Miracle Mile, Nacht der Entscheidung © Turbine
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Artikel vom 24.04.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Nacht der Entscheidung



Miracle Mile


Miracle Mile (Nacht der Entscheidung) ist ein längst zum Kultfilm avancierter Klassiker aus dem Jahre 1988, welcher damals von Steve De Jarnatt inszeniert wurde und inzwischen eine beachtliche Fanbase aufweisen kann. Wenn man sich etwas „weiter“ aus dem Fenster lehnt, dann darf man durchaus Scorseses brillanten After Hours in einem Atemzug mit Miracle Mile nennen, denn etwas ähnlich mögen diese anmuten, auch wenn sie von ihrer Bildersprache und Atmosphäre durchaus unterschiedlich sind. Entgegen Scorseses benötigte De Jarnatts aber gut zehn Jahre für die Fertigstellung seines kleinen Meisterwerks, welches hierzulande grundsätzlich viel bekannter sein müsste.

Miracle Mile, Nacht der Entscheidung © Turbine
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Gefühlt mehrere Dekaden geisterte seine Idee vom Ende der Welt und den letzten Stunden, die den vermeintlichen Protagonisten übrig blieben, durch halb Hollywood. Bis eines Tages der Independent „Hemdale Film Corporation“ auf De Jarnatts Script aufmerksam wurde und bereit war, ein entsprechendes Budget zu stellen. Die Namensgebung (der deutsche Titel passt zwar zum Kontext, ist aber nicht Kern der Aussage des Films) Miracle Mile rührt im übrigen daher, dass man ihn nach einem Stadtteil von L.A. benannt hat, der komplett von Palmen umsäumt ist ... blütenweiße Art-Deco Architektur zieht sich durch den Wilshire Boulevard - das ist die "Miracle Mile“.

Und eben jener Ort ist Ausgangslage für Jarnatts Film der, wie bereits erwähnt, viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Dabei gibt es kaum einen Film, der die Weltuntergangsstimmung zum einen in sehr ästhetischen Bildern einfängt, als auch diese unnachahmliche Atmosphäre liefert. Dazu wird jede einzelne Sekunde hier in einem atmosphärischen Übermaß zelebriert, dass man sich nach Ende des Films fragt, warum der Streifen nicht längst in eine Hall of Fame aufgenommen wurde. Selten saß ein Schlag ins Gesicht besser.

Filmkurzbeschreibung


Es ist ein sehr sonniger und lauer Sommertag in L.A. und unsere Protagonisten Harry (großartig, Anthony Edwards) und Julie (Mare Winningham) lernen sich kennen und lieben. Um diese Bindung zu stärken, verabreden sich die beiden am nächsten Tag, jedoch verspätet sich Harry und das Date liegt zunächst auf Eis. Als Harry jedoch verspätet den Treffpunkt erreicht, nimmt er zufällig einen Telefonanruf in einer Telefonzelle entgegen. Der Mann am anderen Ende teilt ihm äußerst glaubhaft und inbrünstig mit, dass der dritte Weltkrieg im Gange ist. Als Harry jenes in einem Diner kundtut und über all diese Dinge erzählt, organisieren sich die noch wach gebliebenen, während die Stadt selbst noch schläft ... mittels Helikopter möchte man die Antarktis erreichen um den „großen Knall“ zu überleben.
Doch doch ohne seine Liebe Julie, die noch nichts von den ganzen Umständen weiss, möchte er nicht weg und die große Suche im Morast der großen Stadt nimmt seinen Lauf, denn die Raketen werden bereits in Stellung gebracht.


Einer gewissermaßen schicksalhaften Koinzidenz ist es geschuldet, dass Harry überhaupt von diesem nahenden Ende erfährt. Doch entfliehen kann er diesen Umständen nicht, denn die Vorbestimmung lässt sich kein Bein stellen, auch nicht dann, wenn man der Liebe den Respekt zollen möchte, so wie man es sich am Ende gewünscht hätte ... es scheint, als dürfe diese Liebe nicht zu ihrem Recht kommen. Dabei will Harry im Grunde nur das für sich festigen, was ein jeder für seine Liebe tun würde: sie in Sicherheit wiegen. Doch dieser Gedanke, der Flucht und Sicherheit für sich beansprucht, wird in dieser Nacht noch zum Chaos. Julies Großeltern, die seit 15 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen haben, trotzen der Situation und verbringen die letzten Stunden ihres Lebens in gemütlicher Zweisamkeit. Leider treffen unsere beiden Hauptprotagonisten Harry und Julie die falsche Entscheidung, welche sich u.a. aus existenzieller Angst begründet. Sicher ist nur eins: sie werden ihre bald eingeäscherten Körper dann für immer im Jenseits vereint wissen, was für sie mit dem gewünschten inneren Seelenfrieden und dem Ende der großen Liebe gleichgesetzt wird.

Ein Film wie ein mächtig heftiger Tritt in die Magengrube, ein Schlag ins Gesicht….erschreckend und wunderschön zugleich und mitunter ein echt trauriger Brocken, der wie ein dicker Klos im Halse stecken bleibt. Und auch wenn dieses kleine „Magnus Opus“ schon bald 30 Jahre auf dem Buckel hat - an Kraft und Dynamik hat er nichts, aber auch garnichts eingebüßt. Und der teils schön-bedrohliche Soundteppich mit Klängen von "Tangerine Dream" tut sein übriges.

Mediabook oder Keep Case?


"Turbine Medien" bringt diesen Klassiker nun endlich auch als Bluray ... sowohl in 2 schicken Mediabooks, als auch als Keep Case Amaray. Egal für welche Edition man sich entscheidet, dieses Meisterwerk kann man sich einfach nicht entgehen lassen. Die Keep Case Variante verfügt über ein Wendecover, welche die beiden Motive der Mediabooks bereit hält.

Die Extras der Mediabooks gestalten sich wie folgt:

Disc 1
- (Hauptfilm/ BD-50/ 50 GB):
- Isolierte Tonspur mit der Original-Filmmusik von Tangerine Dream
- Audiokommentar 1 mit Autor/ Regisseur Steve De Jarnatt, moderiert von Walter Chaw
- Audiokommentar 2 mit Steve De Jarnatt, Kameramann Theo van de Sande und Ausstatter Chris Horner
- Alternatives Ende (0:56 Min.)
- Entfernte Szenen & Outtakes (11:20 Min.) *
- Storyboard/ Screen-Vergleich (1:52 Min.)
- Reunion: Ein Wiedersehen in Johnie's Diner (24:41 Min.) *
- Julie & Harry: Interview mit Mare Winningham & Anthony Edwards (12:23) *
- Die Musik von Tangerine Dream: Interview mit Paul Haslinger (16:37) *
- Trailer: 1) Deutsch (1:34 Min.), 2) USA (2:15 Min.)
- Kurzfilm "Tarzana" (32:56 Min.) *, dazu: Outtake (6:50 Min.) *
- Kurzfilm "Eat The Sun" (24:01 Min.) *
- Kurzgeschichte "Rubiaux Rising" (21:43 Min.), gelesen von Steve De Jarnatt


Disc 2
- Nostalgie-Fassung / DVD-5/ 4,7 GB)
- Trailer Deutsch (1:34 Min.)


* = optionale deutsche Untertitel verfügbar


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister

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