Lost Place © NFP
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Artikel vom 30.03.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Lost Place



Mystery made in Germany ... und in 3D.


"Location-based Games" sind Spiele, in deren Grundregeln geografische Positionveränderungen des Spielers die Basis bilden. In solchen Games - den meisten wird das Geocaching ein Begriff sein - spielen Orte die nur über GPS-Koordinaten oder sogenannte Wegpunkte identifiziert werden können, eine Rolle. Diese Orte nennt man auch "Lost Places". "Lost Places" sind aber auch Bauwerke aus der jüngeren Historie, gerne brachliegende Firmen- oder Militäranlagen die nicht von allgemeinen Interesse und in der Regel bedeutungslos sind. Damit ist dann auch der Ausgangspunkt zur deutschen Mystery-Produktion Lost Place geklärt - hier spielen also Geocaching, die moderne Form der Schnitzeljagd, und ein "Lost Place" die tragende Rolle.

Mediafacts
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Blu-ray-Cover: Lost Place
Titel: Lost Place
Orignaltitel: Lost Place
getestete Version: 3D-Blu-ray
Cast: François Goeske, Josefine Preuß, Jytte-Merle Böhrnsen
Regie: Thorsten Klein
Produktionsland: Deutschland
Studio/Verleih: NFP
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 2011 (Im Kino 2013)
Spieldauer: 101 Minuten
Sprache: Deutsch
Regioncode: 2
FSK: ab 12 J.

Filmkurzbeschreibung


Project HAARP: In den 1980er Jahren, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, begann das U.S. Militär mit einer Funktechnologie zu experimentieren, die nachgewiesener Weise einen Einfluss auf das menschliche Gehirn hat. Offiziell fanden Experimente in Deutschland nie statt, bis im Pfälzer Wald einige Jugendliche auf seltsame Phänomene stießen: Gespannt und voller Erwartungen treffen sich Daniel, Thomas, Elli und Jessi zu einer Geocache-Schatzsuche; als sie an einem gespenstisch verlassenen Campingplatz ankommen, beginnen seltsame Dinge mit ihnen zu geschehen. Plötzlich taucht ein mysteriöser Mann im schwarzen Strahlenanzug auf - ist er der einzige Verbündete der Jugendlichen oder ein gefährlicher Psychopath, der unschuldige Teenager in die Falle lockt? Als die Nacht hereinbricht, ist aus dem ausgelassenen Abenteuertrip längst ein Nerven zerfetzender Kampf auf Leben und Tod geworden.

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Das meint Onyourscreen.de zu LOST PLACE


Lost Place ist ein aus vielerlei Hinsicht bahnbrechender, deutscher Film. Lost Place ist der erste europäische Spielfilm der Geocaching als Aufhänger hernahm, Lost Place wurde als erster deutscher Spielfilm mit "Red Epic Kameras" in 3D gedreht und Lost Place war der erste deutsche Film der im Tonformat "Dolby Atmos" in die Kinos kam (sofern sie denn dafür ausgerüstet waren). Nicht schlecht für ein Regiedebut - irgendwo scheint das Produktions- und Regieteam um Thorsten Klein die richtigen Türöffner für Filmförderungen und Geldgeber gefunden zu haben. Auch einen durchaus ansehnlichen optischen Stil hat das Projekt für sich entdeckt - atmosphärisch ist das ganze Projekt eigentlich recht gelungen. Allerdings nicht in 3D ... denn davon hatten die Jungs hinter der Kamera scheinbar nur ganz wenig Plan. Ansonsten ist es kaum erklärlich, warum hier andauernd mit dem stereoskopischen Killer namens Hintergrundunschärfe gearbeitet wurde? Sieht in 2D prima aus, hat aber in 3D-Filmen so einfach nix zu suchen. Auch ansonsten macht man hier einiges verkehrt. Das fängt schon beim logisch völlig desolaten Drehbuch an ... haben die sich das vor dem Dreh noch mal durchgelesen oder war das ein Kantinenschnellschuss? Welche haarsträubenden Erklärungsversuche eingebastelt wurden nur um vorhergehende logische Löcher zu stopfen ist schon hahnebüschend. Da nütz die ansonsten recht ambitionierte Arbeit nicht viel - da werden aus mysteriösen Gefahren, militärischen Experimenten und übelsten Verschwörungstheorien auch mal gerne bizarre Lachnummern.
Auch der Umgang mit der augenscheinlich ordentlichen Schauspielriege lässt zu wünschen übrig. Das Verhalten untereinander ist fragwürdig, die Dialoge gestelzt und doch arg unbeholfen. Sicher, die meisten "Wir gehen in den Wald und lassen uns killen"-Filmchen scheitern in der Regel am Spielwitz der Protagonisten, aber hier lässt das Drehbuch und die Schauspielführung nicht einem der vier ungleichen Teenager die Chance, sich dem geneigten Publikum als Symphatieträger zu empfehlen. Wirklich mitfiebern wer oder was nun den Wald, den völlig sinnlosen Campingplatz und Projekt HAARP überlebt, fällt echt mal richtig schwer.

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Hier gehts zu HAARP, aber warum nur wollen die dahin?

Das meint Onyourscreen.de zur Blu-ray


Ok, ordentlich daher kommt die Veröffentlichung Lost Place ja schon: Klasse Bild, satter Ton und rund 100 Minuten Extras: Interviews mit François Goeske, Josefine Preuß, Pit Bukowski, Thorsten Klein, Alex Weimer und Esther Friedrich, Geschnittene Szenen, Soundtrackaufnahme in Prag, Video Diary, dEEP – das 3D Kinomagazin: Folge 1 - Der Film "Lost Place", Visual FX - Montage, Bildergalerie, Kinotrailer und Teaser - das ist mal nicht so schlecht.


Das Onyourscreen.de-Fazit zu LOST PLACE


Unsere Empfehlung: schaut euch den visuell eigentlich recht stimmungsvollen Streifen in herkömmlichen 2D an, schaltet das Hirn aus uns lasst euch von der Atmosphäre packen. Dann - und nur dann - hat man eine Chance auf einen halbwegs spannenden, 101 Minute langen Mystery-Filmabend. Wird aber nicht einfach, sorry.
Der erste deutsche Mystery-Thriller in 3D ist dank NFP marketing und distribution* ab dem 28. März 2014 als DVD und 3D Blu-ray (inkl. 2D-Version) erhältlich.


© Text: onyourscreen.de / PJ


 
 
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