Long Weekend © Turbine
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Artikel vom 28.12.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Long Weekend




Long Weekend war mir bis dato nur als "Remake" von Jamie Blanks geläufig, der mit seinem extrem fiesen Backwoodslasher Storm Warning für eine Menge Fuore sorgte und einen der besten und auch atmospärischsten Slasher der letzen Jahre ablieferte. Sein Long Weekend besticht durch eine sehr ausgewogene Mischung aus Psychothriller, Ehedrama und eine Prise Ökohorror und bildet aus jenen Attributen einen feinen, unangenehmen und abgründigen Schocker. Doch die Lorbeeren könnte sich Blanks nicht einstreichen, hätte der Australier Colin Eggleston mit seiner Originalvorlage nicht so steil, wenn auch in weiten Teilen etwas ruhiger vorgelegt.

Filmkurzbeschreibung


Peter (John Hargraves) und Marcia (Bryony Behets) sind ein zerstrittenes Ehepaar, welches kurz vor der Scheidung steht und die letzte Option eines „Näherkommens“ in Form eines Wochenendtrips wahrnimmt. Doch selbst die Hinfahrt zum abgelegenen Domizil erweist sich als Hürde, denn es gibt ständig Streit und Konflikte. Marcia gibt schnell zu verstehen, dass der Campingtrip in die Einöde nicht das ist, was sie sich unter einem harmonischen Wochenende vorstellt, schon garnicht der Gedanke, die Nacht unter freiem Himmel zu verbringen.Ihr Mann Peter, ein wahrhaft naturverbundener Bursche, kann den Trip garnicht abwarten und ist auf Vorfreude und Survival-feeling geeicht. Am gewünschten Strand angekommen, macht sich weitere Unruhe breit ... Feindseligkeiten und ständige Vorwürfe definieren immer deutlicher das eigentliche „Aus“ der Ehe ... aber auch Mutter Natur scheint sich gegen das Glück der beiden entschieden zu haben.

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Eggleston's Long Weekend hat eine gänzlich andere Herangehensweise als jene von Jamie Blanks. Spitzt sich Blanks Wochenendtrip fast schon dramaturgisch konsequent immer weiter zu, so lässt Eggleston's Variante diesen Aspekt etwas außen vor. Gerade dann wenn man denkt, jetzt gehts so richtig in die Vollen, rudert Eggleston etwas zurück und versucht sich neu zu positionieren, um dann dort wieder neu anzusetzen. Gerade die wohl intensivste und spektakulärste Szene im Film, hinterlässt eine eher „verpuffende“ Wirkung, während Blanks Variante hier in die Vollen geht.


Nichts desto Trotz ist Eggleston's Variante eine sehr spürbar "australisch" geprägte Filmvariante, die in ihrer Machart schon leichtes Wolf Creek-Feeling aufkommen lässt. Die eher distanziert wirkenden Naturaufnahmen und der markante Score lassen diese Vergleiche auch legitim zu. Aber exakt dieses ist auch als deutlicher Pluspunkt zu werten, denn dadurch manifestiert sich seine Bedrohung, welche von der Natur einhergeht, deutlich von jener im Remake. Natürlich baut auch Colin Eggleston unterschwellige Gesellschaftskritische Töne ein und richtet sich an jene, die sich eben nicht an den respektvollen Umgang mit unserer Natur halten wollen. Das Verhalten „Mensch-Natur“ bringt Eggleston hier auch ganz gut auf den Punkt ... die Message sollte also beim Zuschauer ankommen.

Long Weekend lebt von den teils sehr guten Naturaufnahmen und hat mitunter einen klaustrophobischen Unterton. Da das Budget des Films alles andere als hoch war, ist es umso wichtiger , dass jener von den Protagonisten getragen werden kann. Hargraves und Behets agieren glaubhaft und machen sichtlich das beste aus ihren Rollen. Allen voran Hargraves, der mit seiner arrogant wirkenden Art und seinem Kontrollverlust durch die Natur, ziemlich gefühlskalt agiert.

Long Weekend © Turbine
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Die Covervarianten des Mediabook sind unterschiedlich stark limitiert

Das meint Onyourscreen.de zum Mediabook


Long Weekend ist von "Turbine Media" in schicken Mediabooks erschienen, die den Film in hervorragender Qualität präsentieren. Das informative Booklet ist wie immer toll gestaltet und ist von gewohnt hoher Qualität. Bild und Text sind wohldosiert und runden ein optisch und wertiges Mediabook perfekt ab. Als Extras befindet sich folgendes auf der Bluray:

Disc 1 (Blu-ray/ BD-25/ 25 GB)
- Audiokommentar mit Produzent Richard Brennan und Kameramann Vincent Monton
- Galerie mit Audiointerview mit Darsteller John Hargreaves (4:44 Min./ ca. 64 Bilder) *
- Trailer (2:15 Min.)
- Original Video-Credits (3:33 Min.)

Disc 2 (DVD/ DVD-5/ 4,7 GB)
- Audiokommentar mit Produzent Richard Brennan und Kameramann Vincent Monton
- Galerie mit Audiointerview mit Darsteller John Hargreaves (4:43 Min./ ca. 64 Bilder) *
- Trailer (2:09 Min.)
- Original Video-Credits (3:32 Min.)

* = optionale deutsche Untertitel verfügbar

Die Gesamtlaufzeit der Extras ist nur für die Blu-ray (da DVD identisch) und ohne Audiokommentar berechnet.


Fazit


Die Frage, die man sich stellen darf, wer hier eigentlich wem etwas angetan hat, beantwortet Colin Eggleston in seinem Long Weekend recht eindrucksvoll. Es ist der eben etwas andere Thriller, der seine Botschaft nicht verfehlt und schon auf die ein oder andere unangenehme Art klar macht, was wir sind und wer das stärkere "Element" ist und vor allen Dingen, wer hier vom wem abhängig ist.


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher-Heister


 
 
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