Omnivoros © Mad Dimension
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Artikel vom 29.06.2014 | Heimkino->DVD

Omnivoros - Das letzte Ma(h)l



Zu Tisch ...


Nein, das Thema Kannibalismus ist nicht neu im Bereich Horrorfilm. Ausschöpfend und über die Jahrzehnte von fast allen Seiten und in jedem Härtegrad beleuchtet, erscheint das blutige Subgenre ein wenig ausgelutscht - was der unabhängige, spanische Streifen Omnivoros - Das letzte Ma(h)l zu widerlegen versucht. Erfolgreich?

Mediafacts
Omnivoros © Mad Dimension
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Cover: Omnivoros
Titel: Omnivoros - Das letzte Ma(h)l
Originaltitel: Omnivoros
getestete Version: DVD
Cast: Mario de la Rosa, Fernando Albizu, Marta Flich, Carina Björne
Regie: Óscar Rojo
Produktionsland: Spanien
Studio/Verleih: Mad Dimension
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 81 Minuten
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
FSK: ab 18 J

Filmkurzbeschreibung


Marcos Vela, seines Zeichens Restaurantkritiker, recherchiert gerade über sogenannte geheime Restaurants. Das sind Treffen von reichen Gourmets, die in keinen Restaurantführer stehen und an die man ausschließlich per Empfehlung gerät. Als er bei einem solchen dekadenten Gelage das Gerücht aufschnappt, dass in einem dieser geheimen Restaurants Menschenfleich serviert wird, erweckt das in ihm etwas zwischen Ekel und journalistischer Neugier. Über Umwege gelangt er an eine Einladung zu diesem exzentrischen und blutigen Spe(c)ktakel ... und lässt sich darauf ein.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Neben Frankreich gilt Spanien momentan ja als so etwas wie der Heilsbringer des schockierenden Gruselfilms - zumindest bei denen, denen der mittlerweile fast nur noch kopierende US-Mainstream-Horror auf den Zeiger geht. Was in Spanien durch Álex de la Iglesias und Filme wie El día de la bestia schon 1995 wieder ins Rollen kam und mit Franchises wie REC auch kommerziell richtig erfolgreich wurde, erzieht mittlerweile so einige iberische Jungregisseure zu Kreativität und wilder Unabhängigkeit. Einer davon scheint Óscar Rojo zu sein, der mit seinem zweiten Spielfilm beweist, das man auch dem Thema Kannibalismus neue Aspekte abgewinnen kann. Und so erscheint sein Werk zwischendrin zwar wie ein typischer Horrorfilm, geizt nicht mit nackter Haut und wird auch ab und an blutig und gewalttätig, bewegt sich aber grundsätzlich eher in Richtung Thriller - dem Gorehound könnte möglicherweise hier zu wenig "passieren". Die Aussagen des Jungregisseurs dagegen sind klar, vielleicht ein wenig zu eindeutig aber auch weitestgehend unterhaltsam und führen die sonst meist wilden oder degenerierten filmischen Menschenfresser in die gelangweilte Oberschicht, umgeben von Reichtum, Luxus, Sex und Dekadenz.

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Bild links Bild rechts
  • Omnivoros<br>© Mad Dimension
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Doch auch wenn der Gesamteindruck von Omnivoros weitestgehend positiv ist, gelingt es Óscar Rojo nicht so recht seine Figuren zu entwickeln. Weder der böse Veranstalter noch der Gastrokritiker Vela bekommen genug Profil um als Hassobjekt oder Held ausreichend herzuhalten. Auch die extraordinären Gelagegäste wirken zu karikiert, was der Glaubwürdigkeit doch enorm schadet. Glanzlicht in der Besetzung ist Paco Manzanedo als Menschenmetzger Matarife, der mit seinem Overacting an Draculas fliegenfressenden Gehilfen Renfield erinnert, und aus dem ansonsten eher eleganten Look des Films heraussticht ... aber auch sehr unterhaltsam ist.

Trailer: Omnivoros - Das letzte Ma(h)l

Das Onyourscreen.de-Fazit zu OMNIVOROS - DAS LETZTE MA(H)L


Gerade wenn "die besten Stücke" am Buffet versteigert werden, wird einem die sozialkritische Komponente des Schockers doch zu arg via Holzhammermethode einzutrichtern versucht. Auch an seiner Art der Figurenzeichnung darf Óscar Rojo noch arbeiten - ansonsten aber bekommt man mit Omnivoros - Das letzte Ma(h)l einen durchaus ansehnlichen Indie-Horror zu Gesicht, auch wenn hier kein Klassiker des Kannibalenfilms entstanden ist.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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