Mauern der Gewalt © Ascot Elite Home Entertainment
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Artikel vom 28.10.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Mauern der Gewalt



Hart, aber bewegend!


Das Knastdrama Mauern der Gewalt avancierte schnell zum Kritikerliebling. Regisseur David Mackenzie verarbeitet in seinem Independent-Knaststreifen ein wortkarges, aber packendes Drehbuch von Jonathan Asser, der selbst jahrelang Gefängnis-Aggressionstherapheut war. Ob aus dem vor Gewalt berstenden Film tatsächlich ein britischer Instantklassiker geworden ist, wollen wir hier hinterfragen.

Trailer: Mauern der Gewalt

Titel
Mauern der Gewalt © Ascot Elite Home Entertainment
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Cover: Mauern der Gewalt
Titel: Mauern der Gewalt
Originaltitel: Starred up
getestete Version: Blu-ray
Cast: Rupert Friend, Jack O'Connell, Ben Mendelsohn, David Ajala
Regie: David Mackenzie
Studio/Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Produktionsland: UK
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 106 Minuten
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Eric ist hochgradig aggressiv, äusserst gewaltbereit, jederzeit geladen und bis in die Fingerspitzen angespannt. Er ist 19 und wird gerade vom Jugendknast in ein Erwachsenen-Gefängnis verlegt. Doch hier verbringt auch sein Vater schon Jahre seines Lebens, was Eric nicht davon abhält an seinem neuen "Kurort" ebenso zu randalieren und querzuschießen. Weder Mithäftlinge noch Wärter sind vor seiner rasenden Wut und seiner rohen Gewalt gefeit, was vor allem dem Knastdealer vor Ort ziemlich auf den Zeiger geht. Der braucht Ruhe und Frieden im Trakt, damit seine Geschäfte florieren. Jetzt muss Erics Vater dafür sorgen, das der Sohnemann ruhiger wird ... oder beide müssen die Konsequenzen tragen.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Mauern der Gewalt ist ein zweischneidiges Schwert. Er verspricht ein realistisches Szenario, überdreht dafür aber einfach zu sehr die Gewaltschraube. Das Zusammenspiel zwischen großzügig offenen Zellen, fast zwanglosem Vollzug, offensichtlich wenig Wachpersonal und der im Gegensatz dazu ausufernden, extremen Härte passt einfach nicht - man nimmt dem Streifen den Realitätsbezug einfach nicht ab. Macht aber nichts, denn sieht man darüber hinweg, hat man einen zwar nicht mit neuen Ideen glänzenden, aber spannenden und mitreissenden Gefängnisfilm vor sich.
Starred up (so der Originaltitel) nennt man es in England, wenn ein Minderjähriger vorzeitig vom Jugendknast ins Erwachsenen-Gefängnis verlegt wird. Eric ist gerade aufgestiegen, herzlichen Glückwunsch. Zu allen Feierlicheiten fristet auch noch sein Vater sein Dasein im gleichen Gefängnis. Und schon bald findet sich Eric im Konflikt mit Zellennachbarn, bestechlichen Wärtern, dem Gefängnisdealer und seiner Therapiegruppe, zu der ihn sein ähnlich tickender Vater - auf Anraten des dealenden Obermotz - gedrängt hat. Das ist geprägt von Zornausbrüchen, Rachefeldzügen und Beamtenwillkür allerhärtester Natur. Kratzen, Beißen, Kopfstöße und selbstgebaute Waffen - hier ist alles erlaubt, dagegen ist Ultimate Fighting das reinste Kuschelprogramm. Doch wer denkt, dass wir uns hier mit einem reinen Actionstreifen befassen, ist auf dem Holzweg. Die Gründe für Erics Verhalten werden im Laufe der 106 packenden Filmminuten allzu deutlich und lassen aus dem aggressive Schläger Eric nahezu einen Sympathieträger werden. Man erkennt die Abgründe an denen seine Seele baumelt, man kann (mit-) fühlen wie er tickt. Selten das einem Film so etwas trotz der extrem brutalen Gangart gelingt. Chapeau!

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Eric bei der Therapiestunde

Das meint Onyourscreen.de zur Blu-ray


Einige Extras wie eine B-Roll, Interviews mit den Stars und der Originaltrailer befinden sich mit auf der akustisch wie visuell ordentlichen Blu-ray, die ansonsten nur noch ein zusätzliches Wendecover vorweist. Für den Sammler und Interessierten, wie so oft zuletzt, recht dünn ...

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Erics Vater

Das Onyourscreen.de-Fazit zu MAUERN DER GEWALT


Mauern der Gewalt verpasst die Chance tatsächlich und realistisch auf die Umstände in britischen Gefängnissen hinzuweisen, zu omnipräsent und wenig glaubwürdig ist die Diskrepanz zwischen lockerem Vollzug und mörderischer Gewalt. Das und ein bis zwei zu klischeeisierte Charaktere darf man David Mackenzies Drama vorwerfen. Doch neben der glaubhaften seelischen und körperlichen Wut des herausragend agierenden Jack O’Connell (in weiteren Rollen glänzen Rupert Friend und Ben Mendelsohn), hält auch das Drumherum weiterer Kritik absolut stand. Mauern der Gewalt ist ausdrucksstarkes und auf seine Weise mitreissendes Kino und hätte durchaus auch einen Start auf der großen Leinwand verdient gehabt. So nehmen wir mit der Heimkinoveröffentlichung vorlieb, die uns Ascot Elite ab dem 28.Oktober 2014 nach Hause bringt.


© Text: onyourscreen.de / As


 
 
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