Philomena © Universum Film
© Universum Film
Artikel vom 20.02.2014 | Echtes Kino

Philomena



Eine wahre Geschichte, leider!


Regie: Stephen Frears! Dieses Markenzeichen erfreut Kinoenthusiasten seit zig Jahren. Mein wunderbarer Waschsalon, Gefährliche Liebschaften, Grifters, High Fidelity, Die Queen und jetzt eben Philomena. Hält das oft humorvolle Drama, was die auf einer wahren Begebenheit beruhende Buchvorlage "The Lost Child of Philomena Lee" von Martin Sixsmith, der Mann auf dem Regiestuhl und der prominent besetzte Cast versprechen?

Philomena © Universum Film
© Universum Film
Plakat: Philomena

Filmkurzbeschreibung


Er hat auf höchster politischer Ebene mitgemischt. Menschelnde Schicksalsstorys öden ihn an. Aber als die fast 70jährige Philomena Lee dem arroganten Journalisten Martin Sixsmith ihre Lebensgeschichte anvertraut, wittert er eine Story: Als Teenager wird Philomena im streng katholischen Irland der fünfziger Jahre ungewollt schwanger. Zur Strafe kommt sie in ein Kloster, in dem sie ihren unehelichen Sohn zur Welt bringt und gezwungen wird, ihn zur Adoption freizugeben. 50 Jahre lang schweigt Philomena aus Scham. Jetzt bittet sie Martin um Unterstützung bei der Suche nach ihrem Kind. Während ihrer gemeinsamen Reise auf den Spuren der Vergangenheit prallen zwei Welten aufeinander: Die fromme, warmherzige ältere Dame und der zynische Reporter bilden ein kurioses Team. Trotz aller Gegensätze freunden sie sich an – und stoßen im Verlauf ihrer Nachforschungen auf einen unfassbaren Skandal …

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Ja, ja und nochmal: JA! Alles was im Vorfeld für diesen Film spricht, tritt genau so ein. Philomena ist einfach ein toller Film.
Die Geschichte der Romanvorlage ist rührend, gefühlvoll und gleichzeitig brisant - und wird in grandioser Manier vom Drehbuch wiedergegeben. Hier stimmt jede Spitze, jeder Dialog ist sinnvoll, kein Wort zuviel oder zu wenig.
Judi Dench und Steve Coogan verkörpern die Figuren Philomena und Martin Sixsmith höchst beeindruckend und zeichnen das ungewöhnliche Duo präzise und liebevoll. Die Mimik und Ausdruckskraft der Grand Dame des Films ist phänomenal, glaubwürdiger kann man das wohl kaum darstellen. Mit-Produzent und Drehbuchautor Coogan kann bedingt durch seine Rolle nicht ganz so glänzen, spielt aber ebenso exzellent.
Der britische Ausnahme-Regisseur Stephen Frears verpasst dem Gesamtwerk eine grandiose Stimmung. Ihm gelingt eine konsequente Mischung aus tragischen und komischen Momenten und er schafft es, mit dem düsteren Kapitel der katholischen Kirche aufs unterhaltsamste und doch anklagend umzugehen.

Philomena Lee ist eine recht lebenslustige Dame aus einfachen, irischen Verhältnissen, die seit 50 Jahren ihr Geheiminis mit sich herumsschleppt. Der zynische, leicht überhebliche und gerade arbeitslose Journalist Sixsmith wittert zunächst nur eine Chance, wird aber mehr und mehr von der Geschichte und vor allem der Person Philomena angezogen - bis auf eine ganz unaufdringliche Weise eine Freundschaft entsteht. Die gemeinsame Suche nach Ihrem zwangsadoptierten Sohn von Irland in die USA und wieder retour bereitet trotz ihrer tragischen Momente einfach Freude und schafft es gleichzeitig dem Zuschauer das nahezu unglaubliche Thema zu vermitteln.


Das onyourscreen.de-Fazit zu PHILOMENA


Natürlich kann man auch warten, bis ein solcher Streifen auf dem gewünschten Home Entertainment Medium erscheint. Unsere Bitte: tut es nicht! Geht ab dem 27. Februar in euer Vorstadtlichtspielhaus und gönnt euch einen Abend mit Philomena. Ihr braucht kein Popcorn, keine Cola - die Charaktere, die tollen Bilder und die Geschichte nehmen euch so schnell gefangen, das es keiner zusätzlichen Reize bedarf. Philomena, das ist Stephen Frears in Bestform, was auch die bisher schon gewonnen Auszeichnungen und Nominierungen beweisen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
© Paramount Pictures

© Universal

© Warner Home Video