McLintock © capelight pictures
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Artikel vom 26.11.2019 | Heimkino->Blu-Ray

McLintock!



McLintock is McNificient!


McLintock © capelight pictures
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Mediabook-Cover McLintock!
In mehr als 160 Filmen hat der 1979 verstorbene John Wayne mitgewirkt, in einem sehr großen Teil davon als Hauptdarsteller. 37 Jahre nach seiner ersten Nebenrolle entstand der nun vorliegende McLintock!, eine Art Familienproduktion. Denn neben ihm spielt sein Sohn Patrick Wayne die Rolle des Dev Warren und Aissa Wayne, seine kleine Tochter aus dritter Ehe, verkörpert Alice Warren. Sein ältester Sohn Michael Wayne ist gar Produzent der unterhaltsamen Western-Komödie, die für "Batjac Productions" Geld verdienen sollte. Die Kassen von Waynes Produktionsfirma waren nämlich überstrapaziert, genauso wie Johns Gesundheits- und Gemütszustand, nachdem sie sich mit seinem Wunschprojekt und Regiedebut, der Mammutproduktion Alamo (1960), ordentlich vergallopiert hatten ...

Filmkurzbeschreibung


Der mürrische Viehbaron George McLintock (John Wayne) hat alle Hände voll zu tun! Als Besitzer der größten Ranch im Umkreis und Namensgeber der Stadt, muss er immer wieder zwischen den ortsansässigen Farmern, neuankommenden Siedlern und einheimischen Indianerstämmen vermitteln, die ständig aneinander geraten. Als auch noch seine kratzbürstige Noch-Ehefrau Katherine (Maureen O'Hara) auftaucht, die eigentlich getrennt von ihm lebt, und seine Tochter Becky (Stefanie Powers) beginnt, den Jungs im Ort den Kopf zu verdrehen, platzt dem Alten bald der Kragen. McLintock ahnt, dass wenn in seiner Stadt wieder Ordnung herrschen soll, er bald andere Saiten aufziehen muss ...

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Geld verdienen war angesagt. Keine hochtrabenden Großproduktionen sondern solides Handwerk und ein John Wayne in der Hauptrolle statt im Regiestuhl. Mit der leichtgängigen Interpreation von Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" - verlegt in den Wilden Westen -, einem jungen (bezahlbaren) Regisseur, wenigen (aber geschickt ausgewählten) Drehorten und mit großem familiären Engagment konnte man McLintock! für nur rund 2 Millionen US-Dollar fertigstellen. Vergleichbare "Waynes" lagen gerne bei mehr als dem doppelten Budget. So konnte man später dann, dank einem US-Kino-Einspielergebnis von 7,25 Millionen Bucks, durchaus zufrieden sein.

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  • McLintock<br>© capelight pictures
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Zufrieden durfte und darf man aber auch als Zuschauer sein. Sicherlich ist McLintock! kein herausragendes Projekt - sein lockerer Ton, gut gelaunte Darsteller und solide Filmarbeit jedoch, machen die eigentlich flache Story zu einer unterhaltsam-charmanten Westernparodie. Und auch wenn Wayne nicht immer aus seiner Haut kann, gelingt es ihm grundsätzlich, den rauhbeinigen, aber herzensguten McLintock symphatisch darzustellen. Das eigentliche Highlight ist aber die "Köningin des Technicolor" Maureen O’Hara. Ihr Schwung und ihre Vehemenz machen den Westernspaß tatsächlich zu einem Vergnügen. Dazu bei tragen aber auch (heutzutage undenkbare) Kalauer, die allzu oft ethnische Klischees bedienen: ob alter Chinese, mexikanische Kiddies, jüdischer Kaufmann oder saufende Indianer - hier macht man Halt vor nichts. Andere Zeiten, andere Witze ... Das trübt den Unterhaltungswert aber auch in aufgeklärten Zeiten kaum, man darf sich seines nicht zu unterdrückenden Lächelns ja anschließend ganz kurz schämen :-)

McLintock © capelight pictures
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Die Westernkomödie kommt als DVD und Mediabook (DVD Blu-ray)

"capelight pictures" bringt McLintock! ab dem 29. November 2019 als DVD und als 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook in den Handel. Als Extras finden sich ein "Original Making-of von 1963", ein "Neu restaurierter Original Kinotrailer/US" sowie der "Neu restaurierte Original Kinotrailer/Deutschland" auf der Scheibe. Dem ungewöhnlich dicken Mediabook wurde neben dem Zusatzmaterial und dem Film auf DVD und Blu-ray ein ganz besonderes Extra spendiert: ein 60-seitiges (sechzig!!) Booklet. Dieses ist dreifach interesssant: Zum einen dürfen wir einen mit seltenen Fotos gespickten, bemerkenswerten Artikel von Mike Siegel lesen. Danach finden wir eine kurze Abhandlung von Torsten Kaiser zu den umfangreichen (und höchst gelungenen) Restaurierungsarbeiten am Film und Bonusmaterial. Abschließend darf man sich vergnügt den vollständig restaurierten 1963 "Gold Hey Comic" zum FIlm reinziehen - ein tolles Add-on!
Das Covermotiv des Mediabooks ist auf mattem, schweren Material gedruckt und verpasst dem ganzen einen sehr schönen Retrocharakter. Das Frontmotiv finden wir nicht ganz so gefällig, aber man ist ja fast froh, das man auch mal was findet, was einen nicht wie einen Fanboy klingen lässt. Alles in allem also erneut ein Highlight im capelight-Mediabook-Lineup.


Das Onyourscreen.de-Fazit zu McLintock!


Charmant, humorvoll und rundum unterhaltsam kann uns John Waynes McLintock – Ein liebenswertes Raubein (so einer der deutschen Titel) auch heutzutage begeistern - vor allem in einer so herausagend restaurierten Fassung und der großartigen Aufmachung im Mediabook (alternativ gibts eine DVD) wie sie uns capelight pictures hier präsentiert.
McNificient!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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