt!

Das meint onyourscreen.de zum Film


Das hier oben ist die offzielle Synopsis, die reguläre Inhaltbeschreibung zum Film - und beschreibt das was man sieht, aber nicht das was passiert, nicht das was man tatsächlich erlebt. Diese Filmkurzbeschreibung suggeriert eine durchgehende Handlung, die man diesem großartigem, aber auch anstrengendem Kunstwerk eigentlich absprechen muss. In Possession geht es nicht darum, eine Geschichte von Anfang bis zum Ende zu erzählen - zumindest so wie wir das sehen. Es geht um vieles: um Besitz, Besessenheit, schockieren, verwirren, quälen ... aber unterhaltend, narrativ, anbiedernd, erzählend im eigentlichen Sinne will Possession (scheinbar) nicht sein.

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Großartig: Sam Neill als Mark

Possession spielt im damals noch geteilten Berlin (sinnbildlich wohl der beste Ort für die Mauer, die sich zwischen den handelnden Hauptpersonen manifestiert) und wurde von Andrzej ?u?awski 1981 um die zerrüttete Ehe von Mark und Anna gestrickt. Der hatte schon 1975 mit seinem intensiv-obsessiven Drama Nachtblende mit Romy Schneider für Skandale gesorgt und blieb auch nach Possession seinem offenherzig-provozierenden Stil treu. Vor allem aber hatte er einen Blick dafür, wer seine anspruchsvollen Charaktere verkörpern sollte. So durfte in Possession der noch junge Sam Neill (u.v.a. Jurassic Park) wohl eine seine stärksten Rollen ausleben, getoppt jedoch von einer absolut unglaublichen Isabelle Adjani, die hier ganz sicher mehrmals an körperliche, geistige und stimmliche Grenzen gestoßen ist. Unfassbar mit welcher aufopfernden Eindringlichkeit diese so schöne Frau hier agiert. Neill, Adjani, die exzellente Kameraführung, aber ebenso die Gesamtheit des Streifens sorgen dafür, das man froh ist den ungekürzten Possession zu Hause vor dem TV-Gerät statt im Kino zu erleben. Auf dem heimischen Sofa darf man sich nämlich eine aufatmende Pause (dank Pausenfunktion am Player) gönnen, und die kann man während des ernsthaft anstrengenden Films gebrauchen.

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Großartiger: Isabelle Adjani

Das Onyourscreen.de-Fazit zu Possession


Possession ist unbeschreiblich, ungruppierbar, genreübergreifend: cineastisches Kunstwerk, brutales Drama, verwirrender Mysterythriller, ekliger Horrorfilm ... irgendwas dazwischen, darüber, dagegen. Selten wird man wieder einen Film sehen, der auch den Zusschauer dermaßen fordert, dessen Hauptdarsteller einen in ihrer Eindringlichkeit und Aufopferung für ihre Charaktere auf diese Art und Weise mitnehmen, ja mitreissen. Possession muss man erlebt haben, auch wenns weh tut.
Seit dem 22.5.2015 steht POSSESSION erstmals auf Blu-ray in den Verkaufsregalen der Mediadealer - sowohl als Film-only-Version als auch eine auf 1000 Stück limitierte Special Edition, mit umfangreichem Bonusmaterial und Booklet im Schuber.
Ein Hinweis noch: Possession kommt im O-Ton mit deutschen Untertiteln ... und das ist gut so. Die Intensivität des Spiels und die Vehemenz der Dialoge von einem Synchronsprecher adäquat umsetzen zu lassen, erscheint uns als Ding der Unmöglichkeit. Der wahre Grund ist uns allerdings nicht bekannt.

Gewinnspiel:
Possession


Possession - ein Film der sämtliche Kategorien sprengt: Filmkunst, Ehedrama, Paranoiathriller, Horrorfilm, Monstermovie – von allem etwas, und doch viel mehr. Man kann ihn nicht beschreiben. Man muss ihn erleben!
Und das dürft ihr dank Bildstörung völlig kostenlos, solltet ihr ein wenig Glück haben und die uns zur Verfügung gestellte Blu-ray gewinnen.

Das Gewinnspiel ist beendet. Alle Teilnehmer befinden sich in der Lostrommel. Wir geben in Kürze das Ergebnis bekannt.
Possession



© Text: onyourscreen.de / BM


 
 
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