Operation Overlord © Paramount
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Artikel vom 31.10.2018 | Echtes Kino

Operation: Overlord



Horror-Actioner mit Big Budget


Wenn Bad Robot, die umtriebige und erfolgreiche Produktionsfirma von J.J.Abrams, neuen phantastischen Stoff ins cineastische Rennen schickt, ist man als vielsehender Filmfan unweigerlich gespannt. Wenn für den Regiestuhl mit Julius Avery der Macher des tollen, aber recht unbekannten Son of a Gun (OYS-Review) besetzt wird, dann steigert sich das Interesse erneut. Wenn jetzt noch der Trailer zum wirklich guten Film etwas weniger vorausblickend gewesen wäre (was aber leider heutzutage usus zu sein scheint), dann wären wir restlos begeistert gewesen von Operation: Overlord.

Operation Overlord © Paramount
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Filmplakat

Filmkurzbeschreibung


Am Vortag des D-Days landet eine amerikanische Soldatentruppe in einem von deutschen Truppen besetzten Dorf in Nordfrankreich. Während ihres Einsatzes stoßen sie auf ein geheimes, unterirdisches Labor, in dem die Besatzer völlig wahnsinnige Experimente an den Dorfbewohnern durchführen, um menschliche Kampfmaschinen zu züchten. Mit verheerenden Folgen …

J.J. Abrams hat ohne Frage ein Faible für den phantastischen Film ... ansonsten wäre nicht so vielen Machern zuzutrauen, ein Kriegsfilm-Action-Monster-Crossover endlich mal mit einem A-Budget zu produzieren. Im B-Movie-Sektor findet man ähnliche Ansätze bei Dead Snow, Iron Sky, Outpost oder Frankensteins Army, jedoch meist (eben aufgrund des niedrigen Budgets) eher als Horror-Komödie angelegt. In seinem (bzw. Julius Averys) Operation: Overlord dagegen gehts von Beginn an knallhart zur Sache. Ein paar Charaktere kurz eingeführt, das Grundszenario umrissen und schon geht mit ersten brachial-genialen Luftkampfszenen los. Leider weiß man ja bereits durch den Trailer, dass es nicht beim "normalen" 2.Weltkriegsszenario bleibt. Von daher wundert man sich nur kurz später nicht, dass die ersten unheimlichen, aber noch nicht grotesken Bilder vom nahenden Unheil künden. Bis man allerdings den Twist zum Monster-Horror gewahr wird, wird der recht kleine Haufen Charaktere weiter spezifiziert und ergänzt sowie das Szenario in ein französisches Dorf samt unterirdischem Nazi-Labor verlegt. Vielleicht darf man Operation: Overlord hier einen kleinen Hänger unterstellen, der uns aber nicht gestört hat. Vor allem da es bald danach kaum noch Zeit zum Durchatmen gibt. Das folgende klassische Action-Kino mit ausgefeiltem Horror-Anteil (das irgendwie wie eine hochbudgetierte und moderne Hommage an selige "The Cannon Group-Zeiten" erinnert), macht einfach saumäßig Spaß. Spannung, groteske Mutationen, grauenhafte Mensch-Monster, Explosionen, toughe Fights, widerwillige Helden mit Herz ... was will man mehr von einem genau so angelegten Film erwarten? Der einzige Wehrmutstropfen ist, wie anfangs schon erwähnt, der wenig mutig Trailer, der leider schon viel zu viel verrät. Da wäre weniger sehr viel mehr gewesen.


In den Hauptrollen nehmen recht unverbrauchte Gesichter wie Wyatt Russell (22 Jump Street) oder Jovan Adepo (mother!) den Kampf gegen die grauenhafte Truppe genetisch hochgezüchteter Supersoldaten auf. Den grandios geradlinigen Actioner dürft ihr ab dem 8.11.2018 im Kino eurer Wahl erleben - und wir sprechen euch hiermit eine absolute Empfehlung aus.

Zusatzinfos

J.J. Abrams und Bad Robot - Die visionäre Produktionsfirma hinter OPERATION: OVERLORD

Wenn Erfolgsproduzent J.J. Abrams mit seiner Produktionsschmiede Bad Robot bei einem Projekt an Bord ist, steht eines sicher fest: Der Film oder die Serie entsteht auf allerhöchstem Niveau. So erfüllt auch Operation: Overlord diesen Anspruch und lässt mit knallharter Action, packenden und atmosphärischen Bildern und Furcht einflößenden Supersoldaten die Leinwand förmlich explodieren. „Operation: Overlord ist eine sehr außergewöhnliche Mischung aus Kriegsfilm, Horror, Action und Drama. Trotzdem hat der Film viel Herz und ist sogar sehr lustig“, erklärt Abrams.

Um diese individuelle und eindrucksvolle Atmosphäre einzufangen, engagierte Abrams Regisseur Julius Avery, der bereits mit seinem Spielfilmdebüt „Son of a Gun“ und diversen Kurzfilmen auf sich aufmerksam machte. Averys Ansatz, das Drehbuch von Billy Ray und Mark L. Smith zu inszenieren, begeisterte den Produzenten: „Er hatte das richtige Gespür dafür, wie die Eröffnungssequenz aussehen musste, um den Tisch für diesen wirklich unheimlichen, bizarren und verrückten Film optimal zu decken.“ Denn die Prämisse von Operation: Overlord ist eindeutig: „Hier trifft ein klassischer Kriegsfilm auf Monster-Horror. Und in einer Kriegsgeschichte benötigt es keine anderen Monster als den Menschen selbst.“

Mit der Zusammenarbeit mit Bad Robot ist für Julius Avery ein Traum der in Erfüllung gegangen: „Als ich J.J. Abrams zum ersten Mal traf, war ich sehr nervös. Ich habe alle Arbeiten von ihm gesehen und schätze ihn als Filmemacher sehr. Ich bin ein großer Fan von Bad Robot.“ Die anfängliche Nervosität des Regisseurs blieb unbegründet, denn Abrams unterstützte das Projekt, wo er nur konnte: „Wir bei Bad Robot versuchen immer, Genregeschichten über die Figuren zu erzählen. Ich denke, Monsterfilme sind am besten, wenn die Situation und die Charaktere authentisch sind und sie dann etwas erleben, was rational gesehen unmöglich ist.“


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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