Outrage Coda © Capelight
© Capelight
Artikel vom 17.09.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Outrage Coda



... und Getting any?!


Outrage Coda © Capelight
© Capelight
Mediabook "Outrage Coda"
Otomo ist ein letztes Mal zurück. Ein letztes Mal präsentiert sich Regisseur Takeshi Kitano selbst in der Rolle des berüchtigten Yakuza-Auftragskillers. Ein letztes Mal nach Outrage und Outrage Beyond führt uns nun Outrage Coda durch die bittere, von Machtspielen und tödlichen Rivalitäten geprägte Welt der Yakuza.... und zum ersten Mal erscheint am 14.09.2018 auch der 2017 fertiggestellte dritte Teil der Outrage-Reihe in hiesigen, deutschsprachigen Gefilden. Neben einem wundervollen, wiederum mit einem zusätzlichen Kitano-Werk aufgepepptem Mediabook (dazu später mehr) präsentiert Capelight die Trilogie auch als 3-Disc-Blu-ray-Digipak.

Filmkurzbeschreibung


Fünf Jahre nach dem Krieg zwischen dem Sanno-kai-Syndikat und dem Hanabishi-kai-Clan arbeitet der ehemalige Yakuza-Boss Otomo für Mr. Chang, einen der einflussreichsten Gangsterbosse der südkoreanischen Sexindustrie. Als einer seiner Mitarbeiter von Hanada ermordet wird, der dem Hanabishi-kai-Clan angehört, schwört Chang Rache. Zwischen dem mächtigen Yakuza-Clan und den koreanischen Gangstern bricht ein erbitterter Machtkampf aus. Als schließlich auch Changs Leben bedroht ist, kehrt Otomo nach Japan zurück, um die Dinge ein für alle Mal zu erledigen.

Outrage Coda © Capelight
© Capelight
Kitano in seiner Paraderolle als Otomo

Takeshi Kitano hatte es ganz sicher nicht leicht in seiner Karriere als anerkannter Regisseur. Im Gegensatz zu seinem Leben als gefeierter Comedian (auch bei uns bekannt aus "Takeshis Castle"), wollte hier anfangs nicht alles glatt laufen. So waren seine ersten Regiearbeiten teilweise durchaus Lieblinge auf Festivals im Ausland, der Erfolg in Japan blieb allerdings (vorerst) aus. Neben Komödien, Roadmovies aber auch Romanzen drehten sich Takeshi Kitano-Werke immer wieder mal mehr, mal weniger um das Thema Yakuza: Violent Cop (1989), Boiling Point (1990), Sonatine (1993), Hana-Bi (1997), Brother (2000), Outrage (2010), Outrage Beyond (2012) und nun eben Outrage Coda (2017). Wie so oft spielt auch in den drei letztgenannten Beat Takeshi (unter dem Namen wurde er zum viel gefeierten Star in Japan) himself die Hauptrolle ... mehr oder weniger. Denn tatsächlich reduziert er seine eigenen Auftritte im letzten und abschließenden Teil der Outrage-Trilogie doch stark ... und leider nimmt das, aber auch die doch etwas träge und recht konstruiert erscheinende Handlung, Outrage Coda die rauhe Coolness, brutale Entschlossenheit und blutige Essenz der vorhergehenden Teile. Etwas träge müht man sich hier durch die Hierarchien der Yakuza-Abgünde, ohne ein Gespür dafür zu bekommen, warum wer jetzt gerade welchem Clan an die Karre pinkeln will. Sicherlich zeigt uns auch Coda, wie radikal anders diese kriminelle Gesellschaftsform sich selbst reglementiert, unterhält dabei aber etwas weniger, als es die beiden Vorgänger konnten. Jedoch ...

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Outrage Coda<br>© Capelight
  • Outrage Coda<br>© Capelight
  • Outrage Coda<br>© Capelight
  • Outrage Coda<br>© Capelight
  • Outrage Coda<br>© Capelight
  • Outrage Coda<br>© Capelight
  • Outrage Coda<br>© Capelight
  • Outrage Coda<br>© Capelight

... gibt es ja noch Getting Any?!


Ja, Outrage Coda ist der Abschluss der Trilogie und gehört - auch wenn wir nicht komplett überzeugt waren - einfach neben die anderen beiden Filme in die Sammlung. Ein weiterer Grund sich das wiederum schick gestaltete Capelight-Mediabook zu besorgen, liegt diesem als Bonus bei: Getting Any?, die slapstickartige Komödie von Kitano aus dem Jahr 1994. Hier begleiten wir Asao bei seinen abstrusen Versuchen, sich für die Frauenwelt zu attraktivieren (und vor allem Geschlechtsverkehr mit dieser zu vollziehen). Dabei wird kein Klischee ausgelassen und sich in jedem Fettnäpfchen ausführlich gesuhlt. Kitano, der hier eine größere Nebenrolle ausfüllt, hält in dieser Komödie der japanischen Gesellschaft einen bizarren Zerrspiegel vor, in dem aber auch wir Europäer uns durchaus erkennen können. Darüber hinaus finden wir eindeutige popkulturelle Verweise auf das amerikanische Horrorkino, den japanischen Monsterfilm und mehr ... Getting Any? kommt im O-Ton mit deutschen Untertiteln daher, was uns beim Zusehen aber überhaupt nicht gestört hat. Wenn man sich auf so etwas einlassen kann, ein ganz großartiges Vergnügen!

Outrage Coda © Capelight
© Capelight
Die Trilogie in drei herausragenden Mediabooks

Das mit dem zusätzlichen Film hat in den vorbildlichen Mediabooks von Capelight übrigens Tradition. Auf Outrage durften wir uns an Das Meer war ruhig (1991) erfreuen, Outrage Beyond lag Achilles und die Schildkröte (2008) bei. Das Hana-Bi-Mediabook konnte mit Kids Return (1996) glänzen, das fabelhafte Roadmovie Kikujiros Sommer wurde mit der Extradisk Ryūzō and the Seven Henchmen aufgepeppt. Man sieht also: der fleißige Mediabook-Sammler wurde so nach und nach (nahezu) mit dem Takeshi Kitano-Gesamtwerk belohnt. Mal sehen, ob uns die umtriebige Firma aus Ahrensfelde mit weiteren Highlights aus Kitanos Schaffenswerk beglückt - ein paar wenige würden sich sicherlich noch für eine Mediabook-Edition eignen. Doch zurück zum vorliegenden Sammlerstück ...

Das meint Onyourscreen.de zur Veröffentlichung


Outrage Coda auf Blu-ray, zusätzlich auf DVD und Getting Any? on top auf einer Extra-Blu-ray-Scheibe - zusätzlich informiert ein 24-seitiges Booklet über die Anfänge des Yakuza-Films in den diversen japanischen Studios und warum diese sogar von der Yakuza forciert wurde ... höchst interessant verfasst von Daniel Wagner. Neben Trailern finden sich ansonsten keine weiteren Extras auf den Discs. Das stilvoll gestaltete Cover passt hervorragend zu den beiden anderen - mehr Eindrück liefert auch unser unten stehendes "So schaut's aus"-Video. Wer die beiden Vorgänger-MBs nicht mehr bekommt (auf Börsen und bei den einschlägigen Händlern sollten aber beide noch erhältlich sein), darf - auch ab dem 14.09.2018 - auf die Trilogie als 3-Disc-Blu-ray-Digipak zurückgreifen. Der eine oder andere Sammler wird sich vermutlich diese Edition zusätzlich in den Heimkinoschrank stellen. Zurecht übrigens!




© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
© Anolis Entertainment

© Pandastorm

© Anolis Entertainment

© ©Senri Akatsuki-SB Creative Corp./Undefeated Bahamut Partners ©SA-SBCr/UBP

© Ascot Elite