© Sunfilm
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Artikel vom 01.11.2013 | Heimkino

Neuen Horror braucht das Land



S-VHS, The Painter, Slasher in the Woods


Distributoren die Horrorfilme in Deutschland auf den Markt bringen wollen, haben es schwer. Die Freiwillige (von wegen freiwillig!) Selbstkontrolle (FSK) sorgt oftmals dafür, das Filmfans hierzulande nur eingeschränkt das zu sehen bekommen, was Storyschreiber, Regisseure und Special FX'ler sich einstmals für sie ausgedacht hatten. So muss trotz mancher Revision des öfteren die Schere ans Werk, um uns Erwachsene vor zuviel Gewaltsam-Fiktionalem zu schützen, einer Indizierung oder Beschlagnahmung zu entgehen und dem Vertrieb zu gestatten die Heimkino-Medien mit einem großen roten "FSK ab 18 freigegeben" zu schmücken.
Nun darf man ja auch nicht jeden Film auf die gorigen Höhepunkte reduzieren, tun wir auch nicht. Von daher haben wir uns bei den folgenden drei, FSK-gefolterten DVD- und Blu-ray-Neuerscheinungen von "Sunfilm", bewusst uninformiert ans Anschauen begeben. Und siehe da, von "Geht garnicht" bis "Trotzdem super" war alles dabei.

The Painter - Dein Blut ist seine Farbe


The Painter - Dein Blut ist seine Farbe

Originaltitel: Art of Darkness
Genre: Horror
Regie: Steve Laurence
Cast: Emily Baxter, Martin Laurence, Ryan Elliott
Produktionsland/-jahr: GB, 2012
 

Kurzbeschreibung: Ben (Martin Laurence) und Liz (Emily Baxter) leiden noch immer unter der Fehlgeburt, die Liz hatte. Am Boden zerstört kündigt Liz nach dem traumatischen Erlebnis ihren Job und Ben hat große Mühe, aus seinem eigenen Job als Buchhalter nicht entlassen zu werden, da er sich kaum noch konzentrieren kann und sich Fehler in seine Arbeit einschleichen. Zudem ist die Lage zwischen dem verheirateten Paar angespannt und die Dinge stehen nicht zum Besten. Um die finanzielle Situation zu verbessern, nimmt Liz einen zwielichtigen Job als Model für den Fotografen Philip (Ryan Elliott) an, der seine äußerst intensiven Werke in einem abgelegenen Landhaus kreiert. Doch Philip ist nicht, was er vorgibt zu sein. Er nimmt Liz in dem verließartigen Keller seines Hauses gefangen. Der mörderische Psychopath hat es in Wirklichkeit auf ihre Organe abgesehen. Ihre einzige Hoffnung, diesem Albtraum zu entkommen, ist Ben, der sie als einziger in Gefahr glaubt. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, und es ist fraglich ob Ben es schaffen kann, sie befreien, bevor sie Philips nächstes Opfer wird...


Unser Fazit: The Painter schafft es, den Zuseher auch ohne expliziete Splatter-Höhepunkte, einigermaßen bei der Stange zu halten. Trotz einiger Twist and Turns während der Geschichte, bleibt das Gesehene Mittelmaß aber gut genug für einen semi-gruseligen Abend zu Hause. Ordenlich blutig bleibt The Painter trotz der nicht nur für den Kenner erkennbaren Schnitte.

S-VHS


S-VHS

Originaltitel: V/H/S/2
Genre: Horror
Regie: Simon Barrett, Jason Eisener, Gareth Evans, Gregg Hale, Adam Wingard, Eduardo Sánchez, Timo Tjahjanto
Cast: Lawrence Michael Levine, Adam Wingard, Jay Saunders, Kelsy Abbott
Produktionsland/-jahr: USA, 2013
 

Kurzbeschreibung: Auf der Suche nach einem verschwundenen Studenten stoßen die beiden Privatdetektive Larry und Ayesha in dessen Apartment auf einen Stapel Videokassetten, deren Inhalt von grausiger Natur ist: Ein Mann, dem nach einem Unfall ein künstliches Auge eingesetzt wird, verfällt dem Wahnsinn, als er plötzlich rachsüchtige Geister sehen kann. Ein Radfahrer erlebt hautnah den Ausbruch einer Zombie-Epidemie. Ein Dokumentarfilmteam wird auf dem Anwesen einer mysteriösen Sekte mit Ereignissen konfrontiert, die das Tor zur Hölle aufstoßen. Und eine Gruppe Kinder, welche die Abwesenheit ihrer Eltern für Schabernack nutzen, hat eine nicht ganz so freundliche Begegnung der dritten Art. Während die beiden Detektive den entsetzlichen und grausamen Inhalt jeder Kassette überprüfen, dämmert es ihnen, dass es erschreckende Gründe für das Verschwinden des Studenten gibt...


Fazit: Vorweg sei gesagt, das wir völlig unvoreingenommen an die Anthology S-VHS herangegangen sind. Wir hatten einfach nicht darüber nachgedacht, das der Streifen und Nachfolger des durchaus beachtenswerten V/H/S geschnitten sein konnte. Und auch nach dem Film haben wir keinen Gedanken daran verschwendet, denn das Gesehene war so wie es war ... großartig, anstrengend, verstörend, beängstigend, unterhaltsam, unique, beklemmend. Jede der ungleichen Geschichten überzeugt auf ihre Weise und wer hier bei vorurteilsfreier Herangehensweise die gorigen Höhepunkte vermisst, dem ist nicht zu helfen. Schaut euch S-VHS an und übezeugt euch selbst.

Slasher in the Woods


Slasher in the Woods

Originaltitel: Nobody gets out Alive
Genre: Horror
Regie: Jason Christopher
Cast: Jen Dance, Shaun Paul Costello, Brian Gallagher
Produktionsland/-jahr: USA, 2013
 

Kurzbeschreibung: Eine Kleinstadt in Amerika: Es ist viele Jahre her, dass Hunter Isths Tochter Angela von ein paar betrunkenen Teenagern totgefahren wird. Er kehrt der Stadt den Rücken und wird nicht mehr gesehen. Doch immer wieder werden in den kommenden Jahren Teenager Opfer eines unbekannten Killers. Über sie und über den Tod der kleinen Angela erzählt man sich in der Stadt blutige Legenden. Jenn, eine labile, schöne junge Frau wurde gerade aus der Psychiatrie entlassen und wird von ihren Freunden überredet, ein Campingwochenende im Wald zu verbringen, um richtig Party zu machen. Doch es ist noch jemand da draußen im Wald. Als nach und nach einer nach dem anderen brutal ermordet wird, versuchen die Überlebenden, dem blutigen Rachedurst des Serienkillers zu entgehen.


Fazit: Und hier kommt das genaue Gegenteil der vorangegangenen Titel - hier ist alles falsch, zumindest so zusammengeschnibbelt wie er auf uns deutsche, mündige Zuseher losgelassen wird. Die Storyzutaten kommen aus dem Baukasten: Gleichgültig viele Freunde fahren zum beispielsweise Zelten in die, sagen wir mal Wälder in denen der aus beliebigem Grund total rachsüchtige Psycho auf sie wartet. Und die Schnitte die hier auf uns warten, sind so böse und fehlplaziert das sie einfach nur störend sind. So macht dieser Streifen nun wirklich keinen Spaß. Schade.

Von "wow" bis "warum" ist bei diesen drei Neuerscheinungen alles vorhanden. Mindestens bei einem der Streifen darf man ohne Probleme zur deutschen Version "ohne Jugendfreigabe" greifen, bei dem Rest muss jeder für sich selbst entscheiden, wie weit man sich das antuen möchte.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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