Leben und Sterben in L.A. © capelight pictures
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Artikel vom 03.12.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Leben und Sterben in L.A.



Gut und/oder böse?


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Mediabook: Leben und Sterben in L.A
Mit seinen Romanen lieferte Ex-Secret Service Special Agent a.D. Gerald Petievich die Buchvorlagen für die Thriller Boiling Point (1993) und The Sentinel (2006). Seinen Roman "To Live and Die in LA" aus dem Jahr 1984, bannte William Friedkin bereits ein Jahr später auf Celluloid. Seit kurzem dürfen wir uns dieses Neo Noir-Meisterwerk in tadelloser und ungekürzter Fassung auf DVD und im Mediabook nach Hause holen. Und mal ernsthaft - wer will das nicht?

Filmkurzbeschreibung


Secret-Service-Agent Jim Hart hat keine Gelegenheit mehr, seinen wohlverdienten Ruhestand zu genießen: Zwei Tage vor seiner Pensionierung wird er kaltblütig erschossen. Als sein langjähriger Freund und Partner Richard Chance (William L. Petersen) ihn tot in einem Müllbehälter auffindet, schwört er Rache. Wie besessen macht er sich auf die Jagd nach dem niederträchtigen Geldfälscher Eric Masters (Willem Dafoe), den er für den Mord an seinem Kollegen verantwortlich macht. Sein erbitterter Feldzug führt Chance schnell an die Grenzen der Legalität – und so greifen er und sein neuer Partner John Vukovich (John Pankow) mehr und mehr zu den blutigen und korrupten Methoden, die sie eigentlich tagtäglich bekämpfen.

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Richard Chance (r.) und sein Partner John Vukovich (l.) jagen ...

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Leben und Sterben in L.A. zeigt uns den knallharten Cop-Job in Los Angeles. Aber vor allem lässt uns der Großstadtthriller an Polizeiaktionen am Rande der Illegalität teilhaben. Ist der Kriminalbeamte der seine Mittel gnadenlos ausreizt um den Gangster dingfest zu machen, noch auf der guten Seite? Ist es wirklich sinnig, illegal zu handeln, um größere Verbrechen zu vereiteln? Vermischen sich da gut und böse, Cop und Gauner? Genau auf diese Austauschbarkeit seiner Prota- und Antagonisten stürzt sich der unglaublich gut erzählte, visuell furios aufbereitete und nachdenklich machende Leben und Sterben in L.A. Zudem ist der melancholisch-düstere Streifen herausragend besetzt mit Willem Dafoe, John Pankow, Debra Feuer und John Turturro. William L. Petersen jedoch stellt mit seiner Performance als draufgängerischer, zügelloser und vom Erfolg besessener Cop Richard Chance, alle anderen in den Schatten ... ausser dem wichtigstem Hauptdarsteller: Los Angeles. Die sogenannte "Stadt der Engel" sehen wir meist abseits von Beverly Hills, Glamour und Chick, weit weg von Hollywood und zur Regierungszeit von Ronald Reagan. William Friedkin zeigt uns die dreckige, verbrechendurchsetzte Stadt, ihre Hochhausschluchten und Abwassergräben, Rand- und Industriegebiete - meist allerdings trotzdem in aufregend schönen Bildern, unterlegt vom Soundtrack der britischen New-Wave- und Synth-Pop-Band Wang Chung. Doch neben der kunstvollen Attitüde dürfen wir auch dramatische und spannende Momente in diesem Big City-Thriller erwarten. Bei den höchst aufregenden Sequenzen ist man sich als Zuseher nur nie wirlich sicher, ob es richtig ist, mit dem Cop zu halten. Aber vermutlich geht es genau darum in Leben und Sterben in L.A.

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.. Geldfälscher Eric Masters mit allen Mitteln

Aufregend ist auch eine der wohl besten Auto-Verfolgungsjagden dieser Ära - minutenlang werden Chance und sein Partner Vukovich durch die Großstadt gehetzt. Auch hier, sowie in einigen anderen ganz speziellen Sequenzen, setzt Kameramann Robby Muller (assistiert von Robert David Yeoman) die damals brandneue Kamerakrantechnik "Louma Crane" ein, die schnittlose Kamerafahrten erlaubte, wie sie bis dahin nicht möglich waren.


Das meint Onyourscreen.de zur Veröffentlichung


Capelight pictures baut aus neuen Nischen-Movies, exotischer Asia-Kost und zeitlosen Klassikern ihr Line-Up Stück für Stück weiter aus. Mit der ungekürzten Fassung von Leben und Sterben in L.A. wirft das Label seit dem 23. November 2018 erneut ein Meisterwerk aus den 1980er Jahren in den Ring und kann bei Genrefreunden ebenso punkten wie bei den Label-Komplettisten. Dargebracht auf DVD, aber auch aufwendig präsentiert im Mediabook, kann man sich William Friedkins wohl besten Film (neben French Connection) ins Heimkino holen. Das Mediabook kommt in einem passend mattem Finish und gibt mit seinen Motiven (innen wie aussen) stilsicher das Flair des Films wieder. Das 24-seitige Booklet steht der stimmungsvollen Optik in nichts nach und kann dazu mit einem höchst informativen Text von Stefan Jung aufwarten. Neben den ungekürzten Filmminuten auf DVD und auf Blu-ray, punktet die Veröffentlichung auch mit einer gehörigen Portion Extras:

- Audiokommentar von William Friedkin
- Interview mit William L. Petersen
- Interview mit Dwier Brown
- Interview mit Stunt-Koordinator Buddy Joe Hooker
- Interview mit Willem Dafoe
- Alternatives Ende (seltsam, aber interessant!)
- Entfallene Szene
- Original Kinotrailer & deutscher Kinotrailer

Leben und Sterben in L.A. © capelight pictures
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Leben und Sterben erscheint als DVD und im Mediabook

Fazit


Die Konventionen eines "normalen" Copmovies brechend, kann der grandios inszenierte Leben und Sterben in L.A. in nahezu allen Punkten überzeugen. Spannend und rasant aber auch melancholisch und nachdenklich zugleich, ist dieser nur ein Jahr nach der Romanvorlage erschienene Film ein "Must see" und wird den geneigten Zuschauer auch nach dem Abspann noch beschäftigen ...

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  • Leben und Sterben in L.A.<br>© capelight pictures
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© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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