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Artikel vom 16.10.2012 | Heimkino->Blu-Ray

Masks



Deutscher Giallo


Ganz ehrlich: vor einem Blick auf das Cover der uns vorliegenden Blu-ray von Masks und ein wenig Recherche, hatten wir keine Ahnung was mit Giallo gemeint war. Dieses vorwiegend italienische Thriller-Subgenre wurde vor allem von Mario Bava in den 60er/70er Jahren geprägt, aber auch der den meisten bekanntere Dario Argento tummelte sich erfolgreich in diesem Metier. Das sich ein moderner deutscher Film - und das ist Masks - aller typischer Merkmale eines "Giallo" bedient, ist gewollt und stellt sicherlich auch eine Hommage an das Genre und deren Regie-Heroen dar.

Mediafacts
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Cover: Masks
Titel: Masks
Originaltitel: Masks
getestete Version: Blu-ray
Cast: Susen Ermich, Magdalena Ritter, Julita Witt, Stefanie Grabner, Sonali Wiederhöfer, Michael Siller, Dieter-Rita Scholl, Teresa Nawrot, Norbert Losch
Regie: Andreas Marschall
Produktionsland: Deutschland
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
DVD-Release: 2012
Produktionsjahr: 2011
Spieldauer: 112 Minuten
Sprache: Deutsch (DD 5.1)
Regioncode: 2
FSK: ab 18 J.

Filmkurzbeschreibung


Die hübsche blonde Stella (Susen Ermich), bisher recht erfolgloser Schauspielanfänger, gelangt über Umwege an das Matteusz-Gdula-Institut für Darstellende Kunst. Hier wähnt sie sich dem Traum vom Bühnenruhm näher, hier will sie ihr schauspielerisches Talent forcieren. Warnende Vorzeichen die darauf hindeuten, das auf dieser Schule nicht alles mit rechten Dingen zugeht, werden verdrängt oder ignoriert - auch die Zwietracht und die Missgunst unterhalb der Schüler bleibt von Stella unbeachtet. Als sie die scheue Mitschülerin Cecile (Julita Witt) kennenlernt, erfährt sie das Matteusz Gdulas eigenwilliger Unterrichtsstil, der durch Grauen und Schmerz die innersten Gefühle der Akteure an die schauspielernde Oberfläche zerren sollte, vor 30 Jahren einigen Schülern und ihm selbst den Tod gebracht hat. Doch trotz Verbot leben seine zweifelhaften Lehren anscheinend weiter hinter den geschlossenen Teilen der Schule. Getrieben von ihrem Erfolgswahn zieht es Stella hinein ihn den Strudel aus Spiel und Horror.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Schon der Vorspann von Masks stimmt einen mit seinen duotone-gefilterten Szenen in tiefschwarz und blutrot ein auf die kommende, durchaus mit einigen Horrormomenten gespickte, ansonsten aber eher dezent vor sich hin gruselnde Thriller-Story ein. Das darauf folgende ist oft typisch deutsch, und das meinen wir positiv. Bitte nicht verwechseln mit dem generischen Til "Entschuldigung, ich hab halt nur diesen einen Gesichtsausdruck" Schweiger-Gedöns rund um irgendwelche ohrlosen Karnickel ... wir reden von intelligentem, gut ausgearbeiteten deutschen Kino, das aber irgendwie immer wiedererkennbar und unique ist. In Masks wird Spannung kontinuierlich aufgebaut und vor allem auch gehalten, hier werden Emotionen aber auch Grausamkeiten glaubhaft dargestellt. Missgunst, Ablehnung, Freund- und Feindschaft bei Schülern und Lehrkörper sind spürbar präsent, wobei die Glaubhaftigkeit in den Rollen der Schülern für uns etwas perfekter funktioniert. Auch die sicher Budget beeinflussten Drehorte sind gut gewählt und funktionieren stimmig und stimmungsvoll. Die daraus resultierenden Bildlandschaften wurden geschickt eingefangen und bilden zusammen mit den teils raffiniert gewählten Kamera-Blickwinkeln und dem einfachen, aber wirkungsvollen Score den immer richtigen emotionalen Rahmen für die ständig tiefer werdenden Abgründe der Geschichte. Die typischen Elemente des Giallo-Genres wie der behandschuhte, gemeinisvolle Mörder und seine Mordwaffe sowie oftmals leicht bis non-bekleidete Schönheiten als Opfer fehlen natürlich nicht ... und das ist gut so.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Bild aus Fotogalerie<br>© Anolis Entertainment
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Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


"Anolis", das spartenorientierte DVD-Label das sich seit Jahren schon mit ihren Kaiju-Klassikern, den Galerien des Grauens aber auch mit dem DVD- und Blu-ray-Vertrieb einzelner Genrefilme und Klassiker hervortut, zeichnete sich beim "Neo-Giallo" Masks neben "Stormlightfilms" für die Mitproduktion des auf einigen Festivals erfolgreich gelaufenen Werks von Regisseur und Drehbuchautor Andreas Marschal verantwortlich. Selbstredend taucht nun auch die DVD und Blu-ray im Line-Up des Vertriebes auf. Die von uns getestete Blu-ray kommt klassisch daher, dankenswerterweise mit Wendecover ohne das hässliche FSK-18 Logo. Beiligend ist ein vierseitiger Minifolder mit einigen interessanten Informationen zum Genre, den Darstellern und den Masks-Machern. Bild- und Ton auf der BR sind gelungen eingefangen und gut präsentiert, dazu gibts folgendes Bonusmaterial: Audiokommentar mit Regisseur Andreas Marschall & Kameramann Sven Jakob, Trailer, Entfallene Szenen, Behind-the-Scenes-Featurette.

Onyourscreen.de-Fazit zu MASKS


Die Mischung aus italienischem Vorbild, deutscher Interpretation und dem hervorragendem darstellenden Talent, vor allem von Susen Ermich (Stella) aber auch Julita Witt (Cecile), machen aus Masks einen unterhaltsamen Trip zurück in die filmische Welt des italienischen Giallo ohne tatsächlich antiqiuiert zu wirken. Einen harten Horrorstreifen sollte man hier nicht erwarten, der eine oder andere Schock- oder Slashermoment wird allerdings gekonnt zelebriert. Empfehlenswert.

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Andreas Marschall

Über Andreas Marschall


Andreas Marschall (editing, script, direction) started his career as a comic-artist for Heavy Metal and U-Comix, among others. He designed film posters, book illustrations and more than 300 LP-covers.
In the 90s he started his career as a director. One of his first projects was the horror movie – music video – documentary crossover „Hallucinative Comas“ (1991) with the rock group „Kreator“, which was released in US, Japan, Great Britain and Germany. Since then Andreas shot over 60 video clips, among them music videos for bands like Moonspell, Extrabreit or Guano Apes, as well as advertising and industry films.
He also worked as an editor on films like „Track“(also co-director, 1999), „Soweit die Füsse tragen“ („As Fahr As My Feet Will Carry Me“ 2001) and several TV-series.
In 2004 he made his feature film debut with „Tears of Kali” who became an instant festival hit and was sold in most major key territories. In 2011 Andreas Marschall returns to the big screen with his tribute to the maestros of the Italian genre cinema like Riccardo Freda, Mario Bava, Sergio Martino and Dario Argento: „Masks”.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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