Mutant - Das Grauen aus dem All © Anolis Entertainment
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Artikel vom 07.11.2017 | Heimkino->Blu-Ray

Mutant - Das Grauen im All



Auftakt zu einer neuen Filmklassikerreihe


Rip-Offs, Mockbuster, Knockbuster - das plagiative imitieren (in Einzelheiten aber auch in großen Teilen) erfolgreicher Movies ist nun wirklich keine Seltenheit ... und war auch in den 1980er Jahren bereits Gang und Gäbe. Ein gutes Beispiel ist da Ridley Scotts SF-Horror-Meisterwerk Alien von 1979, das zig Filmemacher inspirierte, etwas ähnliches (Inseminoid, Deepstar Six, Contamination, Creature u.a.), wenn möglich aber bitte preiswert herzustellendes, auf den Markt zu werfen. Roger Corman, berühmt-berüchtigt für seine kostengünstige Herangehensweise an das Filmhandwerk, darf bei den Umengen an Alien-Rip-Offs natürlich nicht fehlen. Im Gegenteil, er produzierte gleich zwei Streifen, die sich sich durchaus gefallen lassen müssen, das Fahrwasser des großen Vorbilds ausgiebig genutzt zu haben: Planet des Schreckens (OT: Galaxy of Terror, 1981) und der nun als Blu-ray im Mediabook vorliegende Mutant - Das Grauen im All (OT: Forbidden World, 1982).

Mediafacts
Mutant - Das Grauen aus dem All © Anolis Entertainment
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Covervariante A: Mutant
Titel: Mutant - Das Grauen im All
Originaltitel: Forbidden World
getestete Version: Mediabook
Cast: Jesse Vint, Dawn Dunlap, June Chadwick
Regie: Allan Holzman
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
Erscheinungstermin: 2017
Produktionsjahr: 1982
Spieldauer: 77 Minuten (US), 82 Minuten(D)
Sprache: Deutsch DTS HD-MA 2.0 Mono / Englisch DTS HD-MA 2.0 Mono
Bildformat: High Definition Widescreen (16:9 1,66:1) 1920x1080p
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


In einer Forschungsstation auf dem Planeten Xerbia ist ein gut gemeintes Experiment um „Subjekt 20“ aus dem Ruder gelaufen. Nun sieht sich die Besatzung mit einer Kreatur konfrontiert, die ihre menschlichen Schöpfer nur noch als Nahrung begreift. Um die Sache wieder in Ordnung zu bringen, wird Mike Colby nach Xerbia entsandt, doch auch er kann kaum etwas ausrichten gegen die mörderische Bestie. Zwischen hübschen Frauen und sich in Proteinklumpen auflösenden Menschen gerät auch er in tödliche Gefahr durch ein Wesen, wie es die Menschheit noch nicht gesehen hat.

Das meint onyourcreen.de zum Film


Mutant ist ein formidables Beispiel für ein B-Movie jener Zeit. Bei allem Eifer den von Produzent Roger Corman vorgegebenen monitären Rahmen einzuhalten, wurde nicht an liebevollen, funktionierenden Ideen und Tricksereien bei der Umsetzung gespart. So bediente man sich für den Raumschiffkampf am Anfang des Films bei der Corman-Produktion Sador - Herrscher im Weltraum (OT: Battle beyond the Stars, 1980), die atmosphärisch stimmigen, aber billigst hergestellten Kulissen der planetaren Forschungsstation konnte man größtenteils bereits im nur ein Jahr zuvor gedrehten Planet des Schreckens bewundern. Wirklich neu war an Mutant nicht allzuviel - abgesehen vom Monster als solchem, behaupten Spötter, dass ansonsten maximal die Overalls der zeigefreudigen Protagonistinnen unique waren. Spannend ist übrigens, wenn man herauszufindet, mit welchen Mitteln an den Sets gearbeitet wurde - versucht doch mal die Materialen, mit denen die Stationsgänge verkleidet wurden, zu identifizieren ... Standbild machen und dann viel Spaß.

onyourscreenSHOTs

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  • Mutant - Das Grauen aus dem All<br>© Anolis Entertainment
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Aber auch die splattrigen Momente des Films haben ihre Reize. Vom Monster im Minizustand zerfressene Gesichtshälften, zu Proteinhaufen verwesende Darsteller oder das durchaus eindrucksvolle Ende der ausgewachsenen Xenomorph-Dublette, reichen auch nach mehr als 35 Jahren noch für einen blutigen Trash-Horror-Abend. Als Labsal für die von zuviel blutigem Gedöns beanspruchten (vor allem) männlichen Zuseher, gibts natürlich auch noch etwas exploitativ dargereichte nackte Haut zu sehen - wir denken das beide weiblichen Darsteller eher wegen ihrer reizvollen Kurven, als wegen ihres darstellenden Talents gecastet wurden ...

Mutant - Das Grauen aus dem All © Anolis Entertainment
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Die Covervarianten zu "Mutant", zur Auflage/Limitierung ist nichts bekannt

Das meint onyourscreen.de zum Mediabook


Freunde des phantastischen Films, aufgemerkt: "Anolis" startet mit Mutant eine neue Veröffentlichungsreihe. Unter dem Titel "Phantastische Filmklassiker" und anscheinend unterteilt in die "Die 60er", "Die 70er" und "Die 80er", sollen bereits neun Titel in Planung sein. Dem beiligenden Infoblatt kann man zumindest die Titel Geheimagent Barrett greift ein (60er) und Willard (70er) entnehmen. Vermutlich wird - sowie Mutant nun auch - jeder Titel der Reihe im Mediabook, wahrscheinlich auch in diversen Covervarianten erscheinen.
Das Mutant-Mediabook kommt mit einem sauber eingeklebten Booklet, das seinen Namen auch verdient hat. Ingo Strecker hat hier ausführlich recherchiert und anschaulich Background zum Film zusammengetragen, was in den oftmals nur aus Bildchen bestehenden Booklets anderer MB-Anbieter selten der Fall ist. Ingo Strecker spricht, zusammen mit Pelle Felsch, auch den informativ-unterhaltsamen Audiokommentar zur deutschen Kinofassung des Films. Neben dieser Fassung darf man sich auch über die von Regisseur Allan Holzman präferierte, nie veröffentlichte Schnittfassung von Mutant freuen, allerdings nur in "SD". Zitat dazu von Anolis: "Die zurzeit einzig verfügbare Quelle stellt eine Videokassette aus dem Besitz des Regisseurs dar, deren Bildqualität bedauerlicherweise weit unter dem heutigen Standard liegt. Trotzdem möchten wir Ihnen diese Fassung nicht vorenthalten, zumal Allan Holzman speziell für diese Fassung einen Audiokommentar eingesprochen hat. Um Ihnen die bestmöglichste Qualität zu bieten, haben wir alle Szenen, die sich auch in der offiziellen Fassung wiederfinden, durch die gleichen Szenen des SD-Masters ersetzt."

Mutant - Das Grauen aus dem All © Anolis Entertainment
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A) Die Reihe wird Nummerierungen erhalten, vermutlich jedes Jahrzehnt eine eigene (siehe auch C); B) Backcover; C) Das Beiblatt mit Informationen zu weiteren Titeln der Reihe; D) E) Blick ins Booklet

Alle Extras auf den prall gefüllten Scheiben lesen sich wie folgt: Deutsche Kinofassung / Audiokommentar mit Ingo Strecker und Pelle Felsch (zur dt. Kinofassung) / Director‘s Cut (SD) / Making Of „Forbidden World“ / John Carl Buechler: Die Spezialeffekte / Roger Corman über „Mutant“ / Amerikanischer Kinotrailer / Deutscher Kinotrailer / Werberatschlag / Bildergalerien. Wobei wir vor allem auch das sehenswerte "Making of" herausheben möchten, das mit vielen Anekdoten und Insiderwissen aufwartet.

Das Onyourscreen.de-Fazit zu MUTANT


Seit 2002 existiert eine rar gewordene DVD-Auswertung von Mutant auf dem deutschen Markt. Nun hatte Anolis ein Einsehen und bedient die Fans des HD-Erlebnisses und die Mediabookenthusiasten gleichermaßen mit einem Sammlerstück zum dreisten Alien-Plagiat. Das diese hochwertig ausgestattete Version von Mutant - Das Grauen im All gleich den Auftakt einer neuen Reihe (Phantastische Filmklassiker) bildet, macht die Veröffentlichung am 24. November 2017 umso erfreulicher.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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