Miss Hokusai © 2014 - 2015 Hinako Sugiura ? MS.HS / Sarusuberi Film Partners
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Artikel vom 02.11.2016 | Heimkino->Blu-Ray

Miss Hokusai



Bilder einer Epoche


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Blu-ray-Cover Miss Hokusai
Katsushika Hokusai gilt als einer der bedeutendsten Künstler Japans. Seine Holzschnitte - vor allem die Farbholzschnitte seiner Reihe "36 Ansichten des Berges Fuji" sind weltweit bekannt und berühmt. Während seiner Lebzeit - Ende des 17. bzw. Anfang des 18. Jahrhunderts (aber tatsächlich auch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts) - war Japan bis auf einige niederländische Händler vom Rest der Welt abgeschnitten. Diese aber brachten einige von Hokusais Werken nach Europa, wo diese zur Verbreitung des Japonismus beitrugen und Künstler wie Gauguin oder van Gogh inspirierten. Was jedoch wenig bekannt ist, das Hokusai Teile seiner Werke gemeinsam mit seiner Tochter schuf ...

Filmkurzbeschreibung


Edo im Jahre 1814: Lange bevor er unter seinem Pseudonym Hokusai in die Kunstgeschichte einging, lebt der etablierte Künstler Tetsuzoin dem Großstadtchaos des späteren Tokyos und empfängt Klienten aus dem ganzen Land. Mal pinselt er einen riesigen Dharma auf einen 180 Quadratmeter großen Papierbogen, mal zwei Spatzen auf ein winziges Reiskorn. Der launige Mittfünfziger ist allerdings eher für die Qualität seiner Werke als für die Höflichkeit gegenüber seinen Kunden bekannt. Tetsuzos dritte Tochter O-Ei steht ihrem Vater dabei weder an Temperament noch an Talent nach. Ihr ganzes Leben lang assistiert sie ihm in dessen Studio, und oft ist sie es, die die Bilder an seiner Stelle malt – ohne dabei jemals genannt zu werden.

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Teils nehmen die Bilder/Episoden des Animes einen deutlichen Bezug zu den Werken des Künstlers (Wie hier zu "Die große Welle vor Kanagawa" um 1830)

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Miss Hokusai - von der verschwiegenen Künstlerin zum Festival-Star ... Regisseur Keiichi Hara (Summer Days with Coo, Doraemon, Crayon Shin-chan) holt in seinem neuen Anime-Meisterwerk die lange vergessene O-Ei aus dem übergroßen Schatten ihres berühmten Vaters heraus. Der Film basiert auf dem Kult-Manga "Sarusuberi" von Hinako Sugiura, einer Expertin für die Edo-Periode. Miss Hokusai zeichnet nicht nur das ergreifende Portrait einer ganz besonderen Künstlerfamilie, sondern entführt die Zuschauer auch auf eine faszinierende Reise in das Tokyo vor 200 Jahren. Damals verwandelten Arbeiter und Samurai, Geschäftsleute und Adlige, Künstler und Kurtisanen die Stadt in eine der blühendsten Metropolen ihrer Zeit. Die nur ganz lose verbundenen Kurzgeschichten schaffen einen Blick auf das Werk des lebenslustigen Künstlers, seiner ebenso eigensinnigen wie talentierten Tochter aber auch dem jüngsten Sproß der Familie namens O-Nao. Diese Schwester von O-Ei ist blind und wird von ihrem Vater nur wenig beachtet. Doch neben den familiären Einblicken in die Familie Hokusai bilden die Etappen (wir wollen sie nicht als Episoden bezeichnen, das würde ihnen nicht gerecht) des Animes einen intensiven Blick auf das Leben in der Edo-Zeit und wie dieses die Bilder des Meisters (und seiner Tochter) entstehen lassen. Wiederum gleitet die realitätsnahe Darstellung der Episoden ab und an in die Fabel- und Geisterwelt ab, genauso wie Hokusais Werke auch oft Drachen und Geistwesen zum Thema hatten. In seinen Bildern wechseln sich Mythen, wichtige Personen und reale Landschaften ab ... der Anime steht dem nur wenig nach.

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Das Onyourscreen.de-Fazit zu MISS HOKUSAI


Der preisgekrönte Kinofilm Miss Hokusai ist die erste Zusammenarbeit des renommierten Animationsstudios "Production I.G" (Ghost in the Shell) mit Regisseur Hara. Für das Drehbuch war – wie bei Colorful – erneut Miho Maruo verantwortlich. Character Design und Animationsregie übernahm Yoshimi Itazu (Wie der Wind sich hebt), die Hintergrund-Designs stammen von Hiroshi Ono (Ame & Yuki –Die Wolfskinder, Ein Brief an Momo).

Originaltrailer mit dt. Untertiteln

Vielleicht hätte ein wenig mehr Zusammenhang der Einzelerlebnisse innerhalb des Animes der Geschichte gut getan, so wirkt alles oftmals schwer nachvollziehbar und etwas zu sehr "gewollt künstlerisch". Für Freunde anspruchsvoller asiatischer Geschichten ist Miss Hokusai trotzdem ein Hochgenuss, sowohl was die Erzählungen im einzelnen als auch die Ausgestaltung der Animationen und Zeichnungen angeht. Miss Hokusai ist seit dem 28. Oktober auf DVD und Blu-ray bei Kazé erhältlich - der Veröffentlichung liegt ein hochwertiges Poster bei, weitere Extras sucht man vergeblich. Der Film bietet neben dem Originalton eine sehr gute und passende deutsche Synchro.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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