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Artikel vom 21.01.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Lovelace



Biopic mit Lücken


Ein Biopic über ein Pornophänomen der 70er Jahre? Hintergrundstories zu der "urban legends"-umrankten Pornoproduktion Deep Throat? Ein Drama um Linda Lovelace beziehungsweise Linda Susan Boreman, wie sie mit richtigem Namen hieß, die vom Pornostar zur Gegnerin der Sexindustrie und wieder zurück avancierte? Nun, von allem ist Lovelace ein bißchen.

Mediafacts
Lovelace © Studiocanal
© Studiocanal
Cover: Lovelace
Titel: Lovelace
Originaltitel: Lovelace
getestete Version: Blu-ray
Cast: Amanda Seyfried, James Franco, Sharon Stone, Chloë Sevigny, Peter Sarsgaard
Regie: Rob Epstein, Jeffrey Friedman
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Studiocanal
Erscheinungstermin: 2013
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 93 Minuten
Sprache: Deutsch, Englisch
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J.

Filmkurzbeschreibung


Linda ist das scheinbar unschuldige Mädchen von nebenan. Als ihr der erfahrende Chuck Traynor den Kopf verdreht, gibt sie ihr religiöses Elternhaus auf und zieht mit ihm Hals über Kopf nach New York. Schon bald entdeckt und forciert der gewaltbereite Traynor ihre außergewöhnliche "Begabung" für die Porno-Industrie. Naiv und nichts ahnend findet Linda schnell Gefallen an der Rolle des gefeierten Porno-Stars aus „Deep Throat“, bis sie die verborgenen und dunklen Seiten ihres Ehemanns und der Pornoindustrie entdeckt.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Wie bereits oben angedeutet: Lovelace ist von allem ein bißchen. Klar ist es eine Art verfilmte Biographie oder neudeutsch Biopic. Aber eben nur ein wenig, denn wirklich tief in den Charakter der Protagonistin taucht man nicht ein.
Klar vermittelt uns Lovelace einiges an Background zur Entstehung von Deep Throat. Dem Film, der mit nur sechs Drehtagen, einem Budget von rund 25000 Dollar und einem angeblichen Einspielergebnis von 600 Millionen zu den lukrativsten Filmen ever gehört. Aber wie gehabt, nur ein wenig. Denn neues erfährt man im Filmchen um die Frau mit der "besonderen Fellatio-Begabung" nicht.
Klar erzählt Lovelace auch das Drama, das sich um die be- und ausgenutzte Linda rankt. Klar erzählt es auch davon, wie sie sich später in ihrem Buch "Ich packe aus" (Originaltitel: Ordeal) erklärte, ihren gewalttätigen Mann beschreibt und die Machenschaften der Pornoindustrie anprangert. Doch dabei belässt es der Film auch. Das sie später ihre harten Aussagen wieder revidierte, ja sich sogar wieder der Szene zuwandte (u.a. war sie mit rund 50 in einigen Softpornos zu sehen), das verschweigt die nun verfilmte Story, die sich auch an weiteren Stellen nicht immer an die Wahrheit hält.

Lovelace © Studiocanal
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Chuck und Linda, noch vor "Deep Throat"

Das verfälscht zwar alles ein wenig die biographische Seite des 2013 abgedrehten Streifens, ändert aber nichts an seiner filmischen Qualität. Die absichtlich 70er-like verkörnten Bilder erzählen recht eindrucksvoll und durchaus unterhaltsam die Entstehung des wohl bekanntesten Pornofilm aller Zeiten. Der Zeitraum vor und bis kurz nach der Entstehung von Deep Throat wird dabei aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. So sieht man beispielsweise eine Produktionsparty aus der Sicht der Gäste, die denken das Chuck seine Linda im Nebenraum beischlaftechnisch "so richtig rannimmt". Das dieser seine Frau tatsächlich derbe verprügelt, erzählt die Sichtweise von Linda, die man erst später vorgesetzt bekommt. So spielen die Macher des öfteren geschickt mit den Gedanken der Zuschauer, greifen viel später stattfindenden Ereignisse zeitlich vor und formen damit ihr Bild der Ereignisse um "Lovelace".
Der Cast um Amanda Seyfried als Linda, die vor allem die zuerst erzählte naive, ja manchmal gar dümmliche Lovelace'sche Seite eindrucksvoll verkörpert, ihr Contrapart Chuck, dargestellt von Peter Sarsgaard, die fast nicht zu erkennende Sharon Stone als Lindas ultrabiedere Mom aber auch die beispielsweise durch Hank Azari oder James Franco exzellent besetzten Nebenrollen tragen das ansonsten eher solide Gesamtwerk.

Lovelace © Studiocanal
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Liebling der Presse nach "Deep Throat"

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Da die Optik von Lovelace absichtlich im recht ver"grainten" 70er-Jahre-Filmlook daherkommt, muss man über die Bildqualität eh nicht viel sagen. Der Soundtrack ist gut gewählt und überzeugt auch auf dem Heimkino-Medium. Viel interessanter ist da die Ausstattung der Blu-ray. Hier erwartet den Käufer neben den 93 Minuten Film ein "Making of", ein "Hinter den Kulissen", ein "Featurette", kurze Interviews, eine schmale Leseprobe „Linda Lovelace – Ich packe aus”, einige Flicks zur Pressekonferenz der Berlinale 2013 und ein Trailer. Hört sich dorch prima an.


Onyourscreen.de-Fazit zu LOVELACE


Lovelace erzählt die Geschichte des Starlets Linda Lovelace. Mit dem Film Deep Throat wurde sie zu einer Legende der Pornoindustrie. Doch die Wahrheit hinter der schillernden Fassade sah ganz anders aus, aber leider auch nicht ganz so, wie das Bild, das uns die Macher Rob Epstein und Jeffrey Friedman hier weiß machen wollen. Wer aber eher Unterhaltsames denn Biographisches sucht, wer wenig "Schlüpfriges" und so gut wie keine "nackte Tatsachen" erwartet, der ist mit Lovelace sicherlich gut bedient. Wir hatten Spaß dran.

Und so könnt ihr gewinnen


Gewinnspiel:
Lovelace


Ihr möchtet mit Linda tief in in de Ereignisse um Deep Throat eintauchen. Ihr wollt euch selbst ein Bild machen von der aussergewöhnlichen Geschichte? Wir verlosen hier in Zusammenarbeit mit "Studiocanal" 1 x 1 DVD und 1 x 1 Blu-ray des interessanten Biopic.

Das Gewinnspiel ist beendet. Alle Teilnehmer befinden sich in der Lostrommel. Wir geben in Kürze das Ergebnis bekannt.
Lovelace © Studiocanal
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© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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